Kettensägen-Künstler
Rekord für einen kurzen Augenblick

Herbern -

Er nennt sich selbst „Onkel Krach“ - ohne Lärm wird Andreas Stentrup allerdings keine Kunstwerke erschaffen, denn sein Werkzeug ist eine Kettensäge.

Freitag, 18.08.2017, 20:08 Uhr

Die Arbeit am Rekord-Bär von  Barßel war für den Herberner Kettensägenkünstler Andreas Stentrup ein tolles Projekt. Kerstin Hohenhövel trägt das Hobby von Freund Andreas Stentrup mit und verziert seine Werke.
Die Arbeit am Rekord-Bär von  Barßel war für den Herberner Kettensägenkünstler Andreas Stentrup ein tolles Projekt. Kerstin Hohenhövel trägt das Hobby von Freund Andreas Stentrup mit und verziert seine Werke. Foto: privat

In Urlaub fahren, um dort zu arbeiten – für Andreas Stentrup ist diese Mischung die beste Erholung, die er zum Leben braucht. Gerade erst ist „Onkel Krach“, wie sich der Herberner selbst nennt, aus Dänemark zurück. Dort hat er natürlich nicht am Stand gelegen, sondern lieber Adler und Schildkröten geschnitzt. „Dabei kann ich mich total entspannen“, atmet Stentrup tief durch.

Seine Freundin Kerstin unterstützt ihn nach Kräften. Sie nimmt selbst das Schlafen auf Werkzeugkisten im Auto und wenig Komfort in Kauf. Doch untätig rumzusitzen, ist für die 28-Jährige auch nichts. Sie nutzt die Zeit um die Holzschnitzereien ihres Freundes zu veredeln. So brennt sie mit einem Eisen Kreise auf den Schildkröten-Panzer, den ihr Freund zuvor ausgesägt hat. „Das kann unter Umständen auch mal zwei Stunden dauern. Je nach Größe“, stellt Kerstin Hohenhövel fest.

Seit knapp zehn Jahren befasst sich Andreas Stentrup intensiv mit der Kettensägenkunst, von kleinen Schildkröten und Wildschweinen bis hin zu Adler, Geier oder Bär gibt es nichts, was er noch nicht mit seiner Motorsäge ausprobiert hat. „Für die verschiedenen Arbeitsschritte gibt es auch unterschiedliche Sägen“, verrät Andreas.

Andreas Stentrup, Künstler mit Kettensäge

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  • Andreas Stenrtrrup fertigt Kunstwerke mit der Kettensäge Foto: privat
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Im Frühjahr hat er seinen Freund und Lehrer Steffen Merla aus Ostfriesland unterstützend zur Seite gestanden. Hier galt es einen Bären für das Guinness-Buch der Rekorde zu bauen. Die Kinder der Förderschule „Soeste-Schule-Barßel“ hatten dieses Projekt auf den Weg gebracht. Stentrup nahm sich eine Woche Urlaub und legte los. Der Rekord wurde geschafft, ein zehn Meter hoher Bär aus 40 Kubikmetern Holz wurde erbaut. „Leider hielt er nur ein paar Tage, dann war er schon wieder gebrochen. Aber das ist egal, den Kindern hat es riesigen Spaß gemacht und mir auch“, erzählt Stentrup.

Für seine Kunstwerke verwendet Stentrup unterschiedliche Holzarten. Am liebsten sei ihm die gute alte Eiche. „Dieses Holz ist feinfaserig und ungemein haltbar.” Gift ist für jede seiner Skulpturen - egal aus welchem Holz sie sind - trockene Heizungsluft. „Holz trocknet durch die Wärme aus, wird spröde und reißt.” Seine Holzskulpturen seien für draußen gemacht und dementsprechend mit einem Lack imprägniert. Irgendwie passt das auch: Ein Adler, selbst wenn er nur aus Holz ist, kommt umgeben von der Natur doch erst richtig zur Geltung.

Wenn die Motorsäge dröhnt und Holzspäne fliegen, dann ist das entspannend.

Andreas Stentrup

Wer sich selbst einmal mit der Kettensägenkunst verwirklichen möchte hat demnächst die Gelegenheit dazu. Stentrup wird bei der VHS einen Kursus hierfür anbieten. Fünf Plätze können belegt werden, Kettensäge und sonstiges Werkzeug hierfür wird für die Teilnehmer bereit gestellt. Anmeldungen für den Workshop werden Anfang September bei der VHS Lüdinghausen entgegen genommen.

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