Glasfaser
Davensberg als Versuchsgebiet

Ascheberg -

Einen Kooperationsvertrag, den Deutsche Glasfaser und HeLi Net am Montag im Ascheberger Rathaus vorlegten, will Bürgermeister Dr. Bert Risthaus nicht unterschreiben. Starten will das neue Duo in Davensberg – ohne neue Nachfragebündelung und ohne Baukostenzuschuss.

Montag, 27.02.2017, 16:02 Uhr

In Davensberg wollen Ingo Teimann (Deutsche Glasfaser, re.) und Ralf Schütte (HeLi Net) mit dem Bau eines Glasfasernetzes starten.
In Davensberg wollen Ingo Teimann (Deutsche Glasfaser, re.) und Ralf Schütte (HeLi Net) mit dem Bau eines Glasfasernetzes starten. Foto: privat

Die Deutsche Glasfaser ist der neue Partner der HeLi Net für den Ausbau eines zweiten Glasfasernetzes in der Gemeinde Ascheberg . Das neue Konsortium will zuerst in Davensberg tätig werden und mit dem Ergebnis aus dem Davertdorf über das weitere Vorgehen entscheiden. Gestern Morgen gab es ein Treffen zwischen den Bürgermeistern Dr. Bert Risthaus (Ascheberg) und Dietmar Bergmann (Nordkirchen) sowie Ingo Teimann als Regionalmanager der Deutschen Glasfaser (DG) und HeLi NET-Geschäftsführer Ralf Schütte sowie Projektleiterin Christiane Hellmich. Ein konkretes Ergebnis wurde nicht verabredet.

Im Wettbewerb mit den frischen Vectoring-Plänen der Telekom und der von den Gemeinden ausgewählten Unitymedia gibt das neue Duo, das etwa in Senden und Drensteinfurt schon gemeinsam aktiv ist, Gas. Es schloss gestern quasi an die Gespräche aus dem Dezember an und legte eine Kooperationsvertrag für die Arbeiten in Davensberg vor. Er beinhaltet unter anderem Wegerechte und eine Einigung auf die untiefe und damit schnelle Verlegetechnik. „Diese Unterschrift sollte für die Gemeinde kein Problem sein – unser Angebot liegt bereits lange endverhandelt vor und ist natürlich sehr vorteilhaft für die Kunden“, glaubt Ingo Teimann, Regionalmanager von Deutsche Glasfaser. Das sieht Bürgermeister Bert Risthaus auf Anfrage anders. Er werde keinesfalls seine Unterschrift unter den vorgelegten Vertrag setzen: „Das liest sich wie ein Freibrief für die Erdarbeiten. Das sind wir von anderen Unternehmen anders gewohnt.“ BBV und Muenet hätten detaillierte Ausbaupläne vorgelegt, von der Unitymedia erwarte man das auch. Und an diese Vorgabe müsse sich auch die Deutsche Glasfaser halten. So hört sich die Grundlage für eine schnelle Einigung nicht an. „Unser Ziel ist es, die bislang insgesamt 1200 gültigen Verträge zu aktivieren, denn unsere Kunden wurden nun lange genug durch die bekannten Umstände hingehalten“, drängt Schütte aber auf eine schnelle Lösung und Unterstützung durch die Gemeinde.

Kunden in Davensberg kennen nun ihre Perspektive. Wie geht es in Ascheberg und Herbern weiter? „Darüber reden wir in der Öffentlichkeit erst, wenn der erste Schritt getan ist“, so Teimann und weiter: „Eine Entscheidung zum weiteren Ausbau hängt aber sicher auch von einer positiven Kundenresonanz zum neuen Konsortium und damit vor allem zur offenen Netzstruktur ab. Jetzt sind wieder alle Bürger gefragt.“ Er verweist auf ein volkswirtschaftlich bedenkliches, aber nun mal existentes Luxusproblem der Gemeinde Ascheberg, dass gleich mehrere Netz-Erbauer vor den Toren stehen.

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