Betrugsmasche mit dem Datenschutz
Neue Variante des Schwindels mit amtlich aussehenden Faxbriefen

Ascheberg -

Beim Datenschutz sind viele Menschen unsicher. Das nutzen Schwindler gerade als Türöffner. Seit Wochenbeginn gibt es Fax-Briefe der „Datenschutzauskunft-Zentrale“. Der Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität rät Unternehmen, sie unbeachtet zu lassen.

Dienstag, 02.10.2018, 13:07 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 02.10.2018, 13:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 02.10.2018, 13:07 Uhr
Ein Fax von der Datenschutzauskunft-Zentrale sollte unbeantwortet entsorgt werden, empfiehlt der Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität.
Ein Fax von der Datenschutzauskunft-Zentrale sollte unbeantwortet entsorgt werden, empfiehlt der Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität. Foto: hbm

Wer als Unternehmer ein Faxgerät besitzt, kennt solche Post: In Anschreiben, die einen amtlichen Anstrich besitzen, geht es um Einträge in dubiose Branchenbücher. Füllt der Unternehmer diese vorgefertigten Schreiben aus und schickt sie zurück, wird er häufig ein Opfer von Abzockern. Denn statt der vermeintlichen Korrektur hat der arglose Unternehmer einen teueren Eintrag in meist nutzlose Branchenbücher gebucht.

Daran fühlte sich ein Ascheberger erinnert, als am Montag in seinem Faxgerät ein zweiseitiges Schreiben der „Datenschutzauskunft-Zentrale“ lag. „Ich sollte fehlende Angaben bis zum 9. Oktober nachreichen“, berichtete er den Westfälischen Nachrichten. Und er las das Kleingedruckte. Dort fand er dann einen „Basisdatenschutz-Beitrag“ von netto 498 Euro, der jährlich berechnet werde. Viel später wird von einer dreijährigen Laufzeit berichtet. Summa summarum wären das mehr als 1500 Euro.

Basisdatenschutz-Beitrag für 498 Euro netto

Der Ascheberger war am Montag nicht der einzige Unternehmer, dem so ein Schreiben geschickt wurde. „Das ist uns von mehreren Seiten berichtet worden“, erklärt Monika Santamaria von der Industrie- und Handelskammer Münster. Hinweise habe es auch vom bundesweiten Dachverband gegeben. Deswegen gab die IHK gestern auch einen Warnhinweis heraus.

Diese Variante des Adressbuchschwindels vermittelt durch den Begriff Datenschutzauskunft-Zentrale und den Hinweis auf die Datenschutzgrundverordnung amtlich zu sein. Die Unsicherheit vieler Betriebe mit dem schwierigen neuen Rechtsumfeld nutzt ein Zentrale, die als Anschrift eine Adresse in Oranienburg angibt. Die Geschäftsbedingungen sollen im Internet zu finden sein, die angegebene Web-Adresse existiert aber nicht.

Den Ganoven ist offensichtlich klar, dass ihre Masche schnell auffliegen wird. So finden sich im Internet bereits zahlreiche Warnhinweise, etwa von einem Apothekerverband. Deswegen drängt das Fax auch mit einem „Rechtlichen Hinweis“. Um die Bearbeitung bis zum 2. Oktober zu gewährleisten, seien die Unterlagen per Fax verschickt worden.

Per Fax anfechten

Der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität hat gleich am Montag geprüft und herausgefunden, dass es keinen Gewerbeeintrag für die Datenschutzauskunft-Zentrale gibt. Den Betroffenen empfiehlt der Verband: „Eine Pflicht zur Unterzeichnung des Formulars besteht nicht! Wurde irrtümlich unterzeichnet, sollte - der Einfachheit halber per Fax - sofort die Anfechtung erklärt werden. Dies gilt auch dann, wenn der Betroffene eine Rechnung erhält.“

Auf weiteren Schriftverkehr, so der Schutzverband, brauche sich der Betroffene nicht mehr einzulassen. Er sollte die Formulare sowie Rechnungen und Mahnungen seinem Berufsverband zukommen lassen.

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