Storno in Davensberg
Das amüsierte Lächeln bleibt

Davensberg -

Stornieren ist anstrengend. Für die Ohren, für die Augen und für die Mundwinkel. Warum? Hier ist die Antwort.

Donnerstag, 12.04.2018, 17:04 Uhr

Ob Philipzen (r.) Herrn Rüther von den Vorteilen der Digitalisierung überzeugen kann? Storno begeisterte mit der „Abrechnung“ bei Clemens-August, zu der der Kukaduh eingeladen hatte. Videobeweis bei den „Stornos“: Harald Funke, Jochen Rüther und Thomas Philipzen (v.l) begeisterten das Ascheberger Publikum.
Ob Philipzen (r.) Herrn Rüther von den Vorteilen der Digitalisierung überzeugen kann? Storno begeisterte mit der „Abrechnung“ bei Clemens-August, zu der der Kukaduh eingeladen hatte. Videobeweis bei den „Stornos“: Harald Funke, Jochen Rüther und Thomas Philipzen (v.l) begeisterten das Ascheberger Publikum. Foto: nico

Stornieren ist anstrengend. Für die Ohren, die aufs Äußerste gespitzt sein müssen, damit ihnen bloß keine Pointe entgeht. Für die Augen, die sich an der Mimik der Akteure einfach nicht sattsehen können. Und für die Mundwinkel, in denen sogar am nächsten Morgen noch ein amüsiertes Lächeln klebt. Verantwortlich dafür sind Thomas Philipzen , Jochen Rüther und Harald Funke , die als „Storno“ am Mittwoch im voll besetzten Saal des Davensberger Hotel-Restaurants Clemens-August die Bühne eroberten. Das kabarettistische Dreigestirn aus Münster macht seit Jahren auf Einladung des Ascheberger Kunst- und Kulturvereins „Kukaduh“ immer wieder Station in der Emmerbachgemeinde. Und eigentlich meint man, sie zu kennen. Aber nichts da. Der Kleine, der Quirlige und der Niveauvoll-Seriöse erfinden sich immer wieder neu und drücken auch 2017 ihren ureigenen Storno-Stempel auf.

Der landet zunächst auf der „Groko“. Oder besser dem, was ihr vorausgegangen ist.

  Foto: nico

Jamaika-Koalition mit Lindner als Außenminister? Funke gerät schier in Ekstase vor Entzücken über Posterboy „Christion Lindnär“, dessen Herrenduft für Egoisten ist. Und dann gibt es noch Frau „Boring-Eckardt“, die von den Grünen nur als Quotenfrau gewählt wurde. Dabei hätte die Alternative doch auf der Hand gelegen: „Anton Hofreiter geht doch als Unisex durch“. Aber wer wählt denn eigentlich noch die Grünen? „Die besserverdienenden Impfgegner, die mit dem SUV in den Biomarkt fahren“. Also die, die nachts tanken. Bösen Diesel. Damit bloß die Nachbarn nichts merken. Nur gut, dass es bald selbstfahrende Autos geben wird. Nützt hier aber nichts, wissen die „Stornos“: „Zur Senkung der Unfallzahlen im Münsterland sind wohl eher selbstfahrende Fahrräder nötig“.

  Foto: nico

Auch das Bildungssystem, der Videobeweis im Fußball und die Digitalisierung stehen auf dem „Storno“-Programmzettel. Das Repertoire scheint unerschöpflich und selbst die absurdesten Themen garnieren die Kabarettisten noch mit geistreichen Spitzen. Dazwischen wird gegen Drohnen gesungen, Trumps Existenz angezweifelt („Der ist nur eine Erfindung Putins“) und Lebensformen diskutiert: „Dieses geile Gefühl, wenn der Döner sich dreht - hat das der Veganer beim Rasenmähen?“. Dabei verlieren die „Stornos“ nicht aus den Augen, was 2017 wirklich wichtig war. Ehe für alle? „Da bin ich für. Warum soll es Homosexuellen besser gehen als mir?“, fragt sich Funke. Und was er natürlich noch ins Programm hieven muss, ist sein Wunschtraum einer europäischen Kaiserin. Einzig logische Kandidatin? „Angie, die wilden Maus, die Uschi Obermaier der Christdemokraten“. Die trifft im traditionellen Hochkultur-Abschlussteil dann noch unterhaltsam auf den „ausgesöderten“ Seehofer und „Bätschi“-Andrea Nahles. Was für eine ansteckende Spielfreude. Das Ascheberger Publikum ist begeistert.

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