Grundschule Davensberg
Zwei Küchen in einer Schule

Davensberg -

Zwei Küchen in der Zwergschule – müssen am Standort Davensberg tatsächlich zwei Küchen sein?

Donnerstag, 04.01.2018, 08:01 Uhr

Zwei Küchen(zeilen)  sind in der Davensberger Grundschule entstanden. Der Fachausschuss besichtigte sie neulich.
Zwei Küchen(zeilen)  sind in der Davensberger Grundschule entstanden. Der Fachausschuss besichtigte sie neulich. Foto: hbm

Eine Schule, eine Küche – über Jahrzehnte reichte in der Grundschule des Davertdorfes ein Küchenzeile, um Kinder bei der Übermittagsbetreuung, Blutspender nach der guten Tat und Besucher des Kunst- und Hobbymarktes zu versorgen. Als die Geräte nun aber in die Jahre gekommen waren, drängte nach Mitteilungen der Gemeinde Ascheberg der Kreis Coesfeld schon länger auf eine neue Küche. Das Sanieren ist inzwischen abgeschlossen. Ergebnis: Im Erdgeschoss wurde für 25 000 Euro eine Küche für die Übermittagsbetreuung geschaffen, im Keller eine Küchenzeile für die Vereinsnutzer, aber auch schulische Zwecke geschaffen. Kostenpunkt 10 000 Euro. Die Ascheberger Verwaltung verwies bei einem Rundgang der Politiker auf die gesetzliche Notwendigkeit, zwei Küchenzeilen zu schaffen. Weil aus den Vereinsreihen der Widerspruch gegen diese Darstellung nicht nachlässt, haben die WN beim Kreis Coesfeld nachgefragt. Welche Paragrafen erfordern die getrennten Küchen?

Dieter Milling vom Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld kann nicht auf einen Paragrafen, der die doppelte Küche erfordert, verweisen: „Das ist ein komplexeres Prozedere.“ Der Kreis habe große Bedenken gehabt, was das gemeinsame Nutzen der Küche für die gemeinschaftliche Verpflegung von Übermittagskindern und Vereinszwecken angehe. In Gesprächen mit der ÜBM sei man zu dem Schluss gekommen, keine Fremdnutzung zuzulassen. Dahinter steht die Sorge, wer die Verantwortung trägt, sollte einmal jemand durch das Essen erkranken.

Wer sich in die Welt der Schulküchen hereindenken möchte, muss in den „Muster-Hygieneplan für Schulen“ hineinschauen. Auf zehn Seiten wird § 36 des Infektionsschutzgesetzes erläutert und beschrieben, wie er in einen Hygieneplan umgesetzt wird. Unter dem Stichwort Risikominimierung ist zu lesen, dass Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen festgelegt werden sollten. Es werden Einmalhandtücher empfohlen, das Verwenden von Flüssigseife, separate Toiletten und mehr. Es braucht ferner einen Beauftragten, der regelmäßig kontrolliert und schriftlich dokumentiert.

Ein konkretes Beispiel aus dem Muster-Hygieneplan: „3.2 Eine Händedesinfektion . . . ist erforderlich, bei Arbeitsbeginn, nach Husten, Niesen in die Hand, nach jedem Gebrauch eines Taschentuchs, nach Pausen, nach dem Toilettenbesuch, nach Schmutzarbeiten, nach Arbeiten mit kritischer Rohware, zum Beispiel rohes Fleisch, Geflügel.“ Im weiteren Verlauf geht es bei der Trinkwasserhygiene um die Legionellaprophylaxe. Je länger die Liste wird, desto eher sind die Behörden-Bedenken verständlich.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5397920?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Schon 700 Beweis-Versuche
"Bielefeld-Verschwörung": Schon 700 Beweis-Versuche
Nachrichten-Ticker