Gemeinsames Projekt über Ortsgrenzen hinweg wird vom LWL gefördert
Eine Schmiede für Körper und Geist

ASCHEBERG/HERBERN -

Michelle Quast, Marius Bretzke und Marvin Lehnardt besuchen die „Eisenschmiede“. Sie ist ein Baustein des Projektes „Ich kriege mein Leben gestemmt“, das die OJA gemeinsam mit dem Jugendzentrum Olfen und dem JuNo Nordkirchen anbietet.

Dienstag, 20.11.2018, 13:22 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 16.11.2018, 20:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 20.11.2018, 13:22 Uhr
Körperliche Fitness in der „Eisenschmiede“ ist ein Teilaspekt des OJA-Projektes, an dem sich Marvin Lehnhard, Michelle Quast und Marius Bretzke (v.l.n.r.) aktiv beteiligen.
Körperliche Fitness in der „Eisenschmiede“ ist ein Teilaspekt des OJA-Projektes, an dem sich Marvin Lehnhard, Michelle Quast und Marius Bretzke (v.l.n.r.) aktiv beteiligen. Foto: tani

In dem kleinen Raum im Hinterhof des JuIn Herbern ist es kalt. Michelle Quast , Marius Bretzke und Marvin Lehnardt halten einmal kurz die Hände über die kleine Standheizung und dann legen sie los. In der Eisenschmiede. Nein, hier schmieden sie nicht etwa heißes Eisen. „Obwohl ich zugeben muss, als ich Eisenschmiede gehört habe, da dachte ich auch erst, jetzt wird es hier kreativ“, verrät Michelle Quast grinsend. Doch von wegen. Es wird sportlich. Und zwar jeden Donnerstag. Bis Ende April. Denn die „Eisenschmiede“ ist ein Baustein des Projektes „Ich kriege mein Leben gestemmt“, das die OJA gemeinsam mit dem Jugendzentrum Olfen und dem JuNo Nordkirchen nun anbietet. „Und da sind wir dann montags zum Cardio-Training in Nordkirchen, dienstags zum DinnerDeluxe und Chillout in Olfen und donnerstags zur sportlichen Betätigung hier in Herbern“, erklärt Marvin.

Die Teilnahme an den drei Bausteinen ist freiwillig. „Niemand muss, jeder kann“, verdeutlicht OJA-Mitarbeiter Dirk Hermann, dass kein Zwang an der Teilnahme des vom LWL geförderten Projektes besteht. Michelle, Marius und Marvin jedoch wollen sich alle drei Teile näher anschauen und haben sich fest vorgenommen vor allem den sportlichen Teil donnerstags in Herbern durchzuziehen. Die Motivation kommt nicht von ungefähr. „Es ist immer leichter so etwas in der Gemeinschaft anzugehen, da spornt man sich gegenseitig an“, sagt Michelle. Für Marvin hingegen war „der ganze Aufbau der Eisenschmiede schon richtiger Ansporn“.

Eigens für dieses Projekt sind Crosstrainer, Hantelbank, Rudergerät und andere Fitnessgeräte in dem Raum aufgestellt worden. Dass sie dort gut betreut werden, da sind sich die Drei sicher. „Martin Brinkmann ist qualifizierter Trainer und Dirk Hermann kennt sich ebenfalls bestens auf dem Gebiet aus, so dass alle Teilnehmer die ihnen entsprechenden Trainingspläne erhalten“, weiß Michelle, die übrigens auch außerhalb des OJA-Programms drei Mal in der Woche ein Fitness-Studio besucht. Auch Marius ist als Fußballspieler sportlich regelmäßig im Training.

Marvin hingegen musste seine sportliche Aktivitäten ein wenig hinten anstellen, denn er schreibt gerade Bewerbungen. Dennoch will er sich in der Eisenschmiede voll einbringen. Ihm geht es dabei jedoch nicht darum „zu einem Arnold Schwarzenegger zu mutieren“, sagt er. Die drei Komponenten, die das Projekt mit Ausdauer, Ernährung und Fitness umfasst, machen als Ganzes den Reiz aus. „Man sollte wissen, was man tut“, erklärt Marius, „und vor allem wie man es angeht“, ergänzt Marvin. Denn was das Projekt „Ich krieg mein Leben gestemmt“ tatsächlich bedeutet, das haben alle drei verstanden. „Wenn man sich fit und gesund fühlt, dann hat man mehr Power und das Gefühl, alles im Leben bewältigen zu können“, bringt es Michelle auf den Punkt.

Genau das ist die Intention, die hinter dem Projekt steckt. „Mach mit, dann sieht die Welt schon anders aus“ - der Titel des Plakats sagt schon alles. „Wir haben dieses Projekt gezielt auf die Beine gestellt, denn wir haben in den letzten Monaten vermehrt Antriebslosigkeit bei den Jugendlichen festgestellt“, so Dirk Hermann. Ein bewusster Umgang mit sich selbst, sieht der OJA-Mitarbeiter als ersten Schritt auch um Selbstvertrauen aufzubauen. Absichtlich haben die Jugendsozialarbeiter überdies monatliche Highlights geplant. Im November geht es zum Lasertag nach Münster. „So ermöglichen wir den Jugendlichen über den Tellerrand zu schauen, anderes zu sehen, andere Leute kennenzulernen.“ Der Anfang ist gemacht. Michelle, Marius und Marvin haben ihn in der Eisenschmiede getätigt. In ihren Augen die perfekte Bezeichnung. „Denn man ist ja letztendlich seines eigenen Glückes Schmied“, so die Drei.

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