Kritik vom Nabu
Heckrind stirbt bei routinemäßiger Blutentnahme

Ascheberg -

Weil eine Heckrind-Kuh in der Enge der Fanganlage einem anderen Tier ein Horn in den Bauch rammte, kam es bei der Blutentnahme in der Emmerbachaue zu einem tödlichen Zwischenfall.

Donnerstag, 14.04.2016, 17:04 Uhr

Wenn die Herde ungestört unterwegs ist, sieht das Geschehen friedlich aus, wie dieses Bild von einer Wasserstelle in der Emmerbachaue zeigt. Muss der Mensch eine Blutprobe bei den Tieren nehmen, wird es gefährlich.
Wenn die Herde ungestört unterwegs ist, sieht das Geschehen friedlich aus, wie dieses Bild von einer Wasserstelle in der Emmerbachaue zeigt. Muss der Mensch eine Blutprobe bei den Tieren nehmen, wird es gefährlich. Foto: hbm

Tragischer Zwischenfall beim Erfüllen gesetzlicher Pflichten in der Emmerbachaue. Eine Kuh bezahlte das Hinführen zu einer notwendigen Blutprobe der Herde mit dem Leben.

Heckrinder und Konikpferde leben in der Davert meistens unbehelligt. Sie pflegen das Gebiet unter der Aufsicht des Nabu . Wer den nachgezüchteten Auerochsen allerdings auf die Ohren schaut, sieht: Die grasende Herde besteht nicht aus Wildtieren. Ohrmarken verraten, dass die frei lebenden Heckrinder als Haustiere angesehen werden.

Und einmal im Jahr kribbelt es bei den Betreuern heftig. Denn die Herde muss zu einer Blutprobe eingefangen werden. Verantwortlich ist das Bovine Herpesvirus (BHV 1), dessen Ausmerzen alle Rindviecher in Deutschland einmal im Jahr mit einer Blutprobe unterstützen müssen.

Die Mitarbeiter des Nabu bedienen sich einer mobilen Fanganlage , in der Silage und anderes Futter als Lockmittel ausgelegt werden. Über Kameras ist zu sehen, wenn alle Tiere in einem Warteraum angekommen sind. Dann wird das Tor geschlossen. Der enge Raum, mit dem die Tiere auskommen müssten, mache ihnen großen Stress. „Sie zur Blutprobe in einen noch kleineren Raum zu bekommen, ist richtiges Rodeo“, berichtet Dr. Kristian Mantel .

In diesem Jahr ging eine gestresste Kuh auf eine rangniedrigere Kollegin los und durchdrang mit dem Horn die Bauchdecke. „Das war eine Übersprungshandlung, die wir bisher noch nicht gesehen hatten. Ehe wir mit dem Tierarzt überlegen konnten, wie es weitergeht, war die Kuh schon gestorben“, informiert Mantel auf Nachfrage unserer Zeitung. Es war in den zwölf Jahren, in denen der Nabu zuerst an der Ems und später auch am Emmerbach Beweidungsprojekte unterhält, der erste Todesfall. Zwei Mal bezahlten Heckrinder das Fangen und Entnehmen der Blutprobe mit einem abgerissenen Horn.

In der Emmerbachaue, Frühling 2016

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  • Heckrinder und Konikpferde in der Emmerbachaue im Frühjahr 2016 Foto: hbm
  • Heckrinder und Konikpferde in der Emmerbachaue im Frühjahr 2016 Foto: hbm
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  • Heckrinder und Konikpferde in der Emmerbachaue im Frühjahr 2016 Foto: hbm
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  • Heckrinder und Konikpferde in der Emmerbachaue im Frühjahr 2016 Foto: hbm
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  • Heckrinder und Konikpferde in der Emmerbachaue im Frühjahr 2016 Foto: hbm
  • Heckrinder und Konikpferde in der Emmerbachaue im Frühjahr 2016 Foto: hbm
  • Heckrinder und Konikpferde in der Emmerbachaue im Frühjahr 2016 Foto: hbm
  • Heckrinder und Konikpferde in der Emmerbachaue im Frühjahr 2016 Foto: hbm

„Die Vorfälle zeigen, dass die Haltungsform nicht zu den gesetzlichen Anforderungen passt“, hat der Nabu laut Mantel beim Bundeslandwirtschaftsminister schon um ein Lockern der Bestimmungen gebeten: „Die Tiere leben in einem geschlossenen System. Sie sind frei von dem Virus. Es waren nie Tiere auffällig“, nennt der Naturschützer Gründe, warum das auch inhaltlich möglich sein sollte.

Denn der Virus werde nur von Rind zu Rind übertragen. Deswegen müsse es reichen, Blutproben zu entnehmen, wenn Tiere von der Weide geholt oder neu auf die Weide geschickt würden. Aus Sorge vor einem Präzedenzfall habe das Ministerium den Wunsch aber abgelehnt. So müssen die Nabu-Mitarbeiter auch im nächsten Jahr die Heckrinder einfangen, damit ihnen ein Tierarzt eine Kanüle Blut abzapfen kann.

Der Vorfall zeigt, dass die Haltungsform nicht zu den gesetzlichen Anforderungen passt.

Dr. Kristian Mantel
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