Männerchor Herbern hat sich aufgelöst
Mit Tränen in den Augen

Herbern -

Zum letzten Mal trafen sich am Montagabend die 18 verbliebenen Sänger des Herberner Männerchores zu einer abschließenden Generalversammlung in der Gaststätte Deitermann. Nach 40 Jahren haben die Sangesbrüder die Notenbücher zugeklappt und ihre Auflösung beschlossen.

Dienstag, 29.01.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 16:14 Uhr
Eine letzte Abstimmung: Der Männerchor Herbern hat sich am Montagabend um 201.5 Uhr aufgelöst. Das letzte Vorstandsduo bildeten Norbert Zdahl und Reinhard Lohmann. Als die WN-Bilder noch schwarz-weiß waren, erlebte der Männergesangverein Herbern seine besten Zeiten.
Eine letzte Abstimmung: Der Männerchor Herbern hat sich am Montagabend um 201.5 Uhr aufgelöst. Das letzte Vorstandsduo bildeten Norbert Zdahl und Reinhard Lohmann. Als die WN-Bilder noch schwarz-weiß waren, erlebte der Männergesangverein Herbern seine besten Zeiten. Foto: iss

Gegründet wurde der Männergesangsverein von Fritz Eling, Rudi Eidecker, Josef Gesenhoff , Bernhard Hofstätte, Rudolf Klötgen, Hannes Nägeler und Ludger Vienenkötter am 24. August 1978. Zu seinen Glanzzeiten war der Chor mehr als 30 Sänger stark. Jetzt sind die Stimmen verstummt. Der Grund sind Überalterung und fehlender Nachwuchs.

Bitterkeit liegt in der Stimme von Norbert Zdahl, der bis zuletzt gemeinsam mit Reinhard Lohmann als Vorsitzende den Chor führte. „Zuletzt waren wir noch ganze 18 Sänger, da kann kein Chor sich mehr Gehör verschaffen. Schweren Herzens haben wir deswegen die Auflösung beschlossen“, sagte er während der Versammlung.

Aus dem Fotoalbum des Männerchors Herbern

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Das Durchschnittsalter der Herren lag zuletzt bei 75 Jahren. Ludger Vienenkötter, der seinerzeit den Chor mit gegründet hat, verlas mit Tränen erstickter Stimme den letzten Jahresbericht des Vereines vor. „Rückblickend kann ich sagen, der Männnerchor war eine tolle Gemeinschaft. Wir haben viel Spaß und Freunde miteinander gehabt. Unvergessen sind auch die herrlichen Fahrten und Chorkonzerte. Alles ging aber nur, weil wir sehr gute Vorsitzende und Vorstandsmitglieder hatten, die sich für den Verein engagierten.“ Vienenkötter hat alle Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt. Insgesamt gab es in all den Jahren fünf Chorleiter.

Bevor der letzte Schritt zur Auflösung des Vereins vollzogen wurde, ging es noch um das Barvermögen, das der Männerchor besitzt. Dieses wird nach der Satzung auf die Kindergärten St. Benedikt und St. Hildegardis verteilt. Da jetzt aber noch ein dritter Kindergarten (Kita Abenteuerland) dazu gekommen ist, war die Überlegung einiger Chormitglieder mit der Zustimmung des Amtsgerichte, das Barvermögen an drei Kitas zu übertragen. „Wir werden den Wunsch vortragen, was das Amtsgericht dazu sagt, werden wir dann sehen. Ansonsten geht es nur an die beiden Kitas, die es zu dem Zeitpunkt ja nur in Herbern gab“, so Reinhard Lohmann.

Von den 18 anwesenden und stimmberechtigten Mitgliedern wurde um 21.05 Uhr die Auflösung des Chores mit drei Gegenstimmen vollzogen. „Es ist ein Stich ins Herz“, betonte Reinhard Lohmann, der zum finalen Votum aufrief. Als Liquidator wurde im Vorfeld Hans-Georg Hänel bestimmt. Seine Aufgabe besteht jetzt darin, das vorhandene Vermögen aufzulisten und Wertgegenstände, wie die Orgel, zu verkaufen.

Doch wo ein Ende ist, gibt es auch einen neuen Anfang. Einige Chormitglieder wollen einen Gesangs-Stammtisch gründen. Dieser wird einmal im Monat – geplant ist der erste Montag im Monat – ab 19.30 Uhr in der Gastwirtschaft Deitermann stattfinden. Eingeladen sind alle, die Spaß am singen haben. Ansprechpartner hierfür sind Hans-Georg Hänel und Gerd Gesenhoff.

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