Neues Buch von Jutta Richter
Frau Wolle und die nächtliche Fantasiewelt

Herbern -

„Frau Wolle und der Duft von Schokolade“ heißt das neueste Werk der Kinderbuchautorin Jutta Richter.

Mittwoch, 03.10.2018, 10:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.10.2018, 10:00 Uhr
Jutta Richter hat ihr neues Buch aus dem Hanser-Verlag gerade in der Eifel vorgestellt.
Jutta Richter hat ihr neues Buch aus dem Hanser-Verlag gerade in der Eifel vorgestellt. Foto: iss

„Frau Wolle und der Duft von Schokolade“ heißt das neueste Werk der Kinderbuchautorin Jutta Richter . Die Herbernerin hat es gerade auf dem Eifel-Literaturfestival vor 700 Schülern vorgestellt und nach 43 Titeln das gute Gefühl, „dass dies mein Meisterwerk werden könnte.“

Denn die 140 Seiten über ihre Protagonisten Merle und Moritz und ihre nächtlichen Fantasiewelten sollen nicht die Letzten sein. Die 63-Jährige arbeitet an einer Trilogie, im Frühjahr soll der zweite Band folgen.

Für wen ist das gemacht? Die Antwort schickt Jutta Richter voraus: „Für die Angsthasen und Löwenherzen. Für die Schmetterlingsbeschützer und die Glücksbringer. Für die Kopfschüttler und Neinsager. Für Sachen­sucher und die Sachenfinder.“

Die Autorin lässt die Leser aus der Kinderperspektive auf die Welt blicken. Speziell durchlebt werden die unheimlichen Momente in der Dunkelheit, die wohl jeder im Kindesalter mit der Bettdecke bis zur Nasenspitze erfahren hat. Eben so wie Merle und Moritz, deren Vater irgendwie weit weg ist, und die Mutter des Nachts bei der Arbeit im Krankenhaus. Dann kommt Kinderfrau Gesine Wolkenstein und gibt Acht auf die Kinder. Doch mit den schmalen Lippen und unheimlichen Augen, die erst grasgrün sind, dann schwarz und später hellblau und durchsichtig, ist sie den Kleinen nicht geheuer.

Aber dann ist da nächtens plötzlich Frau Wolle. Sie regiert das Reich hinter der schwarzen Tür, von dem der Vater Merle und Moritz früher erzählt hat. Dort wohnen die Spitzzahntrolle, die nur in Reimen reden, und der wachsame Waisenfuchs Silberträne. Da gibt es das Lager der verlorenen Sachen und den Saal der Bonabären, da findet man die Gedankenbremse. Und wenn es im Weltempfänger rauscht, können Merle und Moritz Papas Stimme hören.

Die Idee dazu hat Jutta Richter schon länger bewegt, hängt sie doch mit ihrer eigenen Kindheit zusammen. Da holte ihr Vater Sonntagmorgens gern ein Werk von Hans Fallada aus dem Bücherregal: „Geschichten aus der Murkelei“. Und als diese Ausflüge ins Reich der Fantasie gelesen waren, erfand Richters Vater für die Tochter eigene Geschichten aus der Murkelei, wie es Jutta Richter heute für ihre Enkeltochter Lili macht und über ihre Bücher viele Kinder daran teilhaben lässt.

Zu dem speziellen Gruselfaktor von Gesine Wolkenstein inspirierte die Herbernerin übrigens eine Puppe in ihren Haus, die mit dem Tageslicht die Augenfarbe wechselt. Dass für die realen Bilder im Werk der Illustrator Günter Mattei aus München gewonnen wurde, macht die Autorin froh und stolz: „Die Bilder sind wunderschön und geben dem Buch Gesichter und Leben.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6095070?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Nachrichten-Ticker