Eine Woche ohne Handy
Ein Kopfschütteln vom Gegenüber

Ascheberg -

„Wieso machst du das?“ Diese Frage verbunden mit einem Kopfschütteln müssen vier Profilschüler und ihr Klassenlehrer wegen des Verzichts auf ihr Smartphone öfter beantworten.

Mittwoch, 20.06.2018, 20:00 Uhr

Blanke Hände: Florian Schulte, David Angelkort, Jonas Schorn, Chiara Meistrell und Johanna Mönster verzichten eine Schulwoche auf ihr Smartphone.
Blanke Hände: Florian Schulte, David Angelkort, Jonas Schorn, Chiara Meistrell und Johanna Mönster verzichten eine Schulwoche auf ihr Smartphone. Foto: hbm

„Wieso machst du das?“ Diese Frage verbunden mit einem Kopfschütteln begegnet David Angelkort, Johanna Mönster, Chiara Meistrell, Jonas Schorn und Florian Schulte seit Montag immer öfter. Denn es spricht sich herum, dass sie eine Schulwoche ohne Smartphone auskommen. Das Quintett legt sich bei den Reaktionen auf ihre Aktion auf das Wort „Unverständnis“ fest. „Das ist eine interessante Erfahrung“, begegnet Jonas solchen Kommentaren.

„Das ist umständlich“, weiß Chiara nach gerade einmal 48 Stunden: „Ich habe mit einer Freundin etwas vorbereitet. Dann bin ich nach Hause gefahren. Sie musste mich auf dem Festnetz anrufen. Danach haben wir dann geskypt.“ Auch das Verschicken von Bildern ist kein automatisches Wischen und Klicken mehr: „Mit dem PC ist das umständlicher.“ Immerhin kommt er zu Ehren. „Ich habe zwar einen PC, aber den benutze ist fast nie“, berichtet Johanna. Technisch ist der Verzicht ein bisschen auch der Rückfall in die Steinzeit. Nicht ganz: Nach dem Festnetz-Anruf hat Chiara mit ihre Freundin geskypt.

„Am Anfang war es schon so, dass man jede halben Stunde mit der Hand über die Hosentasche geglitten ist und so erinnert wurde, dass es diese Woche nicht da ist“, verrät Lehrer Florian Schulte. Er war am Dienstag zu einer Fortbildung in Soest: „Ich wollte den Routenplaner aufrufen, aber das Smartphone fehlte. Da musste ich die Route auf dem PC anschauen und mir merken. Das ist bestimmt nicht schlecht fürs Gedächtnistraining.“

Bei einem kurzfristigen Abendtermin wurde Schulte schon auf die Verlustliste gesetzt: „Da ist schon meine Freundin angerufen worden, wo ich denn sei.“ Nicht mehr ständig erreichbar zu sein - für viele ist das schwer vorstellbar. Jonas sieht das lockerer: „Ich bin auch sonst im Bus einer der wenigen, die nicht ständig das Handy in der Hand haben. Aber die Uhr fehlt mir. Ich weiß nie wie spät es ist.“ In WM-Zeiten würde er zudem gerne mal schauen, wie es gerade bei den Spielen in Russland aussieht.

David ist froh, dass er bisher noch keinen Termin verpasst hat. Das i-Phone ist schließlich auch sein Alltagsorganisator. Und wie das mit dem Verpassen von Terminen und Informationen ist, wird sich endgültig erst herausstellen, wenn das Quintett die Geräte am Freitag wieder zum Leben erweckt.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5837073?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
“O’zapft is” - Münsters Wiesn eröffnet
Oktoberfest 2019: “O’zapft is” - Münsters Wiesn eröffnet
Nachrichten-Ticker