Caritas tauft Wohnheime zu Wohnhäusern um
Bewohner gehen nun „nach Hause“

Ascheberg -

Für die Einen ist es nur der Tausch von drei Buchstaben, für die Bewohner der Caritas-Angebote ein wichtiger und konsequenter Schritt, der zum 1. Januar vollzogen worden ist.

Freitag, 15.03.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 17:46 Uhr
Beim Treffen der Bewohnerbeiräte der Caritas-Wohnhäuser in Ascheberg, Lüdinghausen und Olfen war die Runde sich einig: Die Aktivitäten für den Namenswechsel haben sich gelohnt.
Beim Treffen der Bewohnerbeiräte der Caritas-Wohnhäuser in Ascheberg, Lüdinghausen und Olfen war die Runde sich einig: Die Aktivitäten für den Namenswechsel haben sich gelohnt. Foto: hbm

Für die Einen ist es nur der Tausch von drei Buchstaben, für die Bewohner der Caritas-Angebote ein wichtiger und konsequenter Schritt: Aus den bisherigen Wohnheimen in Ascheberg, Lüdinghausen und Olfen sind Wohnhäuser geworden. Wenn Bewohner unterwegs sind, geht es nicht zurück ins Heim, sondern nach Hause. Bei dieser Sichtweise sind es schnell mehr als drei Buchstaben, die ausgetauscht wurden. Die Idee dazu stammt nicht von einem Caritas-Mitarbeiter, sondern von einem Bewohner in Olfen. Über die Beiräte wurde seit Anfang 2017 am Umsetzen des Bewohner Vorschlags gearbeitet.

In jedem der drei Wohnhäuser wird ein Beirat gewählt. Die Gremien aus Ascheberg, Lüdinghausen und Olfen treffen sich zu gemeinsamen Sitzungen. In dieser Woche blickte die Runde zufrieden zurück auf den Namenswechsel, der zum 1. Januar 2019 vollzogen worden ist. „Es ist super, was die Beiräte erreicht haben“, lobt Ina Große Entrup, Leiterin der Wohnhäuser Lüdinghausen und Olfen, die Runde. Lob habe es auch von den Angehörigen gegeben.

Tim Reißmann, Leiter des Wohnhauses Ascheberg, erinnert an Ursprünge. Zu Beginn trugen die Gruppen in den neuen Wohnheimen noch Namen wie Kindergartengruppen, wie das Lummerland oder Abenteuerland. Die Zeiten haben sich geändert. Teilhabe und Inklusion erhalten zunehmend einen anderen, höheren Stellenwert. Menschen mit Handicap rücken weg vom Rand. „Haus klingt einfach besser, Heim hört sich nach abgeschoben an. Der neue Name ist viel angenehmer“, erklärt Reißmann. Schließlich verändert sich auch das Wohnen, es geht hin zu Appartements.

Bis das alles feststand, hatten die Bewohnerbeiräte aber einiges zu tun. Einig darüber, sich vom Namen „Wohnheim“ trennen zu wollen, war die Frage, welcher neuer Name es denn sein sollte. Es gab Umfragen unter den 136 Bewohnern mit mehreren Vorschlägen. „Wir sind rumgegangen und haben alle Bewohner gefragt“, berichtet Hans-Jürgen Gebauer vom Ascheberger Bewohnerheirat. Am Ende wurden die meisten Striche bei Wohnhaus gesetzt.

Zu klären war auch, ob der Caritas-Kreisverband den Weg mitgeht. Denn der neue Name bedeutete neue Briefköpfe, neue Klingelschilder, neue Stempel, Mitteilungen an Ärzte und andere Institutionen. In Olfen muss eine Bushaltestelle noch umbenannt werden. Die Hinweisschilder im Umfeld der Wohnhäuser müssen ausgetauscht werden. Der Blick nach draußen zeigt beim Treffen in Ascheberg mit alten Hinweisen, dass noch nicht alles fertig ist. Und trotz alles Mühe rutscht Bewohnern und Mitarbeitern immer einmal wieder „Wohnheim“ raus, wo „Wohnhaus“ richtig wäre. „Wir bemühen uns alle“, erklärt Große Entrup, denn in einem Punkt ist die Runde einig: Der Namenswechsel war richtig, die Arbeit hat sich gelohnt.

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