Dietmar Panske blickt auf sein erstes Jahr als Landtagsabgeordneter
Der Blick vom Rednerpult ins Plenum bleibt besonders

Ascheberg -

Vor einem Jahr startete nach den Sommerferien die Arbeit des im Mai neu gewählten Düsseldorfer Landtags richtig durch. Erstmals seit 50 Jahren sitzt dort mit Dietmar Panske (CDU) wieder ein Ascheberger. Im Gespräch mit WN-Redakteur Theo Heitbaum ließ er das Startjahr Revue passieren.

Samstag, 11.08.2018, 09:00 Uhr

Der Moment am Rednerpult, an dem man sich dem Plenum und den Kameras zuwendet, so schätzt es Dietmar Panske, wird nie zur Normalität werden.
Der Moment am Rednerpult, an dem man sich dem Plenum und den Kameras zuwendet, so schätzt es Dietmar Panske, wird nie zur Normalität werden. Foto: Heitbaum

Wie war der Urlaub auf Norderney, nötiger als in den Jahren davor?

Panske : Wie immer freut man sich auf den anstehenden Jahresurlaub, dieses Jahr vielleicht noch ein wenig mehr. Als ich Samstagabends vor dem Urlaub um 19.30 Uhr wieder zuhause war, wusste ich: Am Montag geht es los. Das war auch wirklich nötig. Trotz Urlaub ist aber eine Erreichbarkeit sicherzustellen. In der ersten Woche stand ja noch kurzfristig die Sondersitzung des Rechtsausschusses zur Abschiebung des Islamisten Sami A. an. Politik macht halt keine echte Pause. Ich habe mich trotzdem wunderbar erholt.

Klappt es, den neuen Beruf mit der Familie zu vereinbaren?

Panske: Als Familie haben wir uns nach einem Jahr an den neuen Rhythmus gewöhnt. Es ist so, dass ich im Schnitt an drei, vier Tage die Woche in Düsseldorf arbeite und abends nach Hause komme. An Plenartagen bleibe ich im Hotel. Für die Arbeit im Wahlkreis bleiben dann oft nur die Wochenenden und die Abende – sind oft mit ausgefüllt. Wenn wir etwas verbinden können, kommt meine Frau Petra mit. Das hat sich schnell eingependelt. Da ich früher auch schon beruflich viel unterwegs war, ist die Situation für uns nicht völlig fremd. Aber ganz wichtig: Ja, es gibt auch ein privates Leben für und mit der Familie.

Lassen sich die Landespolitik und die Politik vor Ort sowie das Vereinsleben verbinden?

Panske: Jetzt im ersten Jahr habe ich sicher nicht so intensiv mitgearbeitet wie vorher. Zuerst wollte ich mich in Düsseldorf einarbeiten, handlungssicher werden. Kommunalpolitisch habe ich mich zunächst auf die Ratssitzungen und ein paar Ausschusssitzungen beschränkt. Ich musste auch dort zunächst meinen Rhythmus finden, sehen, wie ich micht einbinden lassen kann. Bei den Bürgerschützen ist berufsbedingt nicht jede Teilnahme an Vorstandssitzungen möglich gewesen, aber dafür haben alle Verständnis. Deswegen waren zunächst einige Abstriche nötig. Zukünftig wird es aber wieder ein Stück anders werden.

Also wird nichts abgeschnitten?

Panske: Nein, auf keinen Fall! Die Arbeit im Düsseldorfer Landtag, im Wahlkreis und mein Privatleben zu kombinieren, das ist und bleibt mir besonders wichtig. Deshalb stellt sich die Frage nicht. Organisatorisch bin ich mittlerweile gut aufgestellt, die Aufgabenverteilung und Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern ist klasse, ich habe ein tolles Team und die notwendigen Netzwerke in Düsseldorf und im Wahlkreis werden immer besser. Ich werde daher zukünftig auch wieder verstärkt meine lokalen Aufgaben wahrnehmen können.

Beim Blick nach Düsseldorf sehen viele Leute das Rednerpult im Landtag. Wie viele Reden gab es schon?

Panske: Ich habe jetzt sechs Mal im Plenum geredet, zuletzt häufiger. In der Innenpolitik sind Salafismus und Extremismus unter anderem meine Themen geworden. Da sie hochaktuell sind und es auch bleiben werden, war ich öfter als Redner gefragt. In jedes Thema muss man sich aber zunächst inhaltlich tief einarbeiten. Jede Rede ist immer etwas Besonderes. Der Moment, wenn man sich vorne am Rednerpult dem Plenum, den Gästen auf der Tribüne und den Kameras zuwendet, wird für mich wohl nie Normalität werden.

