Combi kommt vorerst nicht
Zweiter Anlauf zum Vollsortimenter

Ascheberg -

Combi kommt – vorerst nicht. Die Gemeinde startet vielmehr das Bieterverfahren nach vier Jahren neu.

Freitag, 22.02.2019, 18:00 Uhr
Das Areal von Rettungsdienst, Feuerwehr und Kik wird in einem neu aufgelegten Bieterverfahren ein zweites Mal für das Ansiedeln eines Vollsortimenters angeboten.
Das Areal von Rettungsdienst, Feuerwehr und Kik wird in einem neu aufgelegten Bieterverfahren ein zweites Mal für das Ansiedeln eines Vollsortimenters angeboten. Foto: hbm

Alles auf Anfang, aber nicht auf Null: Der Rat der Gemeinde Ascheberg hat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, das Bieterverfahren für das Ansiedeln eines Vollsortimenters im Dorf zu wiederholen. Fast im gleichen Atemzug wurde der Grundstückstausch eines südlichen Nachbarn mit der Gemeinde gebilligt. Was am Freitag von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, Klaus van Roje, Helmut Sunderhaus und Martin Wolf präsentiert wurde, soll im ersten oder zweiten Quartal 2020 baulich starten.

Alles auf Anfang: Combi kommt! Das war die Botschaft im März 2015. Die Bünting-Gruppe setzte sich mit ihren Marktplänen gegen zwei weitere Bieter durch. Als dann aus Skizzen Pläne und Computeranimationen wurden, zeigte sich, dass der Combi mit einer Verkaufsfläche von 2100 Quadratmetern nicht in die vorgegebene Gebietskulisse passte. Insbesondere zum Süden hin wurden Abstandsvorgaben nicht eingehalten. Das gewünschte Gebäude passte auch nicht, wenn die großzügigeren Vorgaben der neuen Landesbauordnung als Maßstab angelegt wurden. Nach einem längeren Austausch zog die Gemeinde den Schlussstrich. Ohne deutliche Änderung der Vorgaben aus dem Bieterverfahren wäre Bünting aus ihrer Sicht nicht ans Ziel gekommen. Deutliche Änderungen hätten im Zuge der Gleichbehandlung aber auch den anderen Bietern zugestanden. Deswegen verwirft die Gemeinde das Ergebnis und setzt den Bieterwettbewerb auf Anfang. Die juristische Seite habe man geprüft. Von dort, so Risthaus, sei kein Ungemach zu erwarten.

Nicht auf Null: Im parallel laufenden Bauleitverfahren gab es heftige Kritik an der Größe des geplanten Marktes. „Das war 2015 auf der einen Seite nicht klar zu erkennen, aber wir haben durch die Diskussion auch gelernt“, erklärte Risthaus. Dieses neue Wissen fließt in die neuen Unterlagen ein. Wo 2015 stand, man wünsche einen Vollsortimenter über 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche, werden nun maximal 1800 Quadratmeter vorgeschrieben. Die Gesamthöhe wird auf acht Meter gedeckelt. Das Gebäude wird also schrumpfen. Zünglein an der Waage war wohl ein südlicher Nachbar. Bisher lehnte er eine freiwillige Umlegung ab. Mit dem Vorschlag der Gemeinde, den Verkaufsraum zu begrenzen, wird er ein kleineres Nachbargebäude erhalten. Am 19. Februar waren der Ascheberger und die Gemeinde beim Notar, ihr Grundstückstausch bringt eine gerade Grenze. Den Bünting-Plänen hätte das in Sachen Abstand aber nicht abschließend genutzt.

Nicht auf Null: Gegenüber 2015 hat die Gemeinde das Vorkaufsrecht für das Kik-Gebäude gezogen. Es soll abgerissen werden. Die Fläche steht für Platz- und Baupläne zur Verfügung. Dazu kommt der freiwillige Grundstückstausch, so dass die gesamte Fläche im Besitz der Gemeinde ist. Sie hat in dem Bereich zudem eine Grenze gezogen, die ein Baukörper nicht überschreiten darf. Im neuen Verfahren verspricht sich die Gemeinde auch einen deutlich höheren Kaufpreis. Das Mindestgebot wird gegenüber 2015 schon einmal angehoben. Sorge, dass ein neues Verfahren kein Interesse erzeugt, hat die Verwaltung nicht. „Wir sind als Ort und an der Stelle durchaus attraktiv“, glaubt Risthaus. Die veränderten Unterlagen sollen zügig verbreitet werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6411035?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
Nachrichten-Ticker