Schutzpatron
Figur des Schutzpatrons erhält einen neuen Platz

Herbern -

Seit über einem Jahrhundert steht das St. Joseph Krankenhaus in Herbern. Der Schutzpatron, der heilige Joseph, war seinerzeit als Figur in den Giebel des Gebäudes eingebaut worden. Was passiert mit ihm?

Freitag, 03.03.2017, 18:03 Uhr

Der Heilige Joseph erhält einen neuen Platz.
Der Heilige Joseph erhält einen neuen Platz. Foto: iss

Seit über einem Jahrhundert steht das St. Joseph Krankenhaus in Herbern . Der Schutzpatron , der heilige Joseph war seinerzeit als Figur in den Giebel des Gebäudes eingebaut worden. In den nächsten Tagen wird er fachmännisch herausgemeißelt und eingelagert. Mit dem Neubau des St. Josef Wohnparks bekommt der Schutzpatron einen neuen Platz.

Bevor Pfarrer Heinrich Mehrmann am 19. April 1908 den Grundstein an der Altenhammstraße gelegt hatte, waren Spendengelder der Herberner Bürger in Höhe von 160 000 Mark hierfür zusammengekommen. 18 Monate später, sprich am 2. Dezember 1909 wurde das neue Krankenhaus feierlich eingeweiht. Es wurde dem Patron „St. Joseph“ gewidmet und von den Heiligenstädter Schulschwestern nach der Betreuung des Armenhauses (an der Merschstraße) fortgeführt. Über 108 Jahre blickte die Steinfigur schützend über die Menschen in Herbern. Die Pfarrei St. Lambertus hat sich für den Erhalt der Figur eingesetzt und wird auch die Kosten für die Rettung des Heiligen Joseph tragen. „Einen Schutzpatron kann man nicht mit abreißen, der bleibt“, erklärte Pfarreiratsmitglied Bruno Cramer .

Dass er damit vielen Herbernern aus der Seele spricht ist gewiss. „Es ist gut, dass die Figur erhalten bleibt“, erklärte Nachbar Heinz Heitbaum. Auch Christel Homann, die viele Jahre im Krankenhaus gearbeitet hat, ist froh, dass die Figur erhalten bleibt. „Da bin ich doch erleichtert. Der Schutzpatron hat uns all die Jahre begleitet, er soll auf jeden Fall einen würdevollen Platz im neuen Wohnpark bekommen.“

Während das Krankenhaus im ersten Weltkrieg als Lazarett diente, fungierte es anschließend als Krankenhaus und wurde seit Beginn von einer Oberin geleitet. Mitte der 1960er Jahre waren neben festen Mitarbeiterinnen noch etwa zehn nebenberufliche Helferinnen stundenweise im Einsatz. Die Schwestern bezogen für ihren Unterhalt eine jährliche Rente von 600 Mark. Die ortsansässigen Mediziner, wie Dr. Karl Lohmann, Dr. Plum, und Dr. Behne hatten im St. Josef Krankenhaus Belegbetten und betreuten dort ihre Patienten. Im Zuge der Zentralisierung der Krankenhäuser und Unfallkrankenhäuser waren die Patientenzahlen rückläufig. Und so fasste der Kirchenvorstand 1975 den Beschluss, die Krankenhausbehandlung aufzugeben und das Haus in ein Alten- und Pflegeheim umzuwandeln.

Im neuen St. Josef Wohnpark wird die Figur einen neuen Platz finden, auch wenn die Sichtweise dann eine andere ist.

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