Füchtling regierte 1976
Tönne nutzt den Heimvorteil

Ascheberg -

Die frische Freundin zur Königin der Osterbauer machen - das nahm sich Anton Füchtling 1976 vor. Wenig später regierte er die Schützenbruderschaft mit Margret Kössendrup.

Donnerstag, 30.06.2016, 08:06 Uhr

Vor 40 Jahren regierten Anton Füchtling und Margret Kössendrup die Schützenbruderschaft St. Lambertus Osterbauer für ein Jahr. Zwei Jahre später wurde das Königs- zum Ehepaar.
Vor 40 Jahren regierten Anton Füchtling und Margret Kössendrup die Schützenbruderschaft St. Lambertus Osterbauer für ein Jahr. Zwei Jahre später wurde das Königs- zum Ehepaar. Foto: privat

Was haben Josef Schröer und Norbert Heubrock am frühen Abend des 3. Juli 1976 unternommen? Mit einem Schulterzucken reagiert der KFZ-Meister mit Wurzeln in der Osterbauer auf diese Frage. Was er längst vergessen hat, ist bei Anton Füchtling im Langzeitgedächtnis abgespeichert. Es gehört zu den Erinnerungen an sein Königsjahr bei der Schützenbruderschaft St. Lambertus Osterbauer.

Dass der Jungspund mit seinen 24,5 Jahren den Vogel und die Königswürde ins Visier nahm, hat einen einfachen Grund. Gut sieben Monate vorher hatte ihn sein Bruder angerufen, die junge Nachbarin in der Sendenhorster Bauerschaft Brock, auf die „Tönne“ seit einem Landjugendfest in Ottmarsbocholt, bei dem sie noch mit ihrem damaligen Freund unterwegs war, ein Auge geworfen hatte, sei wieder solo: „Ich habe sie sofort angerufen und ein Treffen für den nächsten Sonntag vereinbart. Ich wusste, sie ist die Richtige“, steuerte er das erste Rendezvous entschlossen an. Traf aber auf dem Hof einen Nebenbuhler, der sich ebenfalls Hoffnungen machte, und aus Frust beim Opel des Aschebergers gleich zwei Scheinwerfer eintrat. „Margret ist dann ins fahrende Auto reingesprungen“, erinnert Füchtling sich ans erste Treffen.

Frisch verliebt machte er seine Freundin Margret Kössendrup zur Königin der Osterbauer. „Ich kannte kaum Leute“, fühlte sich die junge Majestätin damals ins kalte Wasser geworfen. Es schadete aber nicht: Seit 1978 sind Anton und Margret Füchtling verheiratet.

Auf dem roten Teppich war die Königswürde damals nicht zu haben. „Alfons Wobbe wollte es auch werden. Er durfte immer zwei Mal schießen, weil er angeblich schlecht sah. Für uns gab es kein zurück mehr, Tons Greive hat uns vorne festgehalten“, erinnert Anton Füchtling sich an den Wettbewerb auf heimischen Terrain. Denn ihren König ermittelten die Schützen aus der Osterbauer lange Jahre auf dem Hof Füchtling, erst 1989 wechselten sie zum Gasthaus Brüggemann: „Damals stand nur das Hotel, für das Restaurant war gerade alles ausgeschachtet, wir haben neben der Baugrube gefeiert“, beweist Füchtling sein präzises Gedächtnis. Verankert ist dort auch, dass „Tante Mia“ überhaupt nicht erbaut vom Königsschuss des jungen Mannes war. Und als sie sich zu intensiv über dessen Flausen im Kopf ausließ, war es Hubert Heubrock, der mit ihr Klartext sprach, wie Füchtling heute weiß: „Er hat die Luft gereinigt.“ Ludger Wiedenhorst war derweil schon in Richtung Sendenhorst unterwegs, um Margret Kössendrup über ihre neue Aufgabe zu unterrichten.

Auf den Tag genau 40 Jahre nach dem Königsschuss werden Anton und Margret Füchtling am Sonntagmorgen beim Frühschoppen geehrt. Zwei Tage vorher verabschieden sich die Schützenbrüder von Robert Trahe und Beate Trahe-Uebermuth. Die Eltern von Robert, Gertrud und Hubert Trahe, gehörten vor 40 Jahren dem Hofstaat an. Unter anderem dazu gehörten Ewald und Elisabeth Dornhegge. Sie werden am Sonntag aus einem anderen Grund nach vorne gerufen, als Silberkönigspaar der Bruderschaft.

Über Jahrzehnte war Anton Füchtling jüngster König der Osterbauer - diesen Rang hat ihm Sohn Hendrik 2009 abgelaufen, der seine Annika zuerst zur Königin der Osterbauer, dann zur Ehefrau machte - der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Bleibt noch zu klären, was denn Josef Schröer und Norbert Heubrock am frühen Abend des 3. Juli 1976 getan haben. „Sie haben die Kühe gemolken, am Morgen nach dem Königsball musste ich es dann wieder selbst tun“, schmunzelt Anton Füchtling.

Als ich gehört habe, dass sie solo ist, habe ich sofort angerufen.

Anton Füchtling zum ersten Rendezvous mit seiner Königin Margret.
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