Aeham Ahmad kommt nach Ascheberg
Aus Ruinen ins Rathaus

Ascheberg -

Für 31. März (Sonntag) begrüßt der KuKADuH mit dem Pianisten Aeham Ahmad einen besonderen Gast.

Samstag, 09.03.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 15:40 Uhr
Aeham Ahmad spielte in Trümmern bevor er fliehen musste.
Aeham Ahmad spielte in Trümmern bevor er fliehen musste. Foto: Ebbeke

Für 31. März (Sonntag) begrüßt der KuKADuH mit dem Pianisten Aeham Ahmad einen besonderen Gast. Ahmad wird Klavier spielen und singen und begleitend hierzu wird Marie-Luise Koch vom Vorstand des Kulturvereins Passagen aus seinem Buch vorlesen.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) im Bürgerforum. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf für zwölf Euro, Mitglieder elf Euro, Abendkasse 13 Euro bei den bekannten Vorverkaufsstellen.

Aeham Ahmad wurde 1988 in Yarmouk geboren, einem Vorort von Damaskus. Früh förderte sein blinder Vater sein musikalisches Talent. Mit vier Jahren begann Aeham Keyboard zu spielen, mit sieben erhielt er Klavierunterricht im renommierten Arabischen Institut in Damaskus. Später studierte er Musikpädagogik in Homs. Während des Krieges verletzte ein Granatsplitter die Finger seiner rechten Hand; auch deshalb wird ihm eine Karriere als klassischer Konzertpianist verwehrt bleiben.

Ab Sommer 2013 war Yarmouk vollständig abgeriegelt, mehr als 100 Menschen verhungerten. Damit wollte sich Aeham nicht abfinden. Er lud sein altes Ukraina-Klavier auf einen Rollwagen und spielte in den Ruinen, um gegen den Hunger zu protestieren und den Menschen in seinem Viertel Hoffnung zu geben. Bis im April 2015 der IS das Viertel unter seine Kontrolle brachte – und Aehams Klavier vor seinen Augen verbrannten.

Ihm blieb nur die Flucht. Über die Türkei, Griechenland und die Balkanroute kam er im September 2015 nach München. Ein Jahr später konnten seine Frau und seine beiden kleinen Söhne nach Deutschland nachkommen. Heute lebt die Familie in Wiesbaden.

Seit seiner Ankunft in Deutschland hat Aeham unzählige Konzerte gegeben, in Berlin und Bonn, Köln und Stuttgart, Mailand und Paris. Er begeistert die Zuschauer mit der Intensität seiner Lieder und der Virtuosität seines Klavierspiels. Stücke von Beethoven und Mozart trägt er vor, vor allem aber eigene Kompositionen, seine fröhlichen, traurigen Lieder gegen Hunger und Gewalt. In München trat er zusammen mit den Sportfreunden Stiller, Judith Holofernes und Herbert Grönemeyer beim „Stars-sagen-Danke-Konzert“ für Flüchtlingshelfer auf. Im Dezember 2015 wurde ihm der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte in Anwesenheit der Pianistin Martha Argerich in der Bundeskunsthalle Bonn verliehen.

In seinem beeindruckenden Buch „Und die Vögel werden singen“ erzählt Ahmad seine Geschichte.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6457911?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F
„Wir erleben ein Wunder“
Frühstücksgespräch: Die Stornos beim Interview in der Küche von unserem Redaktionsmitglied Stefan Werding.
Nachrichten-Ticker