Abschied von Reinhard Hartwig
Leidenschaft in blau und orange

Ascheberg/Herbern -

Wer 46 Jahre bei einer Bank arbeitet, 36 Jahre in führender Position, bei dem muss etwas mehr sein als Pflichtgefühl. Die Mitarbeiter der Volksbank Ascheherg-Herbern sprachen ihrem scheidenden Chef Leidenschaft in blau und orange zu.

Mittwoch, 14.12.2016, 17:12 Uhr

Das Abschiedsbild mit  Maria Schulte-Loh, Hans-Bernd Wolberg, Christiane Reher, Herbert Holzhinrich, Bernhard Kröger, Christoph Speikamp, Pfarrer Stephan Schürmeyer (hi.v.l.), Barbara und Reinhard Hartwig mit Tochter Stephanie und ihrem Ehemann Alexander (vorne v.l.).
Das Abschiedsbild mit  Maria Schulte-Loh, Hans-Bernd Wolberg, Christiane Reher, Herbert Holzhinrich, Bernhard Kröger, Christoph Speikamp, Pfarrer Stephan Schürmeyer (hi.v.l.), Barbara und Reinhard Hartwig mit Tochter Stephanie und ihrem Ehemann Alexander (vorne v.l.). Foto: hbm

Ein Mann, ein Wort: zuverlässig. Diese Tugend von Reinhard Hartwig stand in allen Manuskripten der Menschen am Mikrofon, die am Dienstagabend im Hotel „Zum Wolfsjäger“ das 46-jährige Engagement des Herberners für die Volksbank Ascheberg-Herbern würdigten. Bei seinem Abschied machte Hartwig klar, dass diese erfolgreiche Arbeit nur wegen der guten Mitarbeiterschaft möglich gewesen sei: „Ihr werdet mir fehlen.“

Zuverlässigkeit war natürlich nicht die einzige Tugend, die in den Lobreden erwähnt wurde. Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Kröger dankte für die „Geduld und Nachsicht“ mit uns. Die lange Zusammenarbeit spreche für gegenseitiges Vertrauen und Respekt. Festredner Hans-Bernd Wolberg von der DZ-Bank in Frankfurt würdigte Hartwig aus seiner Zeit bei der Volksbank Münster heraus als guten und fairen Kollegen, mit dem es nie langweilig gewesen sei. Hartwig habe die genossenschaftlichen Tugenden gelebt, nah am Kunden, ohne Luftschlösser bei den versprochenen Renditen zu bauen, und als Vorstand die richtigen strategischen Entscheidungen getroffen. Wolberg zeichnete Hartwig mit der Goldenen Ehrennadel des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes aus. Christoph Speikamp hob für die Vorstandskollegen aus dem Kreis hervor, dass Hartwig aus der tiefen Überzeugung, gerne helfen zu wollen, Geld des Dorfes im Dorf einzusetzen, gehandelt habe. „Banker mit Herz“ nannte Vorstandskollege Herbert Holzhinrich den langjährigen Mitstreiter. Als umtriebiger Geist mit Harmoniebedarf habe er immer das Wohl der Kunden und Mitarbeiter zuerst gesehen. Fasziniert habe er selbst angeschaut, wie Hartwig seinen Terminkalender dienstlich und ehrenamtlich gefüllt habe. Das Wirken fürs Dorf und die Gemeinde stellte die stellvertretende Bürgermeisterin Maria Schulte-Loh nach vorne. Sie skizzierte den künftigen Rentner als Menschen, der zwar Führungsaufgaben übernommen habe, aber immer bei den Leuten geblieben sei: „Dass du jetzt bei der SVH-Rentnertruppe in die Hände spucken wirst, ist ein gutes Beispiel. Du bist dir dafür nicht zu schade.“ Schulte-Loh dankte insbesondere für die Zivilcourage im Pfarreirat „als Menschen ungerecht behandelt wurden“. Wie Hartwig die Dinge leise befriedet habe, suche seinesgleichen.

Für die Mitarbeiter dankten Josef Mertens, Elisabeth Naendrup und Mechthild Mötsch. Die gesamte Kollegenschaft präsentierte die umgetextete Vereinshymne des SV Herbern , die an dem Abend als „ Leidenschaft in blau und orange“ daherkam. Während die Mitarbeiter ihm fehlen werden, hat Hartwig mehr Zeit für Ehefrau Barbara und die Familie. Ihnen dankten alle Redner, weil es Frau und Familie waren, die das berufliche und ehrenamtliche Engagement mitgetragen hatten. Langweilig, so Hartwig, werde ihm sicher nicht werden. Er strich die Vorfreude auf Reisen heraus. Und machte klar, warum er mit zwei lachenden Augen geht. Dass die Sippenhaft nach der Bankenkrise mit einem überbordenden Regelwerk für die Alltags-Gespräche mit Kunden auch in den Volksbanken angekommen sei, hat auf den letzten Metern der Berufszeit auch für Frust gesorgt. Ganz besonders, da waren alle Redner ebenfalls einig, „weil die Genossenschaftsbanken nicht Teil des Problems waren, sondern die Lösung bereithielten und dafür nun sehr geschätzt werden“.

Ihr werdet mir fehlen.

Reinhard Hartwig an die Adresse der Mitarbeiter
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