NWL-Sprecher Uli Beele zur Situation und Zukunft des RB 50
Streckenschäden sind die Ursache

Ascheberg -

Der schlechte Nahverkehrsservice auf der Strecke Münster - Dortmund sorgt für viel Gesprächsstoff im Dorf und Frust bei den Pendlern. Verantwortlich ist der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL). Bei Pressesprecher Uli Beele fragte WN-Redakteur Theo Heitbaum wegen der unzumutbaren Zustände rund um den RB 50 der Eurobahn nach.

Donnerstag, 18.10.2018, 15:02 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 20:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 18.10.2018, 15:02 Uhr
Planmäßige Vorbeifahrt in Capelle - das ist die Ausnahme.
Planmäßige Vorbeifahrt in Capelle - das ist die Ausnahme. Foto: hbm

Hat der NWL Möglichkeiten, auf eine bessere Infrastruktur und ein schnelleres Abstellen von Mängeln seitens der Deutschen Bahn zu drängen?

Beele: Der NWL hat zwar kein unmittelbares Vertragsverhältnis mit den Infrastrukturbetreibern DB Netz und DB Station Service, steht mit diesen aber in einem permanenten Dialog bezüglich der Infrastrukturqualität. Im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt der NWL auch Infrastrukturprojekte insbesondere im Bereich barrierefreier Verkehrsstationen. Der NWL setzt sich auch seit Jahren für den dringend erforderlichen zweigleisigen Ausbau der Strecke Lünen-Münster ein. Dies würde eine deutliche Verbesserung der Betriebsqualität bei der RB 50 mit sich bringen und auch weitere Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Aktuell erwarten wir eine Neubewertung dieser Baumaßnahme seitens des Bundesverkehrsministeriums, welche im positiven Falle die Finanzierung sicherstellen würde.

.Sind dem NWL überhaupt die Mängel an der Strecke insbesondere zwischen Lünen und Dortmund bekannt?

Beele: Dem NWL sind die aufgetretenen Infrastrukturprobleme zwischen Lünen und Werne selbstverständlich bekannt. Diese gegebenenfalls witterungsbedingt entstandenen Schäden führen zu erheblichen Fahrzeitverlängerungen, die die Betriebsqualität des Fernverkehrs und der RB 50 massiv beeinträchtigen. Der NWL erwartet, dass diese Mängel zeitnah beseitigt werden. Aufgrund der Eingleisigkeit der Strecke werden dabei Betriebseinschränkungen unvermeidbar sein.

Wer hat die Konzession im Hellweg Netz für den Zeitraum von 2020 bis 2030 vergeben? Wie war das Abstimmungsergebnis?

Beele: Der NWL ist der zuständige SPNV-Aufgabenträger gemäß dem ÖPNVG NRW. Daher entscheiden auch die Gremien des NWL verantwortlich über die SPNV-Vergaben. Die Zusammensetzung der NWL-Verbandsversammlung kann der Internetseite des NWL entnommen werden. Über das Stimmergebnis dieses nicht-öffentlichen Gremiums geben wir keine Auskunft. Festzuhalten ist, dass die Mitglieder des Ausschusses nicht über die Reihenfolge der Wertung entscheiden. Diese definiert sich nach den strengen wettbewerbsrechtlichen Rahmenbedingungen des EU-Gesetzgebers.

Haben die Probleme der Eurobahn auf der Strecke im Vorfeld zu einer veränderten Ausschreibung geführt (höhere Strafen bei Verspätungen, Ausfällen)?

Beele: Konkrete Probleme in Verkehrsnetzen werden immer dazu genutzt, um in Folgeausschreibungen Lehren zu implementieren. Eine Anpassung von Strafregelungen wird für jede Neuvergabe geprüft. Die Betriebsqualität im Bestandsvertrag ist dabei jedoch nur ein Aspekt, der zu berücksichtigen ist. Bei der Neuvergabe des Hellweg Netzes ab Dezember 2018 wurde insbesondere eine größere Platzkapazität auf der RB 50 und weiteren Linien gefordert. So werden zwischen Dortmund und Münster künftig anstelle der zwei vierteiligen Triebwagen zwei fünfteilige Triebwagen verkehren. Generell ist der Ansatz des NWL, mit neuen Vergabeverfahren eine größtmögliche Betriebsstabilität zu erreichen. Nicht nur die Eurobahn und nicht nur die Performance von EVU ist jedoch allein ausschlaggebend für die vom Fahrgast wahrgenommene Qualität.

Gibt es konkrete Hebel, den aktuellen Zustand schnell abzustellen?

Beele: Es geht bei den aktuellen Einschränkungen ganz vornehmlich um Verspätungen aufgrund von Langsamfahrstellen (LA-Stellen), die man der Eurobahn nun wirklich zu allerletzt anlasten kann. Einen konkreten Hebel für die Auflösung von LA-Stellen hat, wenn überhaupt, DB Netz in der Hand.

Gibt es Möglichkeiten, eine deutlich bessere Informationspolitik durchzusetzen?

Beele: In Bezug auf die Information von Verspätungen ist mit Sicherheit zu allererst die Eurobahn verantwortlich, auch wenn es da Nebenparameter gibt.

Gibt es Statistiken, die den Verursacher von Verspätungen und Zugausfällen über einen längeren Zeitraum benennen?

Beele: Der NWL veröffentlich jährlich einen Qualitätsbericht, der auf unserer Internetseite veröffentlicht ist.   | www.nwl-info.de/servic

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