Gemeindearchiv ist in guten Händen
Veronika Möllers archiviert alte Akten

Ascheberg -

Josef Farwick hat das Gemeindearchiv auf Vordermann gebracht und seine Nachfolgerin ausgesucht. Veronika Möllers hat seit gut einem Jahr die Aufgabe im Keller des Herberner Verwaltungsgebäude übernommen.

Dienstag, 27.03.2018, 19:03 Uhr

Was Josef Farwick organisiert und eingerichtet hat, wird von Veronika Möllers (re.) fortgeführt: Das Archiv der Gemeinde Ascheberg.
Was Josef Farwick organisiert und eingerichtet hat, wird von Veronika Möllers (re.) fortgeführt: Das Archiv der Gemeinde Ascheberg. Foto: hbm

Ob zwei, drei oder vier Terabyte spielt keine Rolle – die Möglichkeiten, Dinge digital zu archivieren, werden weiter wachsen. Doch längst wird nicht alles digital bearbeitet. Die Ascheberger Gemeindeverwaltung macht sich auf den Weg, den Zahlungsverkehr zu digitalisieren. Für die Mehrzahl der Akten bleibt es aber bei einem bekannten Weg. Wo „erledigt“ draufsteht, führt der Weg über einen kleinen Sammelraum im Ascheberger Rathaus ins Gemeindearchiv nach Herbern. Dort kümmert sich seit gut einem Jahr Veronika Möllers darum, die Dinge passend zu sortieren.

Josef Farwick hat immer schon gesagt, wenn er im Archiv aufhöre, müsse ich es weitermachen“, schmunzelt die Herbernerin. Als Schulsekretärin war Hauptschulleiter Farwick ihr Chef gewesen, jetzt ist sie in den Kellerräumen an der Talstraße sein Nachfolger. „Wir sind froh über diese Lösung“, sieht Fachbereichsleiterin Anne Markfort die Aufgaben in allerbesten Händen. Schließlich hat Möllers nicht nur fachliches Vorwissen. Über ihren vierstündigen Archiveinsatz pro Woche sagt sie auch: „Es macht mir viel Spaß.“

Das System, das Farwick im Keller des früheren Herberner Verwaltungsgebäudes

Veronika Möllers.

Veronika Möllers. Foto: hbm

eingeführt hat, war leicht zu entschlüsseln. „Ich komme damit gut klar“, weiß Möllers inzwischen, was wo einsortiert werden muss. Auch die gesetzlichen Erfordernisse gehören zum Wissen. Umgedreht hilft sie bei Anfragen über das Findbuch, passende Schriftstücke zu finden. Tatsächlich sind ihr bei der Suche schon Papiere in die Hand gefallen, an deren Entstehen sie mitgewirkt hat. Die Archivarin erklärt: „Nach dem Auflösen von Haupt-, Burg- und Realschule sind alle Zeugnisse in das Gemeindearchiv gekommen. Hier werden sie 50 Jahre gelagert. Es gab schon einige Wünsche von Zeugnisabschriften.“ Dabei waren auch Zeugnisse, die Möllers an der Fontaneschule schon in Händen gehalten hatte.

Das Archiv ist auch für die Spurensuche der Dorfgeschichte gefragt. „Egon Zimmermann hat hier viel Material für sein Buch zu den Kriegsereignissen in Herbern gefunden“, nennt Möllers ein Beispiel. Wer das Archiv nutzen will, muss das schriftlich beantragen. Ihre vierstündige Arbeitszeit verteilt Möllers auf Dienstag und Donnerstag, an denen sie jeweils zwei Stunden vor Ort ist.

Aktuell ist die Gemeindearchivarin damit beschäftigt, den Aktenberg, der zu Jahresbeginn von Ascheberg nach Herbern gebracht wurde, abzuarbeiten. Beim schrittweisen Vorgehen sind vier Wochenstunden schnell vorbei. Die Zeit, Dinge gezielt auszusortieren, hat sich noch nicht ergeben. „Wenn ich etwas sehe, dass wegen Fristablaufs nicht mehr benötigt wird, nehme ich es aus dem Archiv“, erklärt Möllers. Ein Beispiel, wo beim „Aufräumen“ anzusetzen wäre, hat sie gleich parat: „Wir haben hier die Unterlagen der Schulen bekommen. Die Akten der Schulverwaltung aus dem Rathaus waren schon da. Da sind sicher Dinge doppelt.“

Mit dem digitalen Abarbeiten des Zahlungsverkehrs der Verwaltung wird sich dem Aktenanfall im Archiv nur geringfügig verändern. Es gibt also weiter etwas zu tun für die Frau, die „gerne zur Arbeit in das Gemeindearchiv geht.“

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