Stammzellen-Spender
Sein Blut kann ein Leben retten

Ascheberg -

Sebastian Kaiser unterzieht sich am Montag einer Stammzellen-Entnahme. Damit kann der Ascheberger das Leben eines Blutkrebspatienten retten. Für den Fußballer ist so viel Fairplay selbstverständlich: „Wer anderen nicht hilft, kann auch nicht erwarten, dass ihm mal geholfen wird.“

Samstag, 09.09.2017, 07:09 Uhr

Einsatz nicht nur als Fußballer: Sebastian Kaiser, der sich in Lüdinghausen (kleines Bild) typisieren ließ, stellt sich als Stammzellen-Spender zur Verfügung.
Einsatz nicht nur als Fußballer: Sebastian Kaiser, der sich in Lüdinghausen (kleines Bild) typisieren ließ, stellt sich als Stammzellen-Spender zur Verfügung. Foto: Ralf Aumüller

Er hat Energie, Ausdauer – und das Herz am rechten Fleck. Sebastian Kaiser zeigt aber nicht nur als Fußballer die richtige Einstellung. Denn das Leben bedeutet mehr als 90 Minuten auf dem Platz. Jenseits des Spielfeldes beweist der Linksaußen, der aktuell bei GW Amelsbüren spielt, ebenfalls was Fairplay ist: Denn am Montag stellt sich der Ascheberger als Stammzellenspender zur Verfügung.

Für Entnahme keine Narkose nötig

Am Sonntag steuert er dazu mit Freundin Chiara Köln an. Das Hotel ist gebucht, denn am Montag um 7.30 Uhr muss der 30-Jährige in der Klinik am Media Park sein. Dort steht aber keine OP auf dem Plan, bei der die Stammzellen aus dem Beckenkamm entnommen werden. Dieser Eingriff, so Christian Khalil als ein Sprecher der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei), ist nur noch in rund 20 Prozent der Fälle nötig. Für Kaiser wäre der Eingriff unter Narkose aber ebenfalls keine Hürde gewesen: „Ich habe für beide Verfahren unterschrieben.“

Grippe-Symptome in der Vorbereitung

Der Mittelfeldspieler, der für Ascheberg, Davensberg und Nordkirchen pöhlte, unterzieht sich einer peripheren Stammzellenentnahmen. Die Prozedur dauert rund fünf Stunden und läuft ähnlicher einer Blut(plasma)-Spende ab. Sollte im ersten Anlauf nicht genug Gewebematerial zusammenkommen, muss der junge Mann noch einmal an die beiden Kanülen gelegt werden. Auch die Vorbereitung war nicht ohne: Vier Tage lang muss sich Kaiser vor dem Klinikbesuch den Botenstoff G-CSF spritzen, um die Entnahme zu erleichtern. Als Begleiterscheinung treten dabei Symptome wie bei einer Grippe auf.

Die peripheren Stammzellen werden in einer Kölner Klinik entnommen.

Die peripheren Stammzellen werden in einer Kölner Klinik entnommen. Foto: DKMS

Übrigens wenn das DRK in die Ascheberger dazu aufruft, sich Lebenssaft abzwacken zu lassen, ist Kaiser ebenfalls häufig dabei. Sein Motto: „Wer selbst nicht hilft, kann auch nicht erwarten, dass ihm mal geholfen wird.“

Empfänger bleibt anonym

Wem seine Hilfe zugute kommt, erfährt der Spender nur ganz oberflächlich: Geschlecht, Alter und Land des Empfängers werden von der DKMS, die den gesamten Prozess mit Partnerorganisationen in der ganzen Welt durchführt, weitergegeben. Wenn der Blutkrebspatient, der die passenden Stammzellen ersehnt, sich nach Ablauf einer zeitlichen Frist melden möchte, muss dieser Schritt von ihm ausgehen.

Bei der Typisierung in Lüdinghausen für die kranke Mathilda war Sebastian Kaiser auch dabei.

Bei der Typisierung in Lüdinghausen für die kranke Mathilda war Sebastian Kaiser auch dabei. Foto: frö

Typisierung für die kleine Mathilda

Für den Ascheberger schließt sich mit seinem Einsatz ohnehin ein Kreis. 2012 war er einer von 3255 Freiwilligen, die sich für die kranke und inzwischen wieder gesunde Mathilda in Lüdinghausen typisieren ließen. Damit gelangte seine Probe in die große Datei – und schlummerte dort, bis jetzt ein Patient auf Zellen mit genau diesen Merkmalen wartete.

Sebastian Kaiser kam aus dem Italien-Urlaub, als ein Paket der DKMS eingetrudelt war. Er zögerte keine Sekunde, diesen Pass als Lebensretter zu verwandeln.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5135916?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Die Römer sind auf dem Vormarsch
Angriff!Grimmig gucken können die Freizeit-Legionäre Ralf Koritko, Carsten Kraft und Niels-Benjamin Hahn (v.l.) schon. Wilfried Gerharz Wilfried Gerharz
Nachrichten-Ticker