Kammerkonzert auf Schloss Westerwinkel:
Schillernde Klangfarben

HERBERN -

Das Holzbläser-Quartett Ensemble Corrélatif setzte auf Schloss Westerwinkel ein musikalische Ausrufezeichen hinter die Konzertreihe „Summerwinds“.

Montag, 05.09.2016, 14:09 Uhr

Das Ensemble Corrélatif bot in Schloss Westerwinkel das letzte Konzert in der Reihe des „Summerwind“-Festivals: Christian Strube, Marion Klotz, Anne Steinbach und Matthias Beltz.
Das Ensemble Corrélatif bot in Schloss Westerwinkel das letzte Konzert in der Reihe des „Summerwind“-Festivals: Christian Strube, Marion Klotz, Anne Steinbach und Matthias Beltz. Foto: Nicole Klein-Weiland

Es gibt Veranstaltungsreihen, die mit einem Schlusspunkt enden. Und andere, die sich eines alternativen Satzzeichens bedienen: Ein musikalisches Ausrufezeichen setzte am Sonntag das Ensemble Corrélatif hinter die Reihe der „ Summerwinds “, die in den vergangenen Wochen im Rahmen von „Europas Holzbläser Festival“ das Münsterland klangvoll durchwehten. Das Holzbläser-Quartett gastierte in Schloss Westerwinkel und präsentierte ein treffendes musikalisches Fazit seines Genres: die „L`Essence des vents“ (Die Essenz der Winde).

Das Repertoire an Kammermusik für vier Holzbläser ist überschaubar und zum Großteil eher unbeachtet. Doch das ist für Christian Strube (Flöte), Marion Klotz (Oboe), Matthias Beltz (Klarinette) und Anne Steinbach (Fagott) eher Herausforderung denn Hindernis. Denn so manches Werk, das ursprünglich für eine andere Instrumentierung geschrieben wurde, gewinnt durch die Bearbeitung für das Ensemble Corrélatif eindeutig hinzu. So zum Beispiel das Auftragswerk KV 594 von Wolfgang Amadeus Mozart. Von seiner Frau Constanze zwecks Ebbe in der Haushaltskasse zur Komposition gedrängt, verfasste er widerwillig das Werk für eine mechanische Orgel. „Solche Automaten können technisch alles spielen. Aber etwas können sie nicht: Gefühl in die Musik legen. Aber das machen wir“, versprach Anne Steinbach dem Publikum im voll besetzten Saal des Schlosses. Und auch die „Drei Mährischen Tänze“ von Janáĉek kommen neu arrangiert in deutlich klangschönerem und folkloristischerem Kolorit daher als das ursprüngliche Klavierstück des tschechischen Komponisten.

Bei den Originalwerken, die das Quartett in seinem Programm präsentiert, liegt der Schwerpunkt auf dem Impressionismus, wie bei den „Trois pièces pour une musique de nuit“ von Eugène Bozza oder den drei Sätze des „Divertissement“ von Marcel Bitsch, die farbenreich und verspielt unterhalten. Unbeschwert und leicht sind auch die „Quatre Intermezzi“ des Schweizer Komponisten Josef Lauber, die das Ensemble selbstbewusst und spielfreudig umsetzt. Überhaupt machen die vier Musiker dem Namen ihres Ensembles alle Ehre, denn korrelativ sind sie wirklich: Sie reagieren auf- und miteinander.

Einen kurzweiligen Abschluss findet das Konzert, das als Kooperation zwischen der GWK (Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V.) und der Musikschule Ascheberg stattfindet, mit Seibers „Easy Dances“, in denen die Einflüsse des Jazz für klangliche Reize sorgen. Das Publikum bedenkt die vier Holzbläser mit viel Applaus und darf noch zwei Zugaben genießen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4282784?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F4848965%2F4848969%2F
Dichter Rauch erschwert Einsatz
Nur unter Atemschutz konnten sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr dem Brand in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Bahnhofstraße 56 nähern. Im Erdgeschoss des Hauses war ein Laden für Elektrogeräte und -reparaturen untergebracht (Bild rechts).
Nachrichten-Ticker