Lehrerpraktikum
Medikamente statt Mathe

Ascheberg -

Normalerweise schauen Lehrer, wie es ihren Schülern im Praktikum geht. Das Kollegium der Profilschule Ascheberg schwärmte am Dienstag selbst in die heimischen Betriebe aus.

Dienstag, 01.09.2015, 17:37 Uhr

 
  Foto: hbm

Medikamente statt Mathematik: Nicola Sommer ist Praktikantin in der Marien-Apotheke. Allerdings absolviert sie keins der üblichen Schülerpraktika. Nicola Sommer ist Lehrerin an der Profilschule Ascheberg und mit dem gesamten Kollegium für einen halben Tag ausgeflogen: 46 Pädagogen erkundeten gestern Morgen die heimischen Betriebe und trugen anschließend begeistert zusammen, was sie am Vormittag erlebt hatten.

„Ich kenne die Uni und den Lehrerberuf. Für mich ist das heute ein sehr ausschlussreicher Besuch. Ich lerne einen Ausbildungsbetrieb kennen und bin total gespannt, welche Erfahrungen die Kolleginnen und Kollegen mitbringen“, berichtete Susanne Wachholz in der Möbelwerkstatt Hönekop. Sie nahm die Faszination mit, ein Möbelstück von der ersten Skizze bis zum fertigen Teil zu erleben. „Das macht es total spannend. Ich habe gesehen, wie ein Möbelstück am Computer geplant wird. Der Ausdruck hat dann enthalten, welche Teile benötigt werden, wie lange die Arbeit dauert und sogar wie teuer das Stück ist“. Dass zwei Räume weiter in der Werkstatt aus Skizzen Teile werden, es sehr sauber und exakt zugeht, sind weitere Eindrücke, die etwa zum Ergebnis führen, dass „dies hier auch etwas für Mädchen ist“. Den Besuch empfindet Guido Hönekop nicht als störend: „Ich finde es gut, dass die Lehrer sich frühzeitig informieren und zu uns kommen. Dafür nehmen wir uns gerne die nötige Zeit.“

Damit die Eindrücke nicht zu schnell verblassen, sammelt Susanne Wachholz auf einem Fragebogen wichtige Informationen.

Lehrerpraktikum der Profilschule

1/5
  • Die Lehrer der Profilschule besuchten Betriebe Foto: hbm
  • Die Lehrer der Profilschule besuchten Betriebe Foto: hbm
  • Die Lehrer der Profilschule besuchten Betriebe Foto: hbm
  • Die Lehrer der Profilschule besuchten Betriebe Foto: hbm
  • Die Lehrer der Profilschule besuchten Betriebe Foto: hbm

Für Christine Schiffeliers, die ihr Praktikum in der Sparkasse absolviert, sind Ausbildungsleiterin Anke Richter und Azubi Timo Engbert gekommen. Nach dem Mitarbeiten am Schalter und dem Blick hinter die Kulissen, erfährt Christine Schiffeliers alles, was für die Ausbildung bei der Sparkasse wichtig ist. Etwa, dass auf 45 Ausbildungsstellen im Jahr 450 Bewerbungen kommen.

Regine Langendorf hat bei Bücher Schwalbe schon ausgepackt und gibt gerade in den PC ein, welche Werke frisch gekommen sind. „Gleich gibt es noch einen Botengang“, berichtet Uta Hansen. Damit erhält die Lehrerin einen Einblick in die Aufgaben, die auf Schülerpraktikanten warten. Sie selbst ist zu Bücher Schwalbe gekommen, „weil mir das zugeteilt worden ist“. Simone Lütkenhaus und Florian Schulte hatten die Türen geöffnet und Praktikumsstellen organisiert.

Dass ein Praktikum nicht nur zupacken heißt, erfährt Maira Heuser hinter der Ladentheke bei Lüningmeyer. Hygienevorschriften machen ein Mitwirken hier schwerer als in anderen Betrieben. Und auch das ist ein Erfahrung, die fürs gemeinsame Gespräch mitgenommen wird. Nicola Sommer bringt es in der Apotheke so auf den Punkt: „Man muss ein feines Gespür dafür entwickeln, wann man etwas fragen darf, wo man zuschauen darf oder wo man sich auch einmal diskret zurückzieht.“

Einig sind sie beim Bewerten der Aktion. „Das ist eine tolle Erfahrung, die uns hilft, Kinder und Jugendliche noch besser auf den Anschluss vorzubereiten“, erklärte Nicola Sommer.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3482495?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F4848978%2F4848982%2F
Stadtfest-Auftritt von Roland Kaiser ausverkauft
"Münster mittendrin": Stadtfest-Auftritt von Roland Kaiser ausverkauft
Nachrichten-Ticker