Flüchtlingsheime
Kauf und Miete sind aufgezehrt

Ascheberg -

Der Platz für immer mehr Flüchtlinge, die Ascheberg zugewiesen werden, wird knapper. Bürgermeister Dr. Bert Risthaus stellte das mögliche weitere Szenario vor.

Freitag, 21.08.2015, 20:08 Uhr

Die Flüchtlinge sind in Ascheberg bisher in gekauften und gemieteten Wohnungen sowie Häusern in den drei Orten untergebracht. Ehrenamtliche wie Roswitha Reckers hier beim Deutschunterricht kümmern sich um eine gute Willkommenskultur.
Die Flüchtlinge sind in Ascheberg bisher in gekauften und gemieteten Wohnungen sowie Häusern in den drei Orten untergebracht. Ehrenamtliche wie Roswitha Reckers hier beim Deutschunterricht kümmern sich um eine gute Willkommenskultur. Foto: tani

Die Gemeinde Ascheberg stellt sich darauf ein, dass sie zum Jahresende 261 Flüchtlinge betreuen wird. Aktuell sind 179 Asylbewerber in den drei Orten untergebracht. „In den vergangenen 14 Tagen sind uns 21 Personen zugewiesen worden“, berichtete Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus am Donnerstag dem Gemeinderat.

Bürgermeister Dr. Bert Risthaus beschrieb das Szenario, wie weitere Flüchtlinge untergebracht werden können: „Bisher haben wir Häuser und Wohnungen gekauft oder gemietet. Der Markt gibt aber nichts mehr her.“ Mit dem Ende der Fahnenstange denke die Gemeinde über andere Lösungen nach. Im ersten Schritt werde geprüft, ob Container zu kaufen seien. Sie könnten an der Alten Herberner Straße in Ascheberg und dem Rennekamp in Davensberg an Standorten aufgestellt werden, die dafür schon einmal genutzt wurden. Gebe es keine Container zu kaufen, müsse über winterfeste Zelte nachgedacht werden. Sie sollten an den gedachten Containerstandorten aufgestellt werden. Gehe das dort nicht, würden die Festplätze – die Amtswiese in Herbern und Schlingermanns Weide in Ascheberg – genommen. Seien weder Container noch Zelte zu bekommen, müssten Flüchtlinge in den Sporthallen einquartiert werden. Reiche auch das nicht aus, müssten Privatwohnungen beschlagnahmt werden. Intensiver soll sich der Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss mit der Thematik befassen.

Ich frage immer, wie weit das gehen soll, worauf wir uns einstellen müssen, bekomme aber keine Antwort.

Dr. Bert Risthaus

Sicher ist, dass Arbeit nicht mehr allein von Jenen zu leisten ist, die das zum Jahresbeginn getan haben. Dafür ist der Flüchtlingszustrom zu stark, ein Abflauen nicht in Sicht. „Ich frage immer, wie weit das gehen soll, worauf wir uns einstellen müssen, bekomme aber keine Antwort“, wünscht sich Dr. Bert Risthaus mehr Klarheit. Der erste Bürger fühlt sich wie seine Kollegen von der Politik in Berlin mit der Problematik allein gelassen.

Am Tag nach der Sitzung wurden der Gemeinde fünf Asylbewerber zugewiesen. Fünf Männer. Ein schwieriges Klientel, wie Sunderhaus erklärte: „Bei Mietobjekten wünschen sich die Vermieter, dass Familien einziehen.“ Um die Männer unterbringen zu können, müssten darum andere zusammenrücken. Der Fachbereichsleiter hatte auch eine neue Zahl des Innenministers heruntergebrochen. Der hatte von 800 000 Flüchtlingen gesprochen, die dieses Jahr nach Deutschland kommen. Nach den üblichen Schlüsseln müsste NRW 169 760 Menschen aufnehmen, Ascheberg 182. In diesem Jahr seien schon 100 zugewiesen worden, 82 könnten also bis Sylvester noch kommen.

Verwaltungstechnisch seien nicht nur die Asylbewerber zu betreuen, sondern auch rund 30 Personen, deren Verfahren abgeschlossen sei. Bei einem negativen Bescheid gehe es darum, den Menschen bei der Ausreise zu helfen, beim einem positiven Bescheid gebe es zusätzliche SGB II-Fälle.

Der Gemeinderat lobte ausdrücklich über die Parteigrenzen hinweg das große Engagement der Ehrenamtlichen, die Flüchtlingen zur Seite stehen. Darüber hinaus entfernte er einen Sperrvermerk. Das erlaubt der Verwaltung, die Hausmeisterstellen aufzustocken und Sozialarbeiterstunden neu einzustellen. „Wenn sie denn verfügbar sind“, schränkte Alexander Ruhe ein.

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