Gemeinsamer Appell der Ascheberger Kommunalpolitik
Europa nicht Populisten überlassen

Ascheberg -

Sie üben den Schulterschluss – buchstäblich, aber auch im übertragenen Sinne. Denn eines eint die Mitglieder der parlamentarischen Gremien und Parteien in Ascheberg: der Appell an alle Bürger, ihre demokratischen Rechte bei der Europawahl am 26. Mai in Anspruch zu nehmen. Um mitzuentscheiden, wer in Brüssel für die EU-Bürger entscheidet. Und auch der Umkehrschluss gelte, lautete die Mahnung der Ascheberger Mandatsträger: Wer sich nicht am Urnengang beteiligt, der könnte womöglich im EU-Parlament von Vertretern regiert werden, deren Auffassungen nicht den eigenen entsprechen.

Samstag, 04.05.2019, 12:00 Uhr
Gemeinsamer Appell an die Bürger: Petra Haverkamp (v.l.), Volker Brümmer, Nadine Ohk, Hildegard Kuhlmann, Volker Müller-Middendorf, Uli Kalthoff, Maximilian Sandhowe und Frank Holtrup fordern alle Ascheberger dazu auf, am 26. Mai ihr Wahlrecht zu nutzen.
Gemeinsamer Appell an die Bürger: Petra Haverkamp (v.l.), Volker Brümmer, Nadine Ohk, Hildegard Kuhlmann, Volker Müller-Middendorf, Uli Kalthoff, Maximilian Sandhowe und Frank Holtrup fordern alle Ascheberger dazu auf, am 26. Mai ihr Wahlrecht zu nutzen. Foto: di

Es „steht viel auf dem Spiel“, betonen die Vertreter der fünf Parteien und der parteilose Ratsherr Frank Holtrup unisono. Sie haben sich zum gemeinsamen Fototermin verabredet, um in dieser Mahnung an einem Strang zu ziehen. Denn die Furcht, dass Rechtspopulisten im EU-Parlament an Einfluss gewinnen, scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein. „Es wird auf die Wahlbeteiligung ankommen“, sagte Volker Brümmer (SPD). Seine Sorge, dass vor allem extremere Gruppierungen gut organisiert und mobilisiert seien, teilten die anderen Parteienvertreter in Ascheberg. Die Gefahr, unseriösen Informationen auf den Leim zu gehen, sich in einer „selbstgefilterten“ virtuellen Blase zu bewegen und von der Politik generell abzurücken, sei weit verbreitet. Selbst in der Kommunalpolitik sei erkennbar, dass über punktuelles Interesse bei eigener Betroffenheit hinaus viele Bürger nur wenig Anteil nehmen und auf dem Laufenden seien, resümierten die Angehörigen des Gemeinderates vor der Presse.

Doppelt paradox die Lage mit Blick auf die Europäische Union : Dass die EU viel zu Lebensstandard und Lebensqualität sowie zum wirtschaftlichen Wohlstand beitrage, dies aber zu selbstverständlich geworden sei, bedauerte Maximilian Sandhowe (CDU). Vom Reisen und Arbeiten ohne Grenzen über die gemeinsame Währung bis zur Krankenkasse und Handynutzung – diese Vorzüge würden nicht ausreichend wertgeschätzt, weil sich die Bürger daran gewöhnt hätten. Mehr noch: Was in Brüssel verabschiedet werde, erhalte leichtfertig das Label einer überbordenden Bürokratie, obwohl einheitliche Standards wichtig seien.

Dass der Nutzen von EU (und Nato) groß, das Bewusstsein für deren Leistungen aber gering sei, monierte Volker Müller-Middendorf (UWG). Er unterstrich: „Deutschland braucht die EU und die EU braucht Deutschland." Weniger auf Wohlstand als auf den Frieden in Europa hob Hildegard Kuhlmann (CDU) ab: „Das ist das größte Geschenk, das kann man gar nicht hoch genug einschätzen.“

Angesichts der inneren wie äußeren Herausforderungen, vor denen die EU steht, forderte Frank Holtrup (parteilos): Die demokratischen Kräfte müssten ihre Werte „noch vehementer verteidigen“.

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