HeLiNet und Partner bauen
Die Glasfaser kommt aus allen Richtungen

Ascheberg -

Seit Unitymedia in Ascheberg den Zuschlag fürs Glasfasernetz erhalten hatte, stand HeLiNet im Regen. Jetzt holt das Hammer Unternehmen mit einem Partner zum Befreiungsschlag aus.

Donnerstag, 23.02.2017, 16:02 Uhr

Glasfaser von links durch Unitymedia oder von rechts durch HeLiNet und seinen neuen noch nicht benannten Partner – diese Alternative wird sich den Aschebergern bald eröffnen. Die Telekom wird zusätzlich Glasfaser bis zum Bürgersteig verlegen.
Glasfaser von links durch Unitymedia oder von rechts durch HeLiNet und seinen neuen noch nicht benannten Partner – diese Alternative wird sich den Aschebergern bald eröffnen. Die Telekom wird zusätzlich Glasfaser bis zum Bürgersteig verlegen. Foto: Jeschke

Digital-Dorado Ascheberg : Gleich drei Glasfaserkabel werden demnächst in vielen Ascheberger Straßen verlegt. Nach der Telekom , deren Angebot allerdings auf der letzten Meile weiter auf Kupfer zurückgreift, und der Unitymedia , kündigt nun die HeLiNEt ein alternatives Konsortium für den Glasfaser-Ausbau in der Gemeinde Ascheberg an. Präsentieren will das Hammer Unternehmen es am Rosenmontag den Bürgermeistern Dr. Bert Risthaus und Dieter Bergmann. „Wir sind gespannt, wen und was man uns vorstellen wird“, bestätigt Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus den Termin.

Zuerst schaute die Gemeinde Ascheberg bei der Suche nach einem Glasfaseranbieter in die Röhre. Nachdem sie gemeinsam mit Lüdinghausen und Nordkirchen die BBV Münsterland als neuen Anbieter präsentiert hatte, kam es zum ersten ständig wachsenden Verdruss: In der Nachbarschaft ging es plötzlich schneller voran, die BBV war hingegen für den Ausbau zu finanzschwach. Sie erklärte im Herbst 2016 den Verzicht. Die Gemeinden verkündeten zeitgleich, sie hielten einen potenziellen Anbieter in der Hinterhand. Mit der Deutschen Glasfaser meldete sich öffentlich ein weiterer Interessent. Die Gemeinden Ascheberg und Nordkirchen gaben aber der Unitymedia den Zuschlag. Das Votum des Wirtschaftsförderungsausschusses in nichtöffentlicher Sitzung fiel einstimmig aus. Für das Unternehmen aus Köln sprach, dass es flächendeckend ausbauen wird, die Gewerbegebiete versorgt werden und keine neue Nachfragebündelung erfolgen musste. Sicher zum Glasfasernetz in allen Bereichen – der Pferdefuß dieser Botschaft resultiert aus der Vorgeschichte. Denn die BBV holte sich mit der HeLiNet einen Partner ins Boot. Das Hammer Unternehmen schloss viele Verträge ab, die aber mit dem Vorstellen der Unitymedia zuerst einmal wertlos waren. Das Kölner Unternehmen lässt keinen weiteren Nutzer in seinen Netzen zu. „Wir hatten im Januar noch einmal ein Gespräch, aber die Philosophie der Zentrale in Amerika lässt nichts anderes zu“, erklärt HeLiNet-Geschäftsführer Ralf Schütte auf WN-Anfrage. Weil es also mit der Unitymedia nicht ging, prüfte das Unternehmen, ob sich neben dem neuen Anbieter etwas organisieren ließ. Die Antwort wird am Montag den ersten Bürgern und dann der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Vorpreschen mit einer Pressemitteilung erklärt Schütte mit Schreiben der BBV an die Helinet-Kunden, das aus seiner Sicht höchst fragwürdig, auf jeden Fall missverständlich und juristisch prüfenswert sei.

In das neue Ausbaukonsortium bringt HeLiNet seine gültigen Verträge ein. Sie haben eine Haltbarkeit von 20 Monaten. Daraus leitet sich für das neue Projekt ein gehöriger Zeitdruck ab. „Die Bagger sollen sehr schnell kommen“, stellt Schütte in Aussicht.

Nach dem Telekommunikationsgesetz hat die Gemeinde Ascheberg nur wenig Handhabe, in das Geschehen einzugreifen. „Wir haben die Telekom und Unitymedia schon darauf hingewiesen, dass sie überlegen sollten, ihre Glasfaserkabel zusammen zu verlegen“, erklärt Sunderhaus, dass die Gemeinde nur Bittsteller ist. Möglich ist ein Szenario, dass Bürgersteige drei Mal in Folge geöffnet werden, um Glasfaserkabel zu verlegen.

Unitymedia bleibt trotz des sich ankündigenden neuen Mitbewerbers gelassen. „Wir halten an unseren Plänen fest und fühlen uns für den Wettbewerb bestens aufgestellt“, sagt Sprecherin Dr. Eva-Maria Ritter auf WN-Anfrage.

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