Ludger Wobbe macht seinem Ärger Luft
Pendler zu oft vertröstet worden

Ascheberg -

Mit großer Verärgerung reagiert Ludger Wobbe auf die aus seiner Sicht Hinhaltetaktik der Bahn bei der Forderung einer durchgängigen Zweigleisigkeit zwischen Münster und Lünen. Der Chef der CDU-Fraktion im Ascheberger Rat spart auch nicht mit Kritik an Akteuren aus der eigenen Partei.

Freitag, 03.05.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 15:44 Uhr
Eine Zweigleisigkeit zwischen Münster und Lünen ist nach derzeitigem Stand zunächst nur für den Abschnitt zwischen Ascheberg und Capelle geplant.
Eine Zweigleisigkeit zwischen Münster und Lünen ist nach derzeitigem Stand zunächst nur für den Abschnitt zwischen Ascheberg und Capelle geplant. Foto: lwo

Zu einem Anruf bei den WN sah sich jetzt CDU-Fraktionsvorsitzender Ludger Wobbe veranlasst. Um öffentlich seinen Frust kund zu tun. Richtig sauer sei er über die jüngsten Entwicklungen in Sachen zweites Gleis. „Ich bin es satt, ständig neue Ausreden zu hören.“ Dabei sparte er auch nicht mit Vorwürfen gegenüber den seiner eigenen Partei angehörenden Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann und Reinhold Sendker. Die sollten besser in Berlin beim Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (ebenfalls CDU ) auf den Tisch hauen, als die hiesigen Bahnfahrer ein weiteres Mal mit Pressemitteilungen hinzuhalten. Die leidgeprüften Pendler seien doch schon oft genug vertröstet worden mit Versprechungen, „welche nachher allesamt nicht eingehalten wurden. Jetzt reicht’s“, so Wobbe.

Er findet es einen ungeheuerlichen Vorgang, dass die Notwendigkeit eines durchgehenden zweiten Gleises in Berlin nach wie vor abgestritten wird. Die Aussage von Henrichmann und Sendker, es müssten jetzt erst noch weitere Untersuchungen zum Deutschland-Takt abgewartet werden, könnten die vielen Pendler nur als blanken Hohn auffassen. Dass zwischen zwei Metropolen wie Münster und Dortmund mit zusammen 900 000 Einwohnern ein Halbstundentakt lange überfällig sei, „liegt doch auf der Hand“, unterstreicht Wobbe.  Wenn die Menschen jetzt aber hörten, es sei immer noch nicht genug gerechnet worden, dann fühlten sich diese schlichtweg veräppelt.

Nach dem im Internet aktuell veröffentlichten „Projektinformationssystem zum Bundesverkehrswegeplan“ will das von der Union geführte Bundesverkehrsministerium nur das fünfeinhalb Kilometer lange Stück zwischen Ascheberg und Capelle zweigleisig machen, auf einer Länge von 33 Kilometern bleibt es dagegen laut diesem Papier bei der Eingleisigkeit.

Dass damit kein Platz für zusätzliche Züge geschaffen wird, räumt man in Berlin offen ein. Denn in dem Projektdossier wird im Ziel-Fahrplan nach wie vor von lediglich einer Regionalbahn sowie einem ICE pro Stunde ausgegangen. Der Rhein-Ruhr-Express taucht in dem Papier überhaupt nicht auf.

Im November hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Panske auf der Wahlversammlung der Ascheberger Volksbank noch voller Freude einen Halbstundentakt und darüber hinaus sogar noch eine „Münsterland-S-Bahn“ von Münster bis Ascheberg angekündigt. Wahlausschussvorsitzender Karl-Heinz Börtz war damals angesichts der vielen in der Vergangenheit schon gebrochenen Versprechungen auf die Euphorie-Bremse getreten.  

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