Systemwechsel auf gemeindlichen Flächen
Blühflächen ersetzen kurzen Rasen

Ascheberg -

Die Gemeinde Ascheberg stößt in diesem Jahr die Tür zum Artenschutz auf gemeindlichen Flächen auf. Das Aussäen einer Blühmischung war darum eher symbolisch zu sehen.

Dienstag, 16.04.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 19:32 Uhr
Symbolisch, aber auch für einen bunten insektenfreundlichen Bereich an der Frenkstiege, säten Bürgermeister Dr. Bert Risthaus und Klimamanager Martin Wolf gestern begleitet von Christian Scheipers, Andreas Nünneke und Matthias Wenge eine Blühmischung aus.
Symbolisch, aber auch für einen bunten insektenfreundlichen Bereich an der Frenkstiege, säten Bürgermeister Dr. Bert Risthaus und Klimamanager Martin Wolf gestern begleitet von Christian Scheipers, Andreas Nünneke und Matthias Wenge eine Blühmischung aus. Foto: hbm

Die Gemeinde Ascheberg stößt in diesem Jahr die Tür zum Artenschutz auf gemeindlichen Flächen auf. Das Aussäen von Wildblumen auf einer Fläche an der Frenkstiege diente gestern dazu, dass es hier bald bunt wird, war aber mehr als Symbol gedacht. Bürgermeister Dr. Bert Risthaus, Tiefbauer Christian Scheipers , Klimamanager Martin Wolf sowie Bauhofleiter Andreas Nünneke und Vertreter Matthias Wenge stellten vor, was sich auf Gemeindeflächen tun wird.

„Wir starten mit dem Systemwechsel in Richtung Artenvielfalt“, erklärte Risthaus. Das Vorhaben, das im Dürresommer 2018 im wahrsten Wortsinn nicht aufgegangen sei, werde aktuell in den drei Orten der Gemeinde Schritt für Schritt umgesetzt. Der Verwaltungschef legte Wert auf das sukzessive Vorgehen, bei dem die Bevölkerung mitgenommen werden soll.

„Die meisten Flächen, die wir jetzt verändern, sind vom Rat beschlossen worden“, informierte Scheipers. Wenge sprach darüber hinaus von einem dynamischen Prozess: „Wo wir die Möglichkeiten sehen, werden wir sie nutzen. Aber das ist nicht an allen Stellen machbar.“ Die Verkehrssicherheit dürfe nicht gefährdet sein.

Der Bauhof hat mit einem Teil des Projektes schon begonnen. Es gibt Rasenflächen, wie das Dreieck gegenüber Aldi in Ascheberg, die nicht mehr komplett gemäht werden. Hinter einem Sauberkeitsstreifen ist Schluss mit dem englischen Rasen. Diese Flächen werden nur noch einmal im Jahr gemäht. Wenn nach vier, fünf Tagen die Samen aus den trockenen Gräsern und Kräutern gefallen sind, wird das Mähgut abgefahren und zu einem Kompostwerk gebracht. Das ist aufwendiger, aber im Sinne des Artenschutzes. Der Verzicht auf das Mulchen hat zur Folge, das der Boden vermagert. Der Rasen wird ausdünnen, Insekten finden später Wege ins Erdreich.

An einigen Stellen werden Wildwiesen durch Blühflächen ergänzt. Das sind Bereiche, in denen Saatmischungen ausgebracht werden. Die Reste werden im Spätherbst untergefräst, die Fläche im Folgejahr neu eingesät. „Wir waren bei einer Fachmesse in Essen und haben uns nach unterschiedlichen Saatmischungen erkundigt. Wir werden ‚Mössinger Sommer‘ und heimische Arten aussäen“, berichtete Nünneke.

In Ascheberg werden Blühflächen beispielsweise an der Nordkirchener Straße, an Rohlmanns Weide und an der Felsmannstraße – hier durch die Nachbarn – entstehen. In Davensberg wurden Flächen am Dorfanger und am Burgturm ausgewählt. In Herbern wird es am Siepen und in Bereichen der Hombrede bunt.

Im Sinne des Artenschutzes wird gerade der Kreisverkehr an der Steinfurter/Herberner Straße umgestaltet. Dort entsteht für Insekten eine Steinmauer. Wenn die Arbeiten am Feuerwehrgerätehaus Ascheberg erledigt sind und die Außenanlagen gestaltet werden, geht der Blick ebenfalls in Richtung Artenschutz. „Das steht bei uns immer auf der Agenda“, stellt Scheipers fest.

Rat und Verwaltung wollen mit dem Systemwechsel dafür werben, dass auch auf privaten Flächen mehr für die Artenvielfalt getan wird. „Vielleicht schließen sich Menschen uns und starten mit einem kleinen Bereich“, wirbt Risthaus ums Mitmachen.

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