Standsicherheit von Lichtmasten wird kontrolliert
Prüfmobil simuliert den Wind

Ascheberg -

Dem Fachmann ist es trotz Unebenheit am Pflaster und porösen Lackstellen klar: Der Laternenmast steht sicher. Dann prüft er ihn mit einem patentierten Verfahren.

Sonntag, 12.08.2018, 10:20 Uhr

Das Prüfmobil für Lichtmasten ist seit einer Woche im Ascheberger Straßenbild zu sehen und hat bis Mitte nächster Woche zu tun.
Das Prüfmobil für Lichtmasten ist seit einer Woche im Ascheberger Straßenbild zu sehen und hat bis Mitte nächster Woche zu tun. Foto: hbm

Der Lack einer Peitschenmastleuchte an der Eschenbachstraße ist porös. „Da ist sicher schon einmal jemand dagegen gefahren“, vermutet Dirk Rund. Trotzdem ist der Prüfteamleiter eines Unternehmens aus Lübeck sicher, dass sie immer noch fest am Straßenrand steht und nicht beim nächsten Orkan plötzlich auf die Fahrbahn fällt. Weil aber das Augenmaß eines Experten deutschen Din-Normen und Gerichtsverfahren nicht standhält, kommt der Fachmann einer Aufgabe nach, die seinem Arbeitgeber von innogy für 350 Beleuchtungsmasten in der Gemeinde Ascheberg erteilt worden ist. Rund prüft mit einem patentierten Verfahren, ob Lichtmasten noch standsicher sind.

„Schreiben Sie bloß nicht, dass wir an den Masten rütteln. Das lese ich zwar immer wieder, aber es ist falsch“, erläutert der Fachmann. Die hydraulische, fein geregelte Greifzange des Prüfmobils, das an einen Minibagger erinnert, wird in etwa zwei Meter Höhe an einen Masten angebracht. Ihre Zylinder simulieren über jeweils einen Druck- und einen Zugvorgang den Wind. „Es wird von vier Seiten geprüft“, berichtet Ingrid Meering, Sprecherin von innogy in Münster.

Sensoren geben die Daten an einen Computer im Prüfmobil weiter. Dort sieht der Experte sofort, wie das statische System reagiert und wo möglicherweise die Schwachstelle zu finden ist. Das kann der Mast selbst sein, Schäden am Fundament sind möglich, aber auch an den neuralgischen Stellen „Türbereich“ und „Erdübergang“. Das Kraft-Weg-Diagramm verrät Rund an der Eschenbachstraße, dass sein Augenmaß richtig lag: „Der Mast steht sicher, kein Problem.“

Der Auftraggeber verlässt sich natürlich nicht aufs Augenmaß. „Wir benötigen exakte technische Messdaten. Liegen die Messwerte innerhalb des Toleranzbereiches, so ist die Standsicherheit gegeben. Außerhalb des Bereiches muss der Mast genauer überprüft werden. Beispielsweise wird kontrolliert, ob ein Fundament- oder Korrosionsschaden vorliegt und es erfolgt eine Einschätzung, ob vorsorglich eine Reparatur oder Auswechslung des Mastes erfolgen sollte“, informiert Meering. Das bekommt sie von der Prüffirma, die nach Abschluss der Prüfmaßnahmen vor Ort alle Kennlinien in einer zweiten Funktionsanalyse erneut und unabhängig bewertet.

„Laternen sollten alle zehn Jahre geprüft werden“, informiert Paul Ringelkamp. Der Hochbauer in der Ascheberger Verwaltung ist für das Straßenlicht verantwortlich: „Wir haben 1620 Lichtmasten in allen Varianten vom 8,50 Meter Peitschenmasten bis zur drei Meter hohen Laterne.“ Über Ergebnisse des Prüfintervalls in Ascheberg, das am Montag begann und bis Mitte nächster Woche laufen wird, sind bisher keine Aussagen möglich. Das ausführende Unternehmen hat aber in einer Studie festgestellt, dass bei 3,3 Prozent der Masten Probleme vorliegen. Rechnerisch wären das beim aktuellen Ascheberger Auftrag elf Masten.

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