Was hat der Abgeordnete Panske für seinen Wahlkreis und seine Gemeinde in Düsseldorf erreicht?

Panske: Ich habe in den vergangenen Wochen viele Termine für Bürgermeister und Verwaltungsleute mit den Ministerien vermittelt und organisiert und es gab viele Besuche von Ministern im Wahlkreis. Das Begleiten und das positive Beeinflussen von Projekten im Wahlkreis sind für mich wichtiger Teil meiner Aufgaben. Da ich viel im Wahlkreis unterwegs bin, erfahre ich auch Vieles, das ich dann mit nach Düsseldorf nehmen kann. Diese Verzahnung von lokal und landesweit ist ein wichtiger Punkt für das Verständnis meines Auftrages als Abgeordneter.

Wie viele Gruppen aus dem Kreis waren schon da?

Panske: Es dürften mittlerweile rund 20 Besuchergruppen gewesen sein. Das ging schleppend los, wurde seit dem Frühjahr mehr und mehr. In den nächsten Wochen sind weitere Besuche fest terminiert. Ich freue mich darüber, dass Menschen aus der Heimat Politik erleben wollen und ich über meine Arbeit berichten darf.

Wie läuft es mit dem Politik machen in Düsseldorf? Einiges sieht oft wie ein Nein aus Prinzip aus, weil es von einer anderen Partei kommt.

Panske: Anders als in der Kommunalpolitik kommt es viel häufiger vor, dass Parteien grundsätzlich eine andere Meinung, eine andere Idee haben, – auch wenn das Ziel dasselbe ist. Ich sitze im Plenarsaal in der Schnittstelle zur Opposition. Anfangs war ich vielleicht noch ein wenig reserviert, vielleicht auch distanziert. Aber mittlerweile kann ich mich mit allen gut unterhalten, wir können gut Argumente und unterschiedliche Sichtweisen austauschen. Ich habe gelernt, dass es gut miteinander gehen kann, auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist. Allerdings: Mit der AFD, die etwas abseits ist, ist es schwieriger.

Was ist inhaltlich Wichtiges auf den Weg gebracht worden?

Panske: Für die Gemeinde ist die nun rechtlich verankerte Zweizügigkeit der Profilschule, und damit die dauerhafte Sicherung unseres Schulstandortes, von herausragender Bedeutung. Das war mein erster eigener Antrag. Das ist für den Schulstandort Ascheberg ganz, ganz wichtig. Die Entscheidung für die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren war ein hochemotionales Thema. Ansonsten haben wir querbeet für die Polizei, Wirtschaft und Entwicklung der Gemeinde vieles auf den Weg gebracht. Wir haben noch jede Menge Arbeit vor uns, aber viele wichtige Stellschrauben sind bereits in die passende Richtung gedreht worden und werden gut wirken.

Der Unionsstreit ums Asylrecht hat dem Sommer seinen Stempel aufgedrückt. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Panske: Man dürfte es eigentlich gar nicht wieder aufwärmen, weil der Streit so unsinnig war. Wir hatten das Thema auch in der Landtagsfraktion, mit dem Ministerpräsidenten und im Arbeitskreis des Innenausschusses diskutiert. Es gab dieses Seehofer-Papier mit 63 Punkten, die zu diesem Zeitpunkt kaum einer kannte. 62,5 Punkte waren aber unstrittig. Dass man mit einem halben Punkt Unterschied fast eine Regierungskrise ausgelöst hat, habe ich bis heute nicht verstanden. Ich habe aber auch noch niemanden getroffen, der es mir erklären kann.

Blick nach vorne: Was ist nach den Ferien wichtig?

Panske: Da schaue ich auf meine Ausschüsse. In der Innenpolitik werden wir die Änderungen im Polizeigesetz auf den Weg bringen. Im Schulausschuss werden wir uns um die Neuordnung der Inklusion an nordrhein-westfälischen Schulen kümmern und im Untersuchungsausschuss für den Berlin-Attentäter Anis Amri kommen wir in die entscheidende Phase mit hochkarätigen Zeugenvernehmungen. Es bleibt also spannend. Und nicht zu vergessen: Der enge Kontakt mit den Menschen im Wahlkreis, für sie mache ich meine Arbeit, das ist das Entscheidende!

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