Forstbetriebsgemeinschaft Stevertal
Entscheidung der Kartellwächter führt zu mehr Aufwand

Davensberg -

Den Waldbesitzern macht die Folge einer Entscheidung der Kartellbehörde zu schaffen. Dies wurde bei der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Stevertal deutlich.

Dienstag, 07.05.2019, 13:24 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 17:10 Uhr
Die Hilfen durch das Forstamt bei der Pflege der in Privatbesitz befindlichen Wälder wird ab 2020 auf neue Füße gestellt. Darüber informierte Edzard Bornemann (stehend) vom Regionalforstamt Münster.
Die Hilfen durch das Forstamt bei der Pflege der in Privatbesitz befindlichen Wälder wird ab 2020 auf neue Füße gestellt