Mariß-Stammbaum startet 1588
Familiengeschichte erforscht

Davensberg/Ottmarsbocholt -

Wenn eine Familie auf einen Stammbaum bis zurück in das Jahr 1588 schaut, dann ist das auch deutsche Geschichte. Hier jene der Familie Mariß

Dienstag, 09.04.2019, 18:00 Uhr
In der Gaststätte „Zur Davert“ Haverkamp traf sich die Familie Mariß, die auf gemeinsame Wurzeln in Ottmarsbocholt aus dem Jahr 1588 zurückschaut.
In der Gaststätte „Zur Davert“ Haverkamp traf sich die Familie Mariß, die auf gemeinsame Wurzeln in Ottmarsbocholt aus dem Jahr 1588 zurückschaut. Foto: hbm

Wenn eine Familie auf einen Stammbaum bis zurück in das Jahr 1588 schaut, dann ist das auch deutsche Geschichte. Der Impuls, die Ahnen der Familie Mariß (Mauritius - Mauritz - Maritz) zu erforschen, stammt aus einem dunklen Kapitel der Geschichte. „Ein Onkel von mir war unter den Nazis als Blockwart eingesetzt. Er musste seine Herkunft nachweisen. Als ich die Papiere gesehen habe, bin ich angefangen zu forschen“, berichtet Hubert Mariß, der es von Ottmarsbocholt nach Davensberg geschafft hat. Andere Familienzweige sind in den USA gelandet. 1629 wurde auch ein weibliches Familienmitglied als Hexe am Rennekamp, wo eine Tink-Stätte ist, verbrannt.

Mariß zeigt auf die weit verzweigte Familie, die als Stammbaum-Grafik imposant wirkt. Als er bereit war, die Suche ein Stück weit einzustellen, übernahm seine Tochter Dr. Ruth Mariß aus Braunschweig die Vorlage. Ihr ist es gelungen, bis ins Jahr 1588 zu forschen. Rund zwei Jahre benötigte sie für das lückenlose Familienbild. Zahlreiche Archivalien, wie Kirchenbücher, wurden auch mit Hilfe von Familienangehörigen ausgewertet.

Die Familie Mariß, schreibt Dr. Ruth Mariß, gehörte in Ottmarsbocholt zur unterbäuerlichen Schicht. Ärmlicher Wohnraum, die Zahlung von Kirchenabgaben und hohen Pachtgeldern für das Ackerland, das man selbst nicht besaß, aber zum Überleben benötigte, das Fehlen schulischer Bildung und die hohe Kindersterblichkeit prägten den wirtschaftlichen und privaten Alltag dieser Menschen. Die Familienforscherin berichtete beim Familientreffen am Sonntag im Gasthaus „Zur Davert“ auch aus Dokumenten, die belegen, dass die Menschen der Familie Mariß ihre Lebensbedingungen nicht immer gleichmütig hinnahmen. Die Wanderungsbewegungen des 19. Jahrhunderts, wie den Hollandgang, die Abwanderung ins Ruhrgebiet und die Emigration nach Amerika lassen sich in etlichen Lebensläufen wiederfinden. Klar, dass es beim ersten Treffen viel zu berichten gab.

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