„Tag des offenen Denkmals“
Seltene Einblicke sind begehrt

Ascheberg/Herbern -

Erstmals war Schloss Itlingen beim „Tag des offenen Denkmals“ vertreten. Die Möglichkeit, das adlige Anwesen kennen zu lernen, zog viele Besucher an. In der Pfarrkirche St. Lambertus konnte der Turm bestiegen werden und es gab Erläuterungen zum Gemälde im Hochaltar.

Montag, 11.09.2017, 16:09 Uhr

Schloss Itlingen  zog die Besucher beim „Tag des offenen Denkmals“ in Scharen an. Baron Hermann Freiherr von Nagel führte sie auch durch das Innere des Anwesens.
Schloss Itlingen  zog die Besucher beim „Tag des offenen Denkmals“ in Scharen an. Baron Hermann Freiherr von Nagel führte sie auch durch das Innere des Anwesens. Foto: iss

Großes Echo auf verborgene Einblicke: Viel zu sehen gab es am Sonntag beim „ Tag des offenen Denkmals “. Neben einer Turmbesteigung der St.-Lambertus-Kirche und der Geschichte des Ölgemäldes von Abraham Bloemaert , das über dem Hochaltar hängt, war auch Schloss Itlingen bei diesem Tag vertreten. Die Resonanz war enorm. Mehrere Hundert Gäste nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen des historischen Gemäuers zu schauen. Das Anwesen war erstmals beim bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ unter dem Leitthema „Macht und Pracht“ vertreten, das Interesse an Führungen war von Anfang an riesig.

„271 Anmeldungen liegen uns vor“, sagte Edith Budde vom Herberner Heimatverein. Doch der Hausherr, Baron Hermann Freiherr von Nagel der höchstpersönlich die Führungen übernahm, sah es gelassen, wenn sich auch jemand nicht vorher angemeldet hatte. „Es wird keiner wieder weggeschickt. Das bekommen wir schon hin.“

Es wird keiner wieder weggeschickt.

Baron Hermann Freiherr von Nagel, Hausherr von Schloss Itlingen

Bei den Führungen durch das historische Gemäuer mit dem Rittersaal und der Schlosskapelle hatten Besucher Gelegenheit, Geschichte hautnah zu erleben. Das Haus Itlingen lässt sich nicht eindeutig als Schloss oder Burg einordnen. „Bei Schloss-Kennern gilt Itlingen auch als Dornröschenschloss“, sagte Lambert Feldhaus vom Herberner Heimatverein. Erstmals erwähnt wurde das Herrenhaus im 13. Jahrhundert. Die Familie Nagel hat bereits seit 1554 ihren Sitz in Herbern-Forsthövel. Das Herrenhaus ist als Dreiflügelanlage angelegt worden. Der Mitteltrakt und der linke Seitenflügel mit Eckturm stammen dem Jahr 1680. Vor rund 260 Jahren wurde es von dem Architekten Johann Conrad Schlaun im Barockstil umgebaut und erhielt seine Hufeisenform (ein Mittelbau mit zwei Flügeln), an deren äußeren Flanken Rundtürme den Abschluss bilden.

Das Schloss wird heute nur noch für besondere Anlässe von der Familie von Nagel benutzt. „Wichtig ist es, dass es draußen nicht wärmer als drinnen ist. Der offene Kamin kann die Räumlichkeiten höchstens auf 15 Grad aufheizen. Mehr ist nicht drin. Die Wände sind 4,80 Meter hoch“, sagte der Baron während seiner Führung.

Denkmal-Tag auf Schloss Itlingen

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  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ zog viele Besucher auf Schloss Itlingen und an der Pfarrkirche St. Lambertus an. Foto: iss
  • Altar-Gemälde St. Lambertus-Kirche

    Foto: iss
  • Denkmal-Tag in Pfarrkirche St. Lambertus

    Foto: iss
  • Denkmal-Tag in Pfarrkirche St. Lambertus

    Foto: iss
  • Denkmal-Tag in Pfarrkirche St. Lambertus

    Foto: iss

Die Gäste durften nun die teilweise noch sehr gut erhaltenen Räume des Herrenhauses besichtigen und erfuhren neben geschichtlichen Dingen aus vergangenen Zeiten auch etwas aus der heutigen Zeit. Zweimal wurde das Anwesen von Itlingen sogar für Dreharbeiten genutzt. „Rivalen der Rennbahn“ und „Alles Glück dieser Erde“ seien zwei Serien mit jeweils 13 Folgen gewesen, „in denen unser Schloss zu sehen war“, erzählte der Baron.

Im Anschluss an die Führung im Haupthaus bestand für die Besucher noch die Möglichkeit, einen Blick in die Schlosskapelle werfen. Lambert Feldhaus erzählte dort noch kurz ein paar Details zum Gebäude und dessen Nutzung.

Ein paar Kilometer entfernt war auch in der St.-Lambertus-Kirche reger Betrieb beim „Tag des offenen Denkmals“ zu verzeichnen. In regelmäßigen Abständen betraten Besucher die Pfarrkirche. Architekt Bernhard Kröger wie auch Pastoralreferent Ralf Wehrmann hatten an dem Nachmittag allerhand zu tun. Viele Ascheberger, die im vergangenen Jahr nicht auf den Kirchturm gestiegen waren, nutzten die Gelegenheit, einen Blick aus luftiger Höhe zu genießen. Während die einen hoch hinaus kletterten, gab Pastoralreferent Ralf Wehrmann zeitgleich im vorderen Teil des Kirchenschiffs Einblicke in die Geschichte, die man aus dem ungewöhnlichen Gemälde von Abraham Bloemaert erschließen kann. Zu sehen auf dem Bild über dem Hochaltar sind Jesus und die Samariterin am Jakobsbrunnen. Vor 58 Jahren wurde es zusammen mit dem Altar in den Niederlanden gekauft. Das Bild verschwand wegen Nichtgefallens in der Versenkung, zeitweise hing es an der Orgelbühne. Vor vier Jahren wurde das Ölgemälde des holländischen Malers (1564 bis 1651) aufwendig restauriert und ziert seitdem den Hochaltar.

Wehrmann analysierte das Bild auf Grundlage der Broschüre des Caspar Stahl, die von der Geschwister- Fritz-Stiftung herausgegeben wurde. Keine Geheimnisse blieben offen, auch nicht dass ein ehemaliger Pfarrer durch den prächtigen Oberschenkel der Samariterin abgelenkt gewesen sei. Elisabeth Beutelmann sowie Dieter und Juliane Horstmann waren drei der insgesamt rund 70 Besucher an dem Sonntagnachmittag. „Herr Wehrmann hat die Analyse sehr gut und interessant ´rübergebracht. Wir kennen das Bild vor und nach der Restauration“, sagte Juliane Horstmann. „Etwas zu dunkel ist es für meinen Geschmack, aber sonst ist es schon ein interessantes Gemälde“, ergänzte Elisabeth Beutelmann.

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