Neue Broschüre für Jugendliche
Mein Papa hat ALS – so ein Mist!

Ascheberg -

Die Diagnose ALS stellt das Leben betroffener Familien auf den Kopf. Rauscht sie in die Pubertät, bringt das einen Jugendlichen schnell aus dem Konzept. Der Ascheberger Verein „Diagnose ALS was nun“ hat speziell für Jugendliche eine Broschüre erstellt.

Donnerstag, 24.01.2019, 20:00 Uhr
Claudia Weber stellt die neue Broschüre “Ansonsten alles super“ des Vereins „Diagnose ALS was nun“ für Jugendliche vor.
Claudia Weber stellt die neue Broschüre “Ansonsten alles super“ des Vereins „Diagnose ALS was nun“ für Jugendliche vor. Foto: privat

ALS trifft Pubertät - so lässt sich der neueste Ratgeber des Ascheberger Vereins „Diagnose ALS was nun“ beschreiben. Vorsitzende Claudia Weber stellt eine Broschüre vor, die eine Informationslücke bei den Jugendlichen schließt. Sie ist völlig anders geschrieben als die Büchlein für Kinder, fürs Essen oder erwachsene Angehörige von Erkrankten. Schließlich ist die Zielgruppe speziell. „Jugendliche haben oft genug mit sich selbst zu tun. Wenn in diese Welt eine ALS-Diagnose rauscht, bringt das einiges durcheinander“, berichtet die Aschebergerin.

Die Informationen sind im Stile einer WhatsApp-Nachricht gehalten. Da heißt es, „die Krankheit ALS ist nicht ansteckend“ oder „hat jemand die Krankheit ALS ist etwas mit den Nerven nicht in Ordnung.“ Ein wichtiger Helfer beim Erstellen der Broschüre war Andreis Heuts, der schon andere Projekte mit Jugendlichen durchgeführt hat. Um die Zielgruppe zu erreichen, hat Weber mit Ilona Karnstedt eine Mediengestalterin ins Boot geholt. Schließlich soll das Werk, das von der DAK Gesundheit gefördert wird, Jugendlichen in einer schweren Situation helfen.

Die Broschüre versucht die Gefühlswelt der Jugendlichen zu erreichen: „Mein Papa hat ALS! So ein Mist.“ Und sie stellt Fragen „Grade mein Papa. Der war immer so stark. Und jetzt?“ Für die Antwort ist Platz gelassen. Die Broschüre „Ansonsten alles super“ bietet auf freien Flächen eine Tagebuch-Funktion an. Es darf ausgeschnitten werden. Es können Fotos eingeklebt werden.

„Am Anfang sah alles quietschbunt aus“, erinnert sich Claudia Weber an den Start der Arbeit. Jetzt kommt die Broschüre mit zwei Farben aus: schwarz und grün. Die Arbeit zu dritt hat immer wieder Inhalte verändert, Neues angestoßen, einiges wegfallen lassen. Für Weber war während des Erstellens eins wichtig: „Wir haben es einem Jugendlichen zu lesen gegeben, der auch betroffen war. Er hat sich darin wiedergefunden. Das hat uns bestärkt, es so zu machen.“ Obwohl der Kontrast manchmal krass ist. „Take it easy“ heißt es in großen Buchstaben auf einer Seite. Und nebenan folgt die bittere Wahrheit: „An einer schweren Krankheit sterben die Menschen.“ Internetadressen folgen. Denn mit der Broschüre allein ist es nicht getan. Doch an ihr können sich Jugendliche zuerst einmal festhalten, wenn eine Diagnose den Boden unter den Füßen wegzieht, zumal die Krankheit mangels geeigneter Medikamente immer noch tödlich endet. Die Broschüre ist über die Homepage erhältlich.

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