Storno rechnet in Davensberg ab
Von Flori und Helene bis zu „König Fußball“

Ascheberg -

Wenn beim Kukaduh das Haus voll ist, dann haben prominente Gäste gelockt. Garanten für besten Besuch waren jetzt beim Clemens August in Davensberg zu Gast.

Mittwoch, 27.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 29.03.2019, 16:30 Uhr
Furioses Finale beim „Storno“-Kabarett: Andrea Nahles und Frankenstein-Seehofer versuchen „Angies“ erneute Kanzlerkandidatur zu verhindern.
Furioses Finale beim „Storno“-Kabarett: Andrea Nahles und Frankenstein-Seehofer versuchen „Angies“ erneute Kanzlerkandidatur zu verhindern. Foto: nico

Es beschert dem Ascheberger Kunst- und Kulturverein „Kukaduh“ traditionell ausverkaufte Reihen und seinem Publikum immer wieder einen amüsanten Abend: Das Kabaretttrio „Storno“ machte am Dienstag Station im Davensberger Hotel Restaurant Clemens-August. Dort nahm es das vergangene Jahr thematisch in die Mangel und reizte die Lachmuskeln der Besucher mit Pointen-Dauerbeschuss.

Harald Funke , Jochen Rüther und Thomas Philipzen rechnen mit allem ab, was die Deutschen so bewegt: Allem voran mit „dem Flori und der Helene“, aber auch „Angie“ Merkel, dem Dauerthema Diesel, dem Missbrauchsskandal, dem Klimawandel samt Hitzewelle und natürlich „König Fußball“. Im Stakkato feuern die drei Kabarettisten ihre Salven ab und zielen auf alles, was es im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen schaffte. Darin ergänzen sich die Meister der scharfen Zungen prächtig. Komplett unterschiedlich kommen sie daher: Rüther als analytischer Welterklärer, Funke als naiver, liebenswerter Langsamdenker mit unglaublichem Grimassenpotenzial und Philipzen als quirliger Entertainer mit Hang zum Schnellsprechen. Eine Mischung, die Spaß macht. Gerade dann, wenn sich die drei mit vollkommen konträren Auffassungen am aktuellen Weltgeschehen abarbeiten und sich dabei mit Genuss gegenseitig vorführen. Denn austeilen geht immer.

„Angies Restlaufzeit“, lässt Rüther bärbeißig verlauten, „ist so kurz wie Herr Funke selbst.“ Der kleine Mann muss reichlich einstecken. Nicht nur aufgrund seiner Kanzlerinnen-Begeisterung. Auch wegen seines Diesel-Neukaufs, seiner Angst vorm Wolf oder der Ehefrau mit Hang zum Online-Shoppen. Letztere nimmt das Trio in einer herrlichen Abba-Persiflage aufs Korn: Aus „Fernando“ wird „Zalando“ und „Corinna takes it all, der Schrank ist doch schon voll.“ So amüsiert „Storno“ bestens, legt aber auch Finger in die Wunden: Im A-capella-Gesang über die Krankenhausreform seziert das Trio messerscharf Missstände in der Pflege. Immer wieder wird das Polit-Entertainment musikalisch fein nuanciert abgeschmeckt. So auch im Finale, dem Rütherschen Bildungsauftrag folgend, mit „Hochkultur“, bei der „Angie“, Frankenstein-Horst und „die Nahles“ mit Klassikern aus Bernsteins „West Side Story“ ein Ausrufezeichen hinter die satirische Abrechnung setzen. Ein begeistertes Publikum lässt die Kabarettisten noch nicht ziehen und bekommt als Zugabe lachtränentreibende Hunde-Songs von Lindenberg und Grönemeyer.

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