Schützenverein Horn legt Chronik vor
Bilder und Berichte aus 100 Jahren

Herbern -

Ihr 100-Jähriges feiern 2019 die Horner Schützen. Für eine Festschrift haben sie das Vereinsarchiv geöffnet.

Freitag, 07.12.2018, 18:00 Uhr
Das älteste Bild aus der Geschichte des Schützenvereins Horn ist aus dem Jahr 1928. Die Fahnenträger sind Heinrich Berger,Bernhard Langenberg und Heinrich Aschwer. Die Festgesellschaft bilden (v.l.): Maria Mense, Theo Wesselmann, Maria Bockel,Ludwig Mense, Ehepaar Theo Kranefeld, Theo Wemhoff, Königin Käthe Essmann, König Heinrich Sendermann, Wilhelm Heitbaum,Elisabeth und Franz Siepenkott, Ehepaar Mehring, Ehepaar Theo Wesselmann. Dazu vorne: Heinrich Tentrup, Theodor Ickerodt.1979 taufte Hildegard Wesselmann die Kanone Hörnchen, Oberst Ludwig Heimann ist mit den Hornern interessierter Zuschauer. Früher gemeinsam auf der Schulbank, jetzt präsentieren Heinrich Roters und Theo Heitbaum die Horner Chronik. Horner Jubiläumskönige: Josef Schulze Finkenbrink gratuliert Anton Fleige 1969 (oben), Richard und Agnes Großerichter regierten Horn 1994.
Das älteste Bild aus der Geschichte des Schützenvereins Horn ist aus dem Jahr 1928. Die Fahnenträger sind Heinrich Berger,Bernhard Langenberg und Heinrich Aschwer. Die Festgesellschaft bilden (v.l.): Maria Mense, Theo Wesselmann, Maria Bockel,Ludwig Mense, Ehepaar Theo Kranefeld, Theo Wemhoff, Königin Käthe Essmann, König Heinrich Sendermann, Wilhelm Heitbaum,Elisabeth und Franz Siepenkott, Ehepaar Mehring, Ehepaar Theo Wesselmann. Dazu vorne: Heinrich Tentrup, Theodor Ickerodt.1979 taufte Hildegard Wesselmann die Kanone Hörnchen, Oberst Ludwig Heimann ist mit den Hornern interessierter Zuschauer. Früher gemeinsam auf der Schulbank, jetzt präsentieren Heinrich Roters und Theo Heitbaum die Horner Chronik. Horner Jubiläumskönige: Josef Schulze Finkenbrink gratuliert Anton Fleige 1969 (oben), Richard und Agnes Großerichter regierten Horn 1994. Foto: Archiv Schützenverein Horn

100 Jahre Schützenverein Horn: Im Jubiläumsjahr 2019 blicken die Schützen auf eine beeindruckende Vereinsgeschichte und auf zahlreiche Anekdoten zurück. Vorsitzender Heinrich Roters und Journalist Theo Heitbaum haben die Chronik aus Anlass des bevorstehenden Jubiläums auf den neuesten Stand gebracht. Herausgekommen ist ein 114 Seiten starkes und buntes Potpourri, das die Vereinsgeschichte lebendig werden lässt.

Sie pflegen Traditionen und Freundschaften, können aber auch Überholtes fallen lassen und neue Ideen umsetzen: Mit dieser Einstellung haben es die Horner Schützen geschafft, dass der Verein auch 100 Jahre nach seiner Gründung noch eine feste Größe ist. Mit mehr als 190 Mitgliedern kann sich die Vereinsgröße in der Herberner Bauernschaft sehen lassen.

Ein Jahr nach Ende des Ersten Weltkrieges, am 14. September 1919, wurde der

  Foto: Horn

Schützenverein Horn gegründet. 60 Mitglieder sorgten mit drei Mark Beitrag für einen anfänglichen Kassenbestand von 180 Goldmark. Bei der ersten Mitgliederversammlung wurde Caspar Heimann zum ersten Vorsitzenden, Theodor Kortsteger zu seinem Stellvertreter, Bernhard Heitbaum zum Kassierer und Josef Heimann zum Schriftführer gewählt. Nach dem ersten Schützenfest blieb kein Pfennig übrig, denn schon alleine die Fahne schlug mit 800 Mark zu Buche. Freiwillige Gaben und der Jahresbeitrag von 88 Mitgliedern verhinderten im Premierenjahr rote Zahlen.

Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre des Zweiten Weltkriegs werden die Aufzeichnungen in den Unterlagen immer dürftiger, wie man in der Chronik nachlesen kann. Gleich beim ersten Fest nach der Machtergreifung durch Hitler verzichtet Ludwig Cohn auf die Königswürde und die Holzreste werden wieder nach oben befördert. Cohn ist Jude und hätte, genau wie der Verein mit vielen Repressalien rechnen müssen. Der Verein verliert in dieser Zeit seine eigene Identität wie sie 1919 in den Ordnungen formuliert worden ist. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg legten die Horner Schützen eine elfjährige Zwangspause ein. Als am 2. April 1950 dann ins Lokal Hönnemann eingeladen wird, sind sich die Versammlungsmitglieder einig, weiterzumachen. Beim ersten Nachkriegsschützenfest, bei dem Josef Schulze Finkenbrink die Schützen als Vorsitzender anführt, regnet es ohne Pause. Franz Hönekop sichert sich in diesem Jahr die Königswürde. Von Traditionen getragen markiert das Fest im Jubiläumsjahr 1969 den Aufbruch in eine neue Ära. Die Schützenfeste werden im Wechsel mit einem Sommerfest nur alle zwei Jahre gefeiert. Zu dem Hauptkönig wird auch der kleine König, der sogenannte Flaschenkönig ausgeschossen. Ebenfalls wird ein Biwak in den Kalender aufgenommen und seit 1978 feiert der Nachwuchs der Horner Schützen ein Kinderschützenfest. Bernhard Schlierkamp machte damals den Anfang hierzu, zu seiner Kinderschützenkönigin nahm er Irene Krampe. Während die Schützenmesse in der Kapelle von Schloss Westerwinkel stattfindet, und der König am Graf-von-Merveldt-Schützenplatz ausgeschossen wird, ist und war der Schützenverein mit der Familie Hammwöhner eng verbunden. Die Feste wurden über vier Jahrzehnte in der Scheune der damaligen Gaststätte „Zum letzten Wolf“ gefeiert.

Bernhard Schlierkamp war erster Kinderkönig.

Bernhard Schlierkamp war erster Kinderkönig. Foto: Horn

Heinrich Roters ist froh, dass die Festschrift jetzt fertig ist. Unzählige Stunden wurde hieran gearbeitet. Während der Vorsitzende das Bildmaterial aus seinem Archiv lieferte, füllte Heitbaum die Jubiläumsschrift mit Daten, Fakten und Erinnerungen der Vereinsgeschichte. Viel Zeit hat das Versehen der Bilder mit den jeweiligen Namen in Anspruch genommen. Dabei haben viele Vereinsmitglieder, aber auch andere Vereine, wie die Landfrauen einen großen Anteil genommen, wie beide bestätigen. Besonders stolz sind Roters und Heitbaum auf ihre Königs-Bildergalerie, die bis auf vier Könige vor dem Krieg vollzählig ist. Insgesamt gab es in den 100 Jahren Vereinsgeschichte 90 große, kleine und Kinderschützenkönige.

1969 Josef Schulze Finkenbrink gratuliert Anton Fleige.

1969 Josef Schulze Finkenbrink gratuliert Anton Fleige. Foto: Horn

250 Bilder aus dem Vereinsleben der Horner machen dieses Buch so lebendig. Randnotizen und Anekdoten gibt es hier zur Genüge und lassen die Schützenherzen aufleben. Dass sich Theo Heitbaum als Nichtschütze für die Festschrift so ins Zeug warf, war für ihn Ehrensache, denn sein Vater Heinrich wie auch sein Schwiegervater Anton Fleige waren im Vereinsleben der Horner über Jahrzehnte im Vorstand aktiv. Heitbaums Vater hatte seinerzeit schon mit dem Sammeln der Königsbilder angefangen. Dieses Werk hat der gebürtige Horner jetzt komplettiert. Die Festschrift wird in den nächsten Wochen kostenlos an jedes Mitglied und die Sponsoren, bei denen der Vorsitzende auf offene Ohren gestoßen war, verteilt. Einige Restexemplare sind für zehn Euro pro Festschrift bei Heinrich Roters unter ( ✆ 0 25 99/ 74 02 77) erhältlich.

  Foto: iss

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