Zu Besuch beim Milchbauern
Update in Sachen Landwirtschaft

Ascheberg -

Zwei, drei Kühe und einen Stall voller Schweine - viele Heimatfreunde kennen die romantische Landwirtschaft von früher noch. Heute sieht das anders aus.

Dienstag, 19.03.2019, 20:00 Uhr
„Wer besucht uns denn da?“, scheinen sich die Kühe im Stall von Ansgar Hegemann gefragt zu haben. Es waren Mitglieder des Heimatvereins, die sich in Sachen Milchviehhaltung auf den aktuellen Stand bringen ließen.
„Wer besucht uns denn da?“, scheinen sich die Kühe im Stall von Ansgar Hegemann gefragt zu haben. Es waren Mitglieder des Heimatvereins, die sich in Sachen Milchviehhaltung auf den aktuellen Stand bringen ließen. Foto: hbm

Ein paar Kühe, ein Stall voller Schweine, Hühner, die zwischen Sauen in der Wiese scharren – dieses romantische Bild der Landwirtschaft haben viele ältere Menschen noch selbst erlebt. Dass und wie sich rund um die Schweine der Alltag auf den Bauernhöfen verändert hat, erlebten Mitglieder des Heimatvereins Ascheberg vor einiger Zeit auf dem Hof Fallenberg. Jetzt brachten sie sich beim Halten von Milchvieh auf den Stand der Dinge.

Mit dem Bus ging es zum Hof von Ansgar Hegemann . Und der machte gleich klar, dass Kühe auf einem Ascheberger Bauernhof nicht Alltag, sondern Rarität sind: „Außer uns gibt‘s noch Milchvieh bei Stilling und Bollermann. Pentrup liegt schon in Herbern“, verriet er den fast 40 Gästen. Auf dem Pachthof im Broek unternimmt Hegemann alles, um die Zahl der Kühe aufzustocken. Im vergangenen Jahr hat der Landwirt den offenen Stall erweitert. Ja, offen. „Die Kühe finden es bei acht Grad besonders gut“, macht der Milchbauer klar und einige in der Runde schüttelt es. Im Umkehrschluss war der vergangene Sommer für die Kühe eine Qual: „Sie sind nicht mehr raus gegangen und bei den Ventilatoren im Stall geblieben. Da war es angenehmer“, erklärt Hegemann.

Melkstand wird zum Nadelöhr

Das Nadelöhr auf einem Milchviehbetrieb ist der Melkstand. Dort muss jede Kuh zwei Mal am Tag erscheinen. Hegemann erklärte den Heimatfreunden zu Beginn, wie die Tiere quasi reihenweise abgefertigt werden. Am Ende erlebten die Gäste das Geschehen live. Die Milch landet in einem Tank, der 8000 Liter fasst, und alle zwei Tage geleert wird. Der Tankwagen bringt die Milch nach Everswinkel. „Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Molkereien wollen ihre Wagen voll bekommen“, beantwortete Hegemann die Frage nach Alternativen.

Heimatverein besucht Milchviehhof

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  • Der Heimatverein Ascheberg besuchte den Betrieb von Ansgar Hegemann Foto: hbm
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Von der Molkerei, von der Milchkontrolle und durch Daten aus dem Melkstand hat Hegemann einen guten Blick auf seine Herde. Das entbehrt ihn nicht von der Aufgabe, jede Kuh und jedes Euter im Blick zu haben. Die Gesundheit ist wichtig. Milch kranker Kühe darf nicht in den großen Sammeltank gelangen. Hegemann berichtete, dass er nach Möglichkeit Antibiotika vermeide: „Ich lasse mir von Tierarzt Schulze Thier homöopathische Mittel zusammenstellen. Das funktioniert in dem meisten Fällen gut. Man muss nur rechtzeitig aktiv werden.“

Kälbchen werden per Smartphone festgehalten

Bei den drei kleinen Kälbchen zückten viele Heimatfreunde ihr Smartphone. Derweil erklärte Hegemann, dass er den Nachwuchs jeweils verkauft. Er müsse sich entscheiden: Kräftige Kälber ließen sich gut verkaufen, kleinerer Nachwuchs erlaube den Kühen eine leichtere Geburt. Die Auswahl im „Bullenkatalog“ ist groß. Kälbchen müssen zwei Wochen alt sein, bevor sie den Hof verlassen dürfen.

Nebenan im Stall der „trockenen“ Kühe werden die Gäste fast Zeuge einer Geburt. „Eine meiner besten Kühe, die schon 14 000 Liter Milch im Jahr gegeben hat“, stellte Hegemann die „werdende Mutter“ vor. Freien Platz im alten Schweinestall will der Landwirt mit weiteren Milchkühen ausnutzen.

Vor dem Schluss-Abstecher zum Melkstand ging es in den großen Kuhstall, der zuerst noch leer war, weil die Tiere sich fürs Melken angestellt hatten. Für das anschließende Kaffeetrinken im „Erdbüsken“ hatten die Besucher viel Gesprächsstoff gesammelt. Eine ältere Heimatfreundin aus der Osterbauer schüttelte den Kopf: „Ne, ne, früher war das alles anders.“

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