Wie sehen Jugendliche ihr Wahlrecht ab 16 Jahre?
Das erste Kreuzchen

Zwei kleine Umschläge, Blätter mit mehreren Kästchen und Namen und eine Beschreibung, die erklärt, wie man mit diesen Unterlagen richtig umgeht – am 13. September ist es soweit und die Wahlen stehen an.

Donnerstag, 10.09.2015, 13:09 Uhr

Zwei kleine Umschläge , Blätter mit mehreren Kästchen und Namen und eine Beschreibung, die erklärt, wie man mit diesen Unterlagen richtig umgeht – am 13. September ist es soweit und die Wahlen stehen an.

Lena Heiermann

Lena Heiermann Foto: juze

Für Eltern und ältere Geschwister sind regelmäßige Wahlen nichts Neues mehr. Sie haben bereits seit längerem entschieden, ob sie die Briefwahl nutzen oder am Wahltag ein Wahlbüro aufsuchen werden. Doch für die gerade erst 16-Jährigen ist es das erste Mal, dass sie nun zum Kreis der Wahlberechtigten gehören. Schon trudelt bei den Mädchen und Jungen Wahlkampfpost ein, in der sich die Bürgermeister-Kandidaten bewusst an die Jugendlichen richten, um sie für sich als potenzielle Wähler zu gewinnen. Seit 1999 haben 16-jährige Jugendliche das Recht, an den Kommunalwahlen teilzunehmen. Und das das so ist, finden die meisten auch richtig so.

„Es ist eine wichtige Erfahrung und man bekommt so den ersten Einblick in die Politik“, findet Lena Heiermann . Die 16-jährige befasst sich nicht intensiv mit dem politischen Treiben, findet es aber sehr wichtig, über die aktuelle Lage informiert zu sein. „Gerade die Asylpolitik ist im Moment ein Thema“, erinnert Lena, die sich gern mit ihren Eltern über jene politischen Fragen beratschlagt. Sie findet es richtig, dass man mit 16 das Recht zum Wählen hat und man sich daher wenigstens ein bisschen mit der Politik befassen sollte.

Dieser Meinung schließen sich Julius Heitmann und David Jütte an. Die beiden 17-jährigen dürfen ebenfalls zum ersten Mal ihr Kreuzchen setzen. Doch was genau sie eigentlich wählen dürfen, ist ihnen nicht ganz klar. Daher finden die beiden, dass das Thema „Wählen“ auch im Unterricht in der Schule umfangreicher behandelt werden sollte. „Mit den Eltern redet man nur ab und an mal darüber“, meint David und gibt zu, dass in seinem Freundeskreis eher weniger über politische Themen und das Wahlrecht ab 16 gesprochen wird. Wie auch Lena halten sie die Wahlberechtigung ab 16 aber für richtig: „Das Recht zur Mitsprache ist einfach wichtig“, finden die beiden Freunde. Zwar sind sie nicht stark politisch interessiert, aber wenn sie sich über politische Themen informieren wollen, schauen Julius und David vor allem Nachrichten im Fernsehen oder fragen ihre Eltern.

Letztere scheinen bei vielen die ersten Ansprechpartner zu sein, wenn es um das Thema Politik geht. So hat auch Uta Arntzen ihre Fragen zu den anstehenden Wahlen mit ihren Eltern besprochen. „In der Schule ist das leider kein Thema“, sagt die 17-jährige und bedauert, dass es auch sonst nur wenige Info-Veranstaltungen gibt, die gerade die jugendlichen Erstwähler ansprechen.

„Viele wählen einfach irgendwas“, hat Eva Fuisting beobachtet. Sie führt dieses unbedachte Setzen des Kreuzchens darauf zurück, dass viele einfach nicht wissen, wer welche Standpunkte vertritt. „Vieles wird einfach nicht richtig übermittelt“, findet Eva und betont, dass ein großes Interesse von Jugendlichen an der Politik der eigenen Stadt, wichtig ist. „Was in der eigenen Stadt passiert, ist schließlich nicht egal“, lautet ihre Meinung. Daher finden Eva und Uta die Wahlberechtigung ab 16 auch richtig und wichtig, obwohl es gerade für Neulinge nicht einfach sei, sich in dem unbekannten Bereich der Politik zurecht zu finden.

Um sich über offene Fragen auszutauschen, reden die beiden Freundinnen bewusst über die Wahlen am kommenden Sonntag – schließlich wollen sie ihre Stimme sinnvoll genutzt haben.

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