Angeklagter räumt bei Prozessauftakt Tatgeschehen ein
„Schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes“

Ascheberg/Münster -

Ein 29-Jähriger muss sich laut Anklage wegen des „schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes“ vor Gericht verantworten. Die Tat an einer Neunjährigen hat sich im Mai in einer Asylbewerberunterkunft in Ascheberg ereignet.

Freitag, 04.11.2016, 16:11 Uhr

Angeklagter räumt bei Prozessauftakt Tatgeschehen ein : „Schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes“
Vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts begann heute der Prozess. (Symbolbild) Foto: dpa

Regungslos und mit gesenktem Blick sitzt der jugendlich aussehende Mann auf der Anklagebank des Landgerichts. Er hebt nicht einmal seinen Kopf während der Staatsanwalt das erschreckende Geschehen in Worte fasst: In einer Asylbewerberunterkunft in Ascheberg soll der 29-jährige Angeklagte mit einem neun Jahre alten Mädchen, das mit seinen Eltern ebenfalls dort wohnte, sexuelle Handlungen vorgenommen haben.

Drohungen, um das Mädchen gefügig zu machen

Demnach war es im Mai dieses Jahres gegen 19 Uhr, als der Angeklagte das Mädchen, das sich in der Unterkunft auf dem Weg zur Toilette befand, in sein Zimmer zog und entkleidete. Um das Kind gefügig zu machen, soll er der Neunjährigen gedroht haben, ihre Eltern umzubringen. Als der Mann während seiner Übergriffe die Stimmen der Mutter des Kindes auf dem Flur vernahm, ließ er aus Angst vor Entdeckung von weiteren Handlungen ab.

Den „schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes“ warf der Anklagevertreter dem 29-Jährigen am Freitag vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts vor. Tränen, die von Reue zeugen mögen, verbarg der Angeklagte nicht. „ Es fällt mir unglaublich schwer, über den Vorfall zu berichten“, heißt es in der Erklärung des Verteidigers. Er habe über seine Familie in Nigeria nachgedacht. Einsam und traurig sei sein Mandant gewesen, schilderte der Verteidiger weiter.

Dem Opfer bleibt die Aussage erspart

Der Angeklagte selbst wollte von sich aus keine weiteren Angaben machen. Aber er leugnet das Tatgeschehen nicht. Dadurch erspart er dem Kind eine Aussage vor Gericht. Aber so, wie von der Anklage geschildert, will er das Kind nicht missbraucht haben. Das habe er wohl vorgehabt. Er habe dem Mädchen nicht gedroht, die Eltern zu töten. Er sei kein gewalttätiger Mensch und habe noch niemandem Gewalt zugefügt. Vor allem keinem Kind, hieß es weiter in der vorgetragenen Erklärung. Zu Verstand sei der Angeklagte erst wieder gekommen, als er die Stimme der Mutter gehört habe. Da habe er sofort aufgehört und das Kind hinter der Tür versteckt. Zum Schein half der Angeklagte den Eltern noch bei der Suche nach dem Kind.

Das Mädchen habe „völlig fertig ausgesehen“ und an der Hand seiner Mutter geweint, beschrieb ein Zeuge das Geschehen nach der Tat. Den Angeklagten, der in einer festen Beziehung stehen soll, beschrieb der Zeuge als einen sehr guten Menschen – „einen Mann Gottes, der keine Probleme macht“.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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