Automatisches Notrufsystem wird ab 1. April Standard:
Beim Unfall ruft das Auto Hilfe

Ascheberg -

In den vergangenen Wochen ist die Ascheberger Feuerwehr bereits zwei Mal durch den automatischen Notruf eines Pkw angefordert worden. Diese eCall-System wird ab 1. April in Neuwagen Pflicht.

Freitag, 12.01.2018, 17:01 Uhr

Automatisches Notrufsystem wird ab 1. April Standard:: Beim Unfall ruft das Auto Hilfe
Durch automatische Übertragung der GPS-Daten über das Mobilfunknetz kann der genau Standort eines verunglückten Autofahrer von den Rettungskräften angesteuert werden. Foto: Colourbox/Jürgen Christ

Für die meisten Auto- und Motorradfahrer klingt es bisher noch wie Zukunftsmusik. Doch in wenigen Wochen wird eCall (Emergency Call) Wirklichkeit. Denn die Fahrzeug-Hersteller sind ab 1. April verpflichtet, in sämtliche neue Modelle ihrer Pkw und leichten Nutzfahrzeuge das europaweite automatische Notrufsystem einzubauen. Der Ascheberger Feuerwehr sind die ersten Vorboten der noch relativ neuen Technik bereits begegnet. In den vergangenen Wochen wurden die Kameraden bereits zwei Mal über eine im Pkw eingebaute Telematikbox automatisch angefordert. Zuletzt am vergangenen Samstag.

„Den ersten Einsatz hatten wir schon im Dezember, bei einem Unfall auf der Autobahnauffahrt. Dort sind zwei Fahrzeuge kollidiert“, erinnert sich Wehrführer Rainer Koch . Durch die Wucht des Aufpralls sei der Airbag eines BMW ausgelöst worden. Dadurch habe die im Wagen verbaute Telefoneinheit selbstständig ein Notrufsignal zum firmeneigenen Callcenter ausgelöst. Von dort wurde dann über die Leitstelle Coesfeld der Löschzug Ascheberg alarmiert.

Vor allem in abgelegenen Gebieten kann es sein, dass ein bewusstloser verunfallter Autofahrer erst nach Stunden entdeckt wird.

Wehrführer Rainer Koch

Der zweite von einem Pkw automatisch ausgelöste Einsatz ereignete sich am Samstag, als die Wehr in den Bereich Schnittmoor gerufen wurde. „Die Leitstelle erfährt bei dem Notruf auch die genauen Koordinaten des Unfallortes“, weist Koch darauf hin, dass die Telematikbox die GPS-Daten über das Mobilfunknetz übermittelt. Im Schnittmoor wurden die Kameraden der drei alarmierten Löschzüge allerdings nicht fündig. Dort bestand der Verdacht, dass sich der Fahrer eventuell nach einem Wildunfall vom Unfallort entfernt hatte.

In diesem Fall also: „Außer Spesen nichts gewesen. . .“ Dennoch begrüßt der Wehrführer das von der Europäischen Union demnächst vorgeschriebenes automatisches Notrufsystem: „Bei Unfällen auf der Autobahn sind in der Regel genug Leute da, die mit ihrem Handy einen Notruf absetzen können. Hier auf dem Land, vor allem in abgelegenen Gebieten wie Schnittmoor, kann es aber sein, dass ein bewusstloser verunfallter Autofahrer erst nach Stunden entdeckt wird“, nennt Koch einen entscheidenden Vorteil des eCall-Systems. „Bisher kocht jeder Hersteller noch mit einem eigenen System sein Süppchen. Ab April soll eine zentrale Regelung geschaffen werden“, weiß der Wehrführer.

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„Laut EU können mit eCall in Europa jährlich 2500 Menschenleben gerettet und die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Personen deutlich verringert werden. Dazu soll die Rettungskette verbessert werden“, teilt der ADAC mit. Das System stellt eine Telefonverbindung über die Rufnummer 112 her.

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