Machbarkeitsstudie für zusätzliche Klärstufe vorgestellt
Unsichtbare Gefahr im Wasser

Ascheberg -

Mikroplastik und Arzneimittelrückstände im Abwasser sind ein zunehmendes Problem. Im Bau- und Planungsausschuss wurde daher eine Machbarkeitsstudie für eine vierte, rund zwei Millionen Euro teure Reinigungsstufe im Klärwerk Ascheberg vorgestellt.

Samstag, 22.09.2018, 13:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 22.09.2018, 13:00 Uhr
Eine Anlage zur Reinigung von Mikroschadstoffen könnte den drei bestehenden Reinigungsstufen direkt nachgeschaltet werden
Eine Anlage zur Reinigung von Mikroschadstoffen könnte den drei bestehenden Reinigungsstufen direkt nachgeschaltet werden Foto: sff

Immer mehr Arzneistoffe, kleinste Kunststoffteilchen und andere Mikropartikel gelangen in die Wasserläufe und das Grundwasser. Denn konventionelle Kläranlagen sind mit ihren drei Reinigungsstufen nicht gegen diese Schadstoffe gewappnet. Manfred Rummler und Kai Harmjanßen vom Ingenieurbüro Rummler und Hartmann präsentierten dem Bau- und Planungsausschuss am Donnerstagabend eine Machbarkeitsstudie für eine vierte Reinigungsstufe an der Kläranlage Ascheberg.

„Organismen wie Wasserflöhe nehmen die Stoffe auf, die so über die Nahrungskette bis zum Menschen gelangen“, zeigte Rummler die umwelt- und gesundheitsschädliche Relevanz des Problems auf. Bei einer Untersuchung der Kläranlagen in Ascheberg und Herbern seien neun solcher problematischer Substanzen in auffälliger Konzentration nachgewiesen worden, führte Harmjanßen aus. Als effektive und zugleich kostengünstigste vierte Klärstufe biete sich eine Reinigung mit pulverisierter Aktivkohle an. An dieser Substanz lagern sich Mikroschadstoffe an und können so aus dem Wasser gefiltert werden.

Der Bau einer derartigen Anlage koste rund zwei Millionen Euro, berichtete Harmjanßen. Die laufenden Jahreskosten gab er mit rund 240 000 Euro an. Damit fielen für die Bürger 42 Cent Mehrkosten pro verbrauchtem Kubikmeter Wasser an. Die Zahlen gelten für das Klärwerk Ascheberg, wenn dieses nach dem bevorstehenden Rückbau der Anlage in Herbern (WN berichteten) das Abwasser aus allen drei Ortsteilen zentral reinigt.

Die Fachleute machten darauf aufmerksam, dass das Land NRW bei einer Antragstellung bis Ende 2019 eine 70-prozentige Förderung in Aussicht stellt, Danach nur noch 50 Prozent.

Da eine vierte Reinigungsstufe gesetzlich noch nicht vorgeschrieben ist, politische Entscheidungen auf EU-Ebene ausstehen und für einen Antrag auf 70-prozentige Förderung mehr als ein Jahr Zeit besteht, wurde eine Entscheidung vorerst zurückgestellt. Weitere Überlegungen sollen folgen.

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