Zu gefährlich und nur für Männer
Raumangebot reicht nicht mehr

Davensberg -

Umkleiden in der Fahrzeughalle – mittlerweile verboten. Frauen in der Feuerwehr – mittlerweile Alltag. Das sind zwei Gründe, warum das Feuerwehrgerätehaus in Davensberg umgebaut und erweitert werden muss.

Mittwoch, 11.10.2017, 20:10 Uhr

Das Feuerwehrgerätehaus In Davensberg soll zur Schule hin erweitert werden. Unten werden sich dann die Männer umkleiden, oben wird Platz für die Jugendfeuerwehr geschaffen. Die Frauen erhalten einen eigenen Bereich im nebenstehenden Gebäude rechts neben den Fahrzeughallen.
Das Feuerwehrgerätehaus In Davensberg soll zur Schule hin erweitert werden. Unten werden sich dann die Männer umkleiden, oben wird Platz für die Jugendfeuerwehr geschaffen. Die Frauen erhalten einen eigenen Bereich im nebenstehenden Gebäude rechts neben den Fahrzeughallen. Foto: hbm

Nach 25 Jahren ist das Feuerwehrgerätehaus Davensberg an seine Grenzen gestoßen. Das Umkleiden hinter den Fahrzeugen in der großen Halle entspricht nicht mehr den Vorschriften. Ein tragischer Unfall hat hier für andere Vorgaben gesorgt. In Davensberg trennen aktuell provisorische Barrieren Fahrzeughalle und Umkleidebereich. Dass Frauen sich in den Dienst der Wehr stellen, war 1991 kein Thema. Deswegen gibt es für sie weder getrennte Umkleide- noch Sanitärräume. Und die holzverkleideten Decken entsprechen ebenfalls nicht mehr den Vorschriften.

Bei zwei Treffen hatte ein sogenannter Lenkungsausschuss, in dem sich Feuerwehr , Politik und Verwaltung hinter verschlossenen Türen trafen, mit Architekt Bernhard Kröger die Weichen gestellt. Eingebunden war in den Vorgesprächen die Unfallkasse, deren Vorgaben zwingend zu erfüllen sind. Herausfordernd war das Bereitstellen ausreichender Alarmparkplätze, weil der Platz begrenzt ist und durch einen Anbau noch verkleinert wird. Das Paket, das Kröger am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss vorstellte, kostet die Gemeinde rund 870 000 Euro.

„Diese Investition ist nötig, weil sich Vorschriften geändert und Frauen neu in die Wehr eingetreten sind“, sprach sich Johannes Waldmann (SPD) für die Maßnahme aus. Es sei auch richtig, in jedem Ort einen Löschzug vorzuhalten, weil Einsatzorte so schneller erreicht würden als wenn nur eine Wehr im Hauptort sitze. Das unterstützte Volker Müller-Middendorf für die UWG: „Wir brauchen eine Wehr in Davensberg. Die Erweiterungen sind notwendig.“ Ludger Wobbe (CDU) hatte neben Zustimmung die Kosten im Blick. Ihn störte, dass es zwischen 500 000 Euro im Haushalt und nun errechneten Kosten von 870 000 Euro eine große Differenz gebe: „Da hätte man als Platzhalter besser einen Euro eingesetzt.“ Dem widersprach Klaus an Roje, Fachbereichsleiter Wohnen und Bauen: „Wir haben dort einen Betrag eingesetzt, um bei Bedarf auch vorzeitig beginnen zu können. Bei einem Euro wäre das so nicht möglich.“

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