Tempo 20 auf der Sandstraße
Kantersieg: Traurig schlägt lächelnd

Ascheberg -

Tempo 20 auf der Sandstraße - interessiert nicht? Die WN haben den Eindruck von Leserinnen bei einer Stippvisite geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Dienstag, 24.01.2017, 18:01 Uhr

Es wird zu schnell gefahren! Diesem Vorwurf, den gerade Eltern mit Blick auf den Verkehr der Sandstraße erheben, gingen die Westfälischen Nachrichten mit einer Stippvisite auf den Grund. Nicht repräsentatives Ergebnis: Stimmt!
Es wird zu schnell gefahren! Diesem Vorwurf, den gerade Eltern mit Blick auf den Verkehr der Sandstraße erheben, gingen die Westfälischen Nachrichten mit einer Stippvisite auf den Grund. Nicht repräsentatives Ergebnis: Stimmt! Foto: hbm

Die Stippvisite ist nicht repräsentativ, aber eine halbe Stunde im Umfeld der Tempo 20-Zone auf der Sandstraße reicht aus, um zu verstehen, warum gerade Eltern in der WN-Redaktion vorstellig wurden: Innerhalb von 30 Minuten fuhren 47 Pkw aus Richtung Biete kommend geradeaus ins Dorf.

Ganze zwei Fahrzeugführer schafften es, zu Beginn der Zone schon mit 20 Stundenkilometern unterwegs zu sein. Weitere vier Autofahrer bremsten innerhalb des Messfeldes der Kontrolltafel so weit ab, dass am Ende der freundliche Smiley zu sehen war. Andersherum: 41 Verkehrsteilnehmer passierten die Tafel mit einem traurigen Smiley, was einige nicht zu interessieren schien.

Tempolimit angemessen?
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Tempolimit angemessen?

Das Tempo auf der Sandstraße ist ein Dauerbrenner, zuletzt wurde es über ein Bereichsforum von Ascheberg Marketing ins Visier genommen. Die Forum-Teilnehmer beteiligten seinerzeit die Bürger, die nach einer Probephase mit Blumenkübeln zu möglichen Maßnahmen befragt wurden.

Heraus kam die aktuelle Lösung, die Bürgermeister Dr. Bert Risthaus als Ergebnis des größten basisdemokratischen Verfahrens in Ascheberg bezeichnete. Dauerhaft zufrieden ist mit dem Ergebnis aber nicht jeder Ascheberger. Insbesondere Eltern bitten die WN-Redaktion immer wieder einmal auf zu schnelles Fahren an der Sandstraße hinzuweisen.

Das Kontrollgerät wurde seinerzeit als flankierende Maßnahme angeschafft. Anfangs war eine mobile Variante im Gespräch, doch wurde es fest installiert. „Von der anderen Seite sind die Verkehrsteilnehmer langsamer, weil es da oft enger ist“, erklärt Melanie Wiebusch , Geschäftsführerin von Ascheberg Marketing den Standort hinter der Einmündung Lüdinghauser Straße. Dort sei zwar beklagt worden, dass die Anlage schon aktiv sei, wenn die Zone noch gar nicht begonnen habe, aber weiter zurück mache es weniger Sinn.

Bei der Stippvisite sind es insbesondere ortsfremde Verkehrsteilnehmer, die den Fuß vom Gas nehmen und abbremsen. Vier Ascheberger schaffen es hingegen hinter dem Beginn der Zone zu beschleunigen, obwohl der Smiley sie traurig in Empfang genommen hatte. „Es müsste geblitzt werden, das würde helfen“, glaubt Theo Bernsmann , der zufällig vorbeigeht.

Dazu müsste die Ascheberger Verwaltung mit dem Kreis oder der Polizei reden. Für einige Verkehrsteilnehmer würde es dann gefährlich werden. Höchstgeschwindigkeit waren gestern bei der Stippvisite 48 Stundenkilometer.

Auffällig auch: Bei der Stippvisite ist der WN-Mitarbeiter hinter einer Hauswand nicht zu sehen. In fünf Minuten direkt im Umfeld der Kontrolltafel wirkt die Kamera in der Hand tempomindernd.

Und auch das war als Randnotiz zu sehen: Die Autos, die von der Lüdinghauser Straße in die Sandstraße abbogen, wurden für die Tempofrage nicht berücksichtigt. Aber: Drei Fahrer telefonierten beim Abbiegen, zwei tippten beim Halten auf einem Smartphone und einem Mann fiel das Smartphone aus der Hand als er eine Foto-Kamera auf dem Bürgersteig wahrnahm.

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