Schadensbilanz aus den Wäldern
Friederike fällt viele Fichten

Ascheberg -

Friederike war nicht Kyrill, aber sie war als Orkantief besonders zu Fichten fies. Die fielen auch flächig.

Samstag, 27.01.2018, 15:01 Uhr

 
  Foto: Storksberger

Friederike war nicht Kyrill, das Orkantief hat in den heimischen Wäldern allerdings viele Spuren hinterlassen. Besonders betroffen von den Böen waren Fichten, die in einigen Bereichen auf größeren Flächen gefallen sind. Waldbesitzer sprechen von Schäden in Höhe eines Jahreseinschlags, erwarten bei den Holzpreisen aber keine Einbrüche.

Friederike und Fichten vertrugen sich nicht, was zu den größten Schäden geführt hat. Revierförster Hubert Richter aber blickt relativ entspannt in den staatlichen Wald: „Wir haben kaum noch größeren Fichtenbestände. Um Nordkirchen herum war das der Fall. Dort hat Friederike nun die Bäume umgeworfen, die bei Kyrill stehen geblieben sind“, berichtet der Fachmann auf WN-Anfrage. Ohne schon eine genaue Bestandsaufnahme in seinem Zuständigkeitsbereich „Münsterland“ gemacht zu haben, geht Richter von einem halben Jahreseinschlag als Sturmschaden aus.

Fichten in Hülsberge

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  • Waldschäden nach Friederike Foto: Storksberger
  • Waldschäden nach Friederike Foto: dk
  • Waldschäden nach Friederike Foto: Storksberger
  • Waldschäden nach Friederike Foto: Storksberger
  • Waldschäden nach Friederike Foto: Storksberger
  • Waldschäden nach Friederike Foto: Storksberger
  • Die Feuerwehr räumte erste Bäume weg

    Foto: hbm
  • Die Feuerwehr räumte erste Bäume weg

    Foto: hbm
  • Die Feuerwehr räumte erste Bäume weg

    Foto: hbm
  • Die Feuerwehr räumte erste Bäume weg

    Foto: hbm
  • Die Feuerwehr räumte erste Bäume weg

    Foto: hbm

Von einem ganzen Jahreseinschlag sprechen hingegen Dirk Schulze Pellengahr, Waldbauer aus der Davert, und Stefan Grünert , Rentmeister beim Grafen von Merveldt, dem die Westerwinkeler Wälder gehören. In der Davert ist das großflächige Umfallen von Fichten schon am Orkantag aufgefallen, denn die Feuerwehr sperrte den Rinkeroder Weg. Im Süden der Gemeinde ist eine Fläche in Hülsberge besonders stark betroffen. Dort war es am Orkantag übrigens brenzlig. „Ein Autofahrer kam aus Richtung Autobahn und konnte schon sehen, dass Fichten da lagen. Als er versucht hat durchzukommen, ist hinter ihm ein Baum gefallen. Der kam zum Hof und wollte, dass ich ihm mit dem Trecker helfe“, erzählt Bernhard Storksberger auch von der Mühe, die er hatte, den Mann von der Rückkehr zu seinem Auto abzuhalten: „Solange die Bäume purzeln, macht es keinen Sinn, mit dem Aufräumen anzufangen. Was hätte er auch machen wollen. Da gab es kein vor und zurück mehr.“

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Eine gewisse Gelassenheit ist auch Dirk Schulze Pellengahr zu eigen. Erst nach dem Sturm stehe eine große Runde um den Hof an. Außer Schäden bei Fichten hat der Waldbesitzer auch abgebrochene Kronen bei Laubholz festgestellt: „Da werden wir auch Eichen schlagen müssen.“

Die Verkehrssicherheit an den Straßen und Wegen ist inzwischen hergestellt. In die Wälder zu gehen, bleibt hochgefährlich. Wird in den staatlichen Forsten schon dort gearbeitet, wo es geht, warten Grünert und Schulze Pellengahr noch ab. Der Rentmeister erläutert: „Im Moment ist der Wald viel zu nass. So nass habe ich ihn bisher noch nicht erlebt. Das wird einige Zeit dauern, bis gearbeitet werden kann.“ Beim Staatswald ist der Druck größer, weil er häufig in Naturschutzgebieten liegt. „Da geht in der Brutzeit nichts“, informiert der Revierförster.

Dass vorwiegend Fichten gefallen sind, macht wenig Sorgen. „Die Sägewerke, die Nadelhölzer schneiden, sind nicht ausgelastet. Sie suchen Bäume“, weiß Revierförster Richter. Deswegen rechnen weder staatliche noch private Waldbauern mit Preiseinbrüchen beim Holz. „Dafür ist die Konjunktur zu gut“, glaubt Grünert.

Außerdem haben Waldbesitzer natürlich Einfluss auf den Holzmarkt. Richter berichtet für den Staatsforst, dass „wir unsere Jahrespläne natürlich überarbeiten und weniger Bäume fällen als zuerst angedacht war.“

Dass Friederike ihnen im Vergleich zu Kyrill nur ein blaues Auge verpasst hat, ist ihren Unterschieden geschuldet. Richter beschreibt Kyrill als „eine Wand, die alles niedergedrückt hat“. Schulze Pellengahr verweist auf eine andere Windrichtung: „Friederike kam von da, wo der Wind oft herkommt. Das sind die Bäume schon gewohnt.“

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Deler Saber ist Kurde und Deutscher Staatsbürger und hat früher in Bagdad gelebt und studiert. Vor über 20 Jahren kam er nach Deutschland, seit 2000 lebt er in Münster. Die Stadt, sagt er, sei zu seiner Heimat geworden, die er nicht mehr verlassen will.
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