Umspannwerk Ascheberg
Herz und Kopf des Stromnetzes

Ascheberg -

Die Westnetz hat die Ascheberger Schaltzentrale, das Umspannwerk an der Altefeldstraße, für die Notwendigkeiten moderner Netze umgebaut und nun das Ergebnis vorgestellt.

Mittwoch, 05.07.2017, 10:07 Uhr

Die Westnetz-Mitarbeiter Egbert Petermann (dunkles Hemd) und Michael Mühlenkamp stellten das Umspannwerk vor.
Die Westnetz-Mitarbeiter Egbert Petermann (dunkles Hemd) und Michael Mühlenkamp stellten das Umspannwerk vor. Foto: hbm

Wenn Strom durch Kabel und Leitungen fließt, handelt es sich nicht mehr um eine Einbahnstraße. Weil überall regenerative Energie eingespeist wird, fließt der Strom in beide Richtungen. Trennt ein Bagger mal ein Kabel, wird der Strom von der anderen Richtung geliefert. Die Westnetz hat die Ascheberger Schaltzentrale, das Umspannwerk an der Altefeldstraße, für diese Notwendigkeiten umgebaut. 1,6 Millionen Euro investierte innogy in die äußerlich unscheinbare Anlage, von der aus Strom in die drei Orte fließt. „Das müsste für die nächsten Jahre reichen“, ist Projektleiter Egbert Petermann sicher. Netzbetriebsleiter Michael Mühlenkamp ergänzt: „Wenn hier in der Nähe kein großer Windpark entsteht.“ Gemeinsam stellten sie zum Abschluss der Arbeiten bei einem Pressetermin das Umspannwerk vor.

Strom ist nicht gleich Strom. An der Altefeldstraße wird er von 110 000 auf 30 000 oder 10 000 Volt transformiert. In den Ortsnetzstationen wird er zu 400 Volt umgespannt, die beim Verbraucher ankommen. Dort, wo Photovoltaikanlagen und Windräder Energie einspeisen, läuft dieser Prozess auch in die andere Richtung. Egal, wohin der Strom gerade fließt, im Netz muss eine gleichmäßige Spannung herrschen. Dafür müssen nicht nur die Trafos, ein übergroßes Exemplar wurde im Mai 2016 geliefert und eingebaut, funktionieren, auch alle anderen Gerätschaften inklusive der Kontrollgeräte. „Mit dem Umbau haben wir die Anlage auf den technisch neuesten Stand gebracht. Sie wird von der Netzleitstelle in Arnsberg rund um die Uhr überwacht und ferngesteuert. So können die Kollegen in der Netzleitstelle jederzeit die Auslastung der Umspannanlage prüfen und gegebenenfalls eingreifen“, erläutert Petermann. Ein Beispiel für die neueste Technik ist das vergleichsweise kleine Schalthaus mit einer Innenraum-Schaltanlage. Ihre Gasisolierung hilft Platz zu sparen, denn eine Freiluftanlage würde 300 Quadratmeter benötigen. Neu angebunden wurden auch zwei 30 000 Volt-Kabel von Drensteinfurt nach Ascheberg. Damit ist die Leistung verdoppelt und mehr Kapazität fürs Einspeisen von regenerativer Energie vorhanden. Neu wurde auch die Schutz- und Leittechnik für die 10 000-Volt-Anlage. Und dann eben der schon angesprochene Trafo. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger wandelt er Strom von 110 000 auf 30 000 Volt um, so dass er durch die neuen Kabel nach Drensteinfurt fließen kann.

Eine Runde durch das Umspannwerk darf nur mit Helm gedreht werden, überall sind Sicherheitshinweise zu lesen. Sich an der Altefeldstraße zu bewegen, verlangt Konzentration. „Ich bin froh, dass alle Bauarbeiten ohne Unfall über die Bühne gegangen sind“, sagt Petermann. Für den Verantwortlichen fürs Netz, Michael Mühlenkamp, ist das Ergebnis natürlich in der Alltagsarbeit eine Hilfe: „Für den Netzbetrieb ist das natürlich von Vorteil. Damit ist die höchste Versorgungssicherheit gewährleistet. Die Fernsteuerung aus Arnsberg ist für mein Team aus Lüdinghausen eine Unterstützung für den zuverlässigen und sicheren Netzbetrieb.“

Die Anlage wird von der Netzleitstelle in Arnsberg rund um die Uhr überwacht und ferngesteuert.

Egbert Petermann
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