Evangelischer Kirchenkreis Hamm erhält Trägerschaft für neue Kita in Herbern:
Kuh vom Eis nach heißem Disput

Herbern -

Bei neuen Enthaltungen und zwei Gegenstimmen aus den Reihen der CDU hat der Rat nach zum Teil hitziger Diskussion die Trägerschaft für die neue Herberner Kita dem Evangelischen Kirchenkreis Hamm übertragen.

Mittwoch, 26.04.2017, 15:04 Uhr

Beratungsbedarf über das Abstimmverhalten bestand bei der CDU. Zuvor hatten Jutta Heinert und Pfarrer Thomas Hein sowie Stephanie Kißmann und die Colette Klaas die Konzeption des Evangelischen Kirchenkreises beziehungsweise der Jugendhilfe Werne vorgestellt.
Beratungsbedarf über das Abstimmverhalten bestand bei der CDU. Zuvor hatten Jutta Heinert und Pfarrer Thomas Hein sowie Stephanie Kißmann und die Colette Klaas die Konzeption des Evangelischen Kirchenkreises beziehungsweise der Jugendhilfe Werne vorgestellt. Foto: sff

Wie heißt es so schön im Volksmund: die Kuh ist vom Eis. In einer Sondersitzung am Dienstagabend hat der Gemeinderat die Trägerschaft für den neuen Herberner Kindergarten nach zum Teil erhitzten Wortbeiträgen an den Evangelischen Kirchenkreis Hamm vergeben. Das Nachsehen hat die Jugendhilfe Werne, die sich ebenfalls beworben hatte. SPD, UWG und FDP votierten – nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung – geschlossen für die Vergabe an den Evangelischen Kirchenkreis. Von der CDU stimmten zwei Ratsmitglieder dagegen, neun enthielten sich.

Zuvor hatten Jutta Heinert, Geschäftsführerin beim Kirchenkreis Hamm, und Pfarrer Thomas Hein sowie Bereichsleiterin Stephanie Kißmann und die Pädagogin Colette Klaas (beide Jugendhilfe Werne) die jeweiligen Konzepte vorgestellt. Die fachliche Qualität beider Modelle stand bei der Debatte im Rat außer Zweifel. Und auch über die Unterschiede beider Betreibermodelle wurde nicht diskutiert. Im Fokus stand vielmehr die Vorgeschichte, die zur (neuerlichen) Kita-Entscheidung geführt hat.

Zur Erinnerung: Am 28. März hatte der Jugend-, Senioren-, Sozial- und Sportausschuss in nichtöffentlich Sitzung an das DRK vergeben. Aufgrund enttäuschter Äußerungen von Vertretern der evangelischen Kirche hatten das DRK seine Bewerbung zurückgezogen.

So kündigte Cornelia Pelster (CDU) vor der Abstimmung ihre Enthaltung an: „Alle drei Träger sind gut, aber den dritten kann ich jetzt nicht mehr wählen.“ Fraktionskollege Frank Holtrup ärgerte sich über das „Kasperle-Theater“. Und Ludger Wobbe erzürnte sich, weil eine CDU-Ratsfrau nach der Ausschuss-Entscheidung für das DRK „öffentlich diffamiert wurde, weil sie sich in der katholischen Kirche engagiert“. Er beklagte „Populismus“ und „schlechten Stil“ seitens der anderen Fraktionen.

Christian Ley (SPD), dessen Fraktion den Antrag gestellt hatte, die endgültige Entscheidung in den Rat zu holen, wies die Behauptungen zurück: Die CDU bemängele immer nur dann schlechten Stil, wenn sie von anderen kritisiert werde, entgegnete er. Im Übrigen sei es „ein völlig normaler Vorgang, dass die Entscheidung eines Ausschusses vom Rat überstimmt wird“.

Aufgrund der emotional geführten Diskussion schlug Bürgermeister Dr. Bert Risthaus vor, die Sitzung zur fraktionsinternen Entscheidungsfindung zu unterbrechen und zur Sachfrage zurückzukehren, wem die Trägerschaft für die neue Einrichtung zugesprochen werden soll.

Einrichtung soll zum 1. August fertig sein

Die neue, dritte Kita in Herbern soll an der Straße „Auf den Äckern“, unweit des Jochen-Klepper-Hauses, gebaut werden. Das Areal sei im Besitz der politischen Gemeinde, bestätigte Fachbereichsleiter Helmut Sunderhaus auf WN-Anfrage. Die Gemeinde führe Gespräche mit zwei Anbietern, die nach eigenen Angaben in der Lage seien, die Kita in Modul- beziehungsweise Containerbauweise bis zum 1. August fertigzustellen. Miete und Betriebskosten übernehme die politische Gemeinde. In Herbern werden über 40 zusätzliche Kita-Plätze benötigt, führte Sunderhaus aus. Sowohl der Evangelische Kirchenkreis als auch die Jugendhilfe Werne hatten in der Ratssitzung zugesichert, den Betrieb zum 1. August aufnehmen zu können. Ebenso klärten sich beide dazu bereit, die Trägerschaft in Zukunft gegebenenfalls auch an einem anderen Standort in Herbern weiterzuführen.

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