Landwirtschaftlicher Ortsverein Ascheberg
Kapitänsbinde überreicht

Ascheberg -

Als ausgesprochen schwierig gestalteten sich die Wahlen auf der Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Ascheberg.

Mittwoch, 28.02.2018, 08:02 Uhr

Der neue Ortsverbandsvorsitzende  Bernd Mersmann (Mitte) mit seinem Team, das sich das Ansehen der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Umrahmt werden sie von Kreislandwirt Georg Silkenbömer und dem Vorsitzenden des Kreisverbandes, Michael Uckelmann (links).
Der neue Ortsverbandsvorsitzende  Bernd Mersmann (Mitte) mit seinem Team, das sich das Ansehen der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Umrahmt werden sie von Kreislandwirt Georg Silkenbömer und dem Vorsitzenden des Kreisverbandes, Michael Uckelmann (links). Foto: ure

Als ausgesprochen schwierig gestalteten sich die Wahlen auf der Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Ascheberg. Dem bisherigen Vorsitzenden Georg Silkenbömer hat die Arbeit dermaßen viel Spaß gemacht, dass er seit dem Herbst eine Liga höher spielt und sich nun als Kreislandwirt dafür einsetzt, dass sein Berufsstand Rückhalt in der Bevölkerung hat, was er als existenziell bezeichnete. Eine Doppelfunktion kam für ihn nicht in Frage, und die sei auch überhaupt nicht erforderlich, denn an qualifizierten Köpfen für seine Nachfolge mangele es im Ortsverband keineswegs. Mit dieser Feststellung wurden die Hürden am Montagabend bei Frenking dann aber nicht aus dem Weg geräumt. Niemand der knapp 30 anwesenden Landwirte war zunächst bereit, die Kapitänsbinde zu übernehmen. Erst nach einer längeren Unterbrechung fand sich schließlich ein Weg aus dem Dilemma. Der bisherige Stellvertreter Bernd Mersmann rückt nun ins erste Glied vor und wird in den nächsten drei Jahren die Geschicke vor Ort leiten.

Genauso groß, wie die von ihm beschriebenen gesellschaftlichen Herausforderungen für die Landwirtschaft sind, war auch die Zufriedenheit, die Georg Silkenbömer bei dem Rückblick auf seine sechsjährige Tätigkeit als Ortsverbandsvorsitzender ausstrahlte. Dass er dabei regelrecht ins Schwärmen geriet, lag insbesondere „an dem guten Draht“, den er zur Gemeinde, zur Politik und zur Presse haben durfte. Auch bei heiklen Themen wie Schweineställe und Gülle sei es dabei immer zu Ergebnissen gekommen, „die uns in der Sache weitergebracht haben“. Darüber hinaus lobte er auch ausdrücklich das stets offene Ohr und die Flexibilität, die ihm im Rathaus entgegengebracht worden sei und wofür er sich bei Bürgermeister Dr. Bert Risthaus bedankte.

Dirk Heuckmann neuer Stellvertreter

Nach der Wahl von Bernd Mersmann zum neuen Vorsitzenden des Ortsverbandes Ascheberg wird nun Dirk Heuckmann dessen Stellvertreter sein. Schriftführer und Kassenwart bleiben Andreas Schröer und Marc Ellertmann. Unverändert sind auch die Bauerschaftsvertreter Franz Dabbelt, Michael Falke, Bernhard Stiens, Thomas Stilling und Johannes Wiggermann. Ortslandwirt (das ist der verlängerte Arm der Landwirtschaftskammer Coesfeld) bleibt Norbert Mehring, sein Stellvertreter heißt neu Robert Schulze Frenking. Weiter gehört der Ortsstelle noch Andreas Schröer als Vertreter der Arbeitnehmer an.

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Das Problem der Nachfolge, welches sich in den vergangenen Wochen bereits angebahnt hatte, versuchte Silkenbömer am Montag nun mit dem Vergleich zu einer Fußballmannschaft zu entschärfen. Wer da der Spielführer sei, sei nicht gleichzeitig auch fürs Toreschießen zuständig. Philipp Lahm sei auch bekanntlich mehr der Lenker gewesen, die Bälle im Netz versenkt hätten in der Regel aber andere aus dem Team. Als aber auch der Hinweis auf die Mitstreiter, die gemeinsam „mit in die Speichen fassen“, wie es der Kreisverbandsvorsitzende Michael Uckelmann formulierte, den Stillstand der Versammlung nicht beende konnten, machte sich bereits das Schreckgespenst des Verlustes der Eigenständigkeit und einer gemeindlichen Fusion breit.

Stalltüren werden geöffnet

Am 1. Juli wollen landwirtschaftliche Betriebe bei einem „Transparenz-Tag“ ihre Stalltüren öffnen und der Öffentlichkeit zeigen, wie Schweine und Rinder gehalten werden. Wie Bernd Mersmann mitteilte, wird es sich dabei um eine Gemeinschaftsaktion der Ortsverbände Ascheberg und Herbern handeln, bei der mehrere Betriebe mitmachen und die Bevölkerung zu einer Besichtigung einladen. Die Bauern möchten damit das Gespräch mit den Verbrauchern suchen, denn man habe nichts zu verstecken. Jeder soll sich ein authentisches Bild von der Wirklichkeit machen können. Solch ein Tag des offenen Hofes findet im Kreis Coesfeld alle zwei Jahre statt, 2018 werden nun Ascheberg und Herbern die Gastgeber sein.

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Nahrung hierzu gaben angebliche „Offerten“ des Ortsverbandes Herbern, die im Vorfeld laut geworden waren und auf die sich Heinz Freisfeld in einer Wortmeldung bezog. Es ist aber bekannt, dass solche „Sticheleien“, von denen Georg Silkenbömer sprach, im Grunde nur das gute Miteinander beider Verbände unterstreichen. Mit dem Einlenken von Bernd Mersmann waren diese Spekulationen dann – zur großen Erleichterung von Freisfeld – auch endgültig vom Tisch.

Wir brauchen nun keine Angst zu haben, dass wir einem anderen Ortsverband zugeschlagen werden

Heinz Freisfeld
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