Fleitner-Orgel blickt auf 125-jährige Geschichte zurück
Königlicher Klang aus 1119 Pfeifen

Herbern -

Die Fleitner-Orgel in St. Benedikt blickt 2019 auf eine 125-jährige Geschichte zurück. Seit dem Einbau ist ihr Originalbestand mit 1119 Pfeifen nicht verändert worden. Zum Jubiläum sind zwei Konzerte geplant.

Mittwoch, 09.01.2019, 13:22 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 12:30 Uhr
Küster Uwe-Reiner Bochmann ist immer wieder fasziniert von der üppigen und einzigartigen Klangfülle der Fleiter-Orgel und ihrer 1119 Pfeifen.
Küster Uwe-Reiner Bochmann ist immer wieder fasziniert von der üppigen und einzigartigen Klangfülle der Fleiter-Orgel und ihrer 1119 Pfeifen. Foto: Schütte

Die Advents- und Weihnachtszeit beschert den Kirchenmusikern alle Jahre wieder eine wahre Hochkonjunktur. So hatte Küster Uwe-Reiner Bochmann in den vergangenen Wochen reichlich Gelegenheit, auf die Empore der St. Benedikt-Kirche zu steigen und die Fleiter-Orgel erklingen zu lassen. 2019 blickt diese „Königin der Instrumente“ auf eine 125-jährige Geschichte zurück.

Zehn Register im Hauptwerk, fünf im Neben- und sechs im Pedalwerk: Mit diesen 21 Klangfarben ist die Fleiter-Orgel alles andere als ein „alltägliches“ Instrument. Zudem ist sie seit dem Einbau in ihrem Originalen-Bestand nicht verändert worden. „Die Orgel besticht durch romantische Klangfülle“, berichtet Bochmann.

Auf der Klaviatur der Klangfarben spielen, das kann man mit dieser Orgel besonders gut. Denn in ihr verbirgt sich hinter dem Prospekt (der Schauseite der Orgel) eine ganze Schatzkammer verschiedener Pfeifen aus Holz und Metall. Jedes Register verfügt über 54 Pfeifen, die sich jeweils in Größe und Bauform unterscheiden. Hierdurch entstehen die unterschiedlichen Klangfarben: Flöte, Gamba, Trompete und Posaune, um nur einige zu nennen. Insgesamt befinden sich im Inneren der Orgel 1119 Pfeifen, von Daumengröße bis zu einer Länge von über fünf Metern.

Ein Druck auf die Tasten entfesselt den Orgelwind, der die Pfeifen anbläst und im Bruchteil einer Sekunde die Funktionsweise hör- und erlebbar macht: Der Klang der Fleiter-Orgel erfüllt den ganzen Kirchenraum von St. Benedikt. „Man kann mit Hilfe des originalen Blasebalgs die Orgel auch auf mechanischem Wege mit Wind versorgen. Bis zur Elektrifizierung war das früher gang und gäbe“, erzählt der Küster. Jetzt übernimmt diese Aufgabe ein Elektromotor. Und als zu Weihnachten aus den Orgelpfeifen das Lied „O du fröhliche“ erklang, wurde es dem Küster einmal mehr warm ums Herz. Denn es handelt sich um eines seiner Lieblingslieder.

Zum Orgelspielen zieht der 53-Jährige immer seine roten Orgelschuhe an. „Das ist ein Muss, weil die Schuhe schmal sein müssen, mit glatter Sohle und kleinem Absatz zum leichten Gleiten über die Pedaltasten“, sagt der Küster.

Den Auftakt zum Orgeljubiläum gestaltet Bochmann selbst, zusammen mit Bernd Bülskämper am 7. April (Sonntag) um 17 Uhr. Ein weiteres Orgelkonzert wird von Prof. Ludger Lohmann aus Stuttgart gespielt. Der Termin wird noch bekanntgegeben.

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