Sandstraße Ascheberg
Gegenverkehr für alle Vorschläge

Ascheberg -

Die Diskussion zur Sandstraße polarisiert. Etwa bei der Fußgängerzone, die mal Traum, mal Albtraum ist.

Montag, 30.10.2017, 20:10 Uhr

Die Sandstraße und  eine Umfrage
Die Sandstraße und  eine Umfrage Foto: Christ

Die Sandstraße wird verkehrsberuhigt! Tatsächlich. Der Titel in den „Westfälischen Nachrichten “ lautet: „1,8 Millionen Mark für Sicherheit der Bürger“. Richtig, die Rede ist von der guten alten Deutschen Mark. Schließlich ist die Schlagzeile schon verstaubt. Sie wurde am 11. Februar 1993 geschrieben, einen Tag nach dem ersten Spatenstich für die monatelangen Arbeiten an der Ascheberger Hauptschlagader durch Bürgermeister Dieter Heineke .

Heute ist klar: Nach zahlreichen Flick- und Saniermaßnahmen ist es nicht ruhiger geworden. Die Haupt-Geschäftsstraße ist auch durch die – so nennt es Bürgermeister Dr. Bert Risthaus – größte basisdemokratische Aktion nicht aus den Diskussionsrunden verschwunden. Der WN-Bericht über unverantwortliches Parken auf der Sandstraße hat dafür gesorgt, dass erneut leidenschaftlich diskutiert wird. Dabei polarisiert die Straße. Ein großer Teil der Menschen möchte alles so lassen, wie es ist, ein anderer Teil denkt über Fußgängerzone, Einbahnstraße und vor allen Dingen über striktere Vorschriften fürs Parken nach. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Umfrage in der WN-Facebook-Gruppe „Ascheberg-Davensberg-Herbern“. Die Diskussion endet mit einem Statement von Stefan Artmann: „Die Frage, die mich nun umtreibt: War das alles jetzt nur eine Art Trockenschwimmen oder liest hier jemand von der Gemeinde mit und das bringt etwas Druck und handelnde Entscheider in die Sache? Alles klar. . . die Frage kann ich mir wohl selbst beantworten.“

Ganz so pessimistisch ist die Lage möglicherweise nicht. Denn den „Westfälischen Nachrichten“ liegt eine Mail aus dem Ascheberger Rathaus vor, in der wird darauf verwiesen, dass fast wöchentlich Vorschläge für die Sandstraße in der Verwaltung eintrudeln. Vorschläge, die sich teilweise widersprechen. Einer wolle mehr Poller, um Parken zu verhindern, anderen seien jetzt schon zu viele Poller aufgestellt. Der Verwaltungsvorstand werde sich mit dem Thema befassen.

Was 1993 als schön und ruhig angesehen wurde, hat sich für das Parken negativ ausgewirkt: Der höhengleiche Ausbau erlaubt es, dass Autos vermeintliche Gehwege zuparken. Das zwingt auch schwache Verkehrsteilnehmer auf die „Fahrbahn“.

Wie es weitergehen kann, beschreibt Dr. Rüdiger Vogt, Anhänger der Fußgängerzone, in einem Facebook-Post: „Eine Fußgängerzone: Ein Traum! Kinder könnten herumflitzen, ohne auf Autos achten zu müssen. Ascheberg bekäme eine „Gute Stube“. Doch bevor die Idee einseitig behandelt wird, sollte erst einmal das Für und Wider gesammelt werden. Danach nach Lösungen der Probleme suchen.“

Das wichtigste Argument gegen einen Fußgängerzone wird in einer Zusatzoption deutlich, die ein Nutzer der Umfrage hinzugefügt hat. „Die Sandstraße soll Fußgängerzone ohne Geschäfte werden.“ Die Sorge vor Leerstand wird immer wieder thematisiert und auf Beispiele aus Städten verwiesen.

Am Ende erinnert man sich vielleicht an eine Diskussion aus dem Jahr der obigen Schlagzeilen. Dort hatten Verkehrsplaner darauf verwiesen, dass ihnen in 35 Jahren noch kein Beispiel untergekommen sei, bei dem Menschen vernünftige Verkehrslösungen ohne Probleme mitgetragen hätten. Schon damals wurde gefragt, welche Art von Verkehr die Sandstraße besonders belaste: Durchgangsverkehr oder Einkaufsverkehr. Solche Fragen kann die hitzige Diskussion im Moment nicht beantworten.

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