Umfangreiche Baumaßnahme am Schloss-Graben
Gräfte wird entschlammt

Herbern -

Im Lauf der Jahre haben sich störende Ablagerungen am Grund der Gräfte von Schloss Westerwinkel angelagert. Deshalb wird der Graben zunächst trockengelegt und dann ausgebaggert.

Sonntag, 16.09.2018, 11:36 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.09.2018, 09:48 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 11:36 Uhr
Der Bagger hat seine Arbeit an der Gräfte von Schloss Westerwinkel aufgenommen. Wenn das Wasser abgepumpt ist, wird der Grund vom Schlamm befreit.
Der Bagger hat seine Arbeit an der Gräfte von Schloss Westerwinkel aufgenommen. Wenn das Wasser abgepumpt ist, wird der Grund vom Schlamm befreit. Foto: iss

In den Wochen brütender Hitze hatten die Verantwortlichen auf Schloss Westerwinkel mit dem sinkenden Wasserstand in der Gräfte ihre liebe Not. In einer Hinsicht sind die Folgen der extremen Trockenheit dieser Tage aber von Nutzen. Der Graben ums Schloss muss ausgebaggert werden, da ist jeder Tropfen weniger gut.

Vorbote der Baumaßnahmen ist ein Damm, der aufgeschüttet wurde, um den flachsten Abschnitt der Gräfte trocken zu legen. Derzeit wird das Restwasser abgepumpt, damit die Bagger ihre „Schlammschlacht“ beginnen und die störenden Ablagerungen am Grund entfernen können. Dabei geht es zunächst über eine Fläche von 10 000 Quadratmetern, wie Stefan Grünert, Rentmeister der Graf von Merveldt´schen Verwaltung, berichtete. Das werde sich einige Wochen hinziehen.

Die lange Trockenheit dieses Sommers hatte das Wasser um das Herberner Schloss auf einen Tiefststand sinken lassen. Der Tierwelt bekam das nicht, obwohl mit Wasserfontänen versucht wurde, mehr Sauerstoff ins Wasser zu bringen. Minimaler Sauerstoffgehalt und hohe Temperaturen förderten die Vermehrung von Botulismuserregern, die unter diesen Umständen mehr von dem Nervengift Botulin freisetzen. Das führte zu einem Entensterben. Der Bestand der heimischen Wasservögel sei dadurch deutlich dezimiert worden, sagte Grünert. Seit Anfang Mai habe es kaum nennenswerte Niederschläge gegeben. In den 23 Jahren seiner Tätigkeit als Rentmeister sei dies die stärkste Trockenphase gewesen. Aktuell würden aber keine toten Tiere mehr gefunden.

Auch dem Wald von Schloss Westerwinkel machten die fehlenden Niederschläge zu schaffen, erklärte der Fachmann. Die tatsächlichen Schäden an Buchen, Eichen und Nadelhölzern würden aber erst in den kommenden Jahren sichtbar. Weil in diesem Frühjahr keine größeren Forstkulturen angesetzt wurden, verzeichne der Betrieb bei der Aufforstung glücklicherweise keine Verluste. Frisch gepflanzte Setzlinge hätten die Hitzephase kaum überstanden.

Probleme zeigten sich an anderer Stelle. Die Trockenheit schwäche die Bäume, nachdem ein Sturm im Frühjahr sowie der Befall durch Pilze und Schädlinge schon Schäden hinterlassen hätten. So fänden Eichenprozessionsspinner in den Eichen und der Borkenkäfer in den Fichten als Schädlinge ideale Bedingungen für ihre weitere Ausbreitung vor. Den Folgen des Klimawandels begegnet der Merveldt’sche Betrieb bei Neupflanzungen mit der Auswahl von widerstandsfähigen Baumarten. Das sei neben den heimischen Eichen, Buchen und Fichten beispielsweise die Douglasie, beschrieb Grünert die Mischung, die den Wald stabil gegen Unbilden mache.

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