Konflikte an „Schwakes Pättken“
Unangeleinte Hunde sorgen für Ärger und schüchtern Schulkinder ein

Ascheberg -

Die Morgen-Idylle an Schwakes Pättken trügt: So friedlich wie bei einer Stippvisite des Ordnungsamtes geht es hier nicht immer zu.

Freitag, 01.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 21:02 Uhr
Zwei Hunde, vorbildlich angeleint und einige Meter weiter war nach einem „Geschäft“ auch die Tüte zur Hand. So wünschen sich das Felicia Wins und Thomas Stohldreier von der Gemeinde Ascheberg, die an „Schwakes Pättken“ kontrollierten.
Zwei Hunde, vorbildlich angeleint und einige Meter weiter war nach einem „Geschäft“ auch die Tüte zur Hand. So wünschen sich das Felicia Wins und Thomas Stohldreier von der Gemeinde Ascheberg, die an „Schwakes Pättken“ kontrollierten. Foto: hbm

Die Sonne geht tieforange hinter Schwakes Wäldchen auf. Kinder sind auf dem Pättken zwischen den Wohngebieten unterwegs. Sie reden eifrig miteinander. Eine gelbe Warnweste ist in der perfekten Morgenidylle zu sehen. Doch so friedvoll wie bei diesem ersten Eindruck ist es auf „Schwakes Pättken“ nicht an jedem Morgen. Eine Mutter hat in der WN-Redaktion berichtet, dass ihr Kind von einem Schäferhund angesprungen worden ist. Nicht nur einmal. Er ist gestürzt oder auch in die Wasserstelle gefahren.

Vorfall hat Folgen 

Mittlerweile hat das Kind große Angst vor Hunden. Angesichts dieser Geschichte hat Thomas Stohldreier, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales, nicht gezögert, gemeinsam mit Felicia Wins vom Ordnungsamt aus dem Rathaus mit den WN zu einem Ortstermin an „Schwakes Pättken“ zu kommen. „Was uns berichtet worden ist, darf nicht sein. Dagegen müssen wir vorgehen“, stellt Stohldreier klar. Gleich der erste Vierbeiner ist nicht angeleint. Der Verwaltungsmann ermahnt, die Besitzerin ist einsichtig. Stohldreier spricht auch die nächsten beiden Frauen an, weist darauf hin, dass es „Vorfälle gegeben hat, die wir als Gemeinde nicht hinnehmen dürfen.“

Kontrollen sprechen sich rum

Als wenig später ein Hund, der auf Handyfotos als oft freilaufend bekannt ist, in der Ferne an der Leine zu sehen ist, wird klar: Der Auftritt des Ordnungsamtes verbreitet sich wie der Standort eines Blitzers, der das Tempo kontrolliert. Das macht den Ordnungshüter das Einhalten von Regeln auch schwer. Trotzdem: „Wir werden hier immer wieder einmal vorbeischauen“, verspricht Stohldreier. Felicia Wins bittet darum, dass genauere Zeiten für Kontrollen genannt werden, damit der Mitarbeiter zielgerichtet vorgehen kann. Wünschen würde sich das Duo aus dem Rathaus, dass Verfehlungen zur Anzeige gebracht werden. „Wir bekommen genug anonyme Hinweise. Wir benötigen aber Zeugen“, sagt Stohldreier. Da wird es unter Nachbarn oft schwer.

Hunde auf Spielplätzen

Eine halbe Stunde später bei einer Stippvisite der WN kommt ein Hundehalter aus dem Bereich Rheinsbergring, lässt seinen Hund frei. Der verrichtet sein Geschäft am Rand der Wasserstelle, in der Kinder gerne spielen, der Halter pfeift, leint den Hund an und geht. „Als Schnee lag, haben einige Leute ihre Hunde auf den Spielplatz geschickt“, berichtet eine Mutter. Beseitigt haben sie die Spuren nicht. Ein frei gehender Golden Retriever und ein unablässig die Grenzen der Leine erprobendes Wollknäuel sind die nächsten Vierbeiner auf „Schwakes Pättken“.

Regeln fürs Gassigehen

1. Hunde – egal ob es sich um kleine Hunde, große Hunde oder gefährliche Hunde handelt – sind so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht.

2. Alle Hunde sind anzuleinen- in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Bereichen, Straßen und Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr,- in der Allgemeinheit zugänglichen, umfriedeten Park-, Garten- und Grün-anlagen einschließlich Kinderspielplätzen,- bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen,- in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten.

3. Große Hunde, also solche mit einer Widerristhöhe von mindestens 40 Zentimetern oder einem Körpergewicht von mindestens 20 Kilogramm, sind außerhalb eines befriedeten Besitztums innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen anzuleinen.

4. Gefährliche Hunde und Hunde bestimmter Rassen unterliegen der Anlein- und Maulkorbpflicht.

(Quelle: Ordnungsamt)

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Stichprobe

Die Beschwerde der Mutter erreichte die WN-Redaktion, nachdem ein kleiner Familienhund beim Zusammentreffen zweier unangeleinter Hunde von einem Jagdhund todgebissen worden war. Und nachdem ein unangeleinter Schäferhund auf der Davensberger Straße einen Unfall verursacht hatte. Deswegen haben die WN sich um eine Stichprobe bemüht und über eine Woche Hunde im Ort beobachtet. An viel befahrenen Straßen sind annähernd 100 Prozent der Hunde angeleint. In Wohngebieten und ruhigen Straßen (Bahnhofsweg) wurden 21 von 137 Hunden ohne Leine gesehen. Bei den Recherchen ist von Aschebergern zu hören: Was Schwakes Pättken im Süden ist, nennt sich im Norden Melkpatt.

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