Ascheberger Ausschuss einig
Inklusion wird angegangen

Ascheberg -

Teilhabe soll in Ascheberg gelingen – entsprechend vorsichtig taxierte der Fachausschuss beim festlegen des nächsten Schrittes.

Mittwoch, 14.02.2018, 20:02 Uhr

Die Teilhabe am Alltag ist für Menschen mit Hilfsbedarf schwierig, nicht nur wegen der sichtbaren Barrieren, sondern auch wegen der Barrieren im Kopf.
Die Teilhabe am Alltag ist für Menschen mit Hilfsbedarf schwierig, nicht nur wegen der sichtbaren Barrieren, sondern auch wegen der Barrieren im Kopf. Foto: hbm

Partizipation und Inklusion sollen in Ascheberg keine Lippenbekenntnisse sein. Nach einer konstruktiven Diskussion einigte sich der Fachausschuss auf einen dreiteiligen Beschluss: Es soll in der Gemeinde einen Inklusionsbeauftragten geben. Im Haushalt wird ein eigenes Produkt geschaffen und mit 10 000 Euro bestückt, die analog den Foren von Ascheberg Marketing eingesetzt werden können. Die Suche nach einer Person soll starten.

Das klarste Zukunftsbild zu dem Themenbereich trug Volker Müller-Middendorf (UWG) vor. Der Inklusionsbeauftragte werde vielfältig in den unterschiedlichsten Bereichen gefordert. Er müsse möglichst unabhängig sein und so viel Mitsprache wie möglich haben. Nur sachkundiger Einwohner in einem Ausschuss zu sein, greife zu kurz.

Für Hildegard Kuhlmann (CDU) war wichtig, dass die Aufgabe nicht von einem Verwaltungsmann übernommen wird: „Besser ist eine Person aus dem Alltag, ein Betroffener.“ Es gehe auch darum für das Themenfeld ein breiteres Verständnis zu schaffen. Unerlässlich, so Christian Ley (SPD) sei, dass es einen verantwortlichen Ansprechpartner in der Verwaltung gebe, aber die Position über eine externe Person abgebildet werde.

Karl-Heinz Bartsch, Vorsitzender des Seniorenbeirates und sachkundiger Einwohner in dem Ausschuss, begrüßte, dass ein Inklusionsbeauftrager nicht an einen Ausschuss gebunden werden soll. Aus eigenem Erleben wisse er, „dass Entscheidungen, die für Senioren getroffen werden, oft woanders getroffen werden.“ Er warnte davor, einen Inklusionsbeauftragten zu überfordern: „Das kann Frust erzeugen und dann geht der Schuss nach hinten los.“ Das beschrieb auch deutlich die Probleme des Ausschusses: Einerseits wollte er ein mutiges Zeichen für einen entschlossenen Aufbruch setzen, andererseits sollte die „Stellenbeschreibung“ nicht mit Wünschen und Aufgaben überfrachtet werden. So setzte sich auch das Anliegen von Müller-Middendorf durch, die Inklusionsaufgaben nicht mit den Herausforderungen des demografischen Wandels in einen Topf zu werfen.

Die Verwaltung ist noch in Gesprächen mit den unterschiedlichsten Einrichtungen, um an einem Aufgabenprofil für einen Inklusionsbeauftragten zu arbeiten und sich damit auf die Suche nach einer passenden Person zu machen. Aktuell läuft die Diskussion auf einen Ehrenamtler hinaus.

Wenn man zu viel will, kann man Frust erzeugen und dann geht der Schuss nach hinten los.

Karl-Heinz Bartsch
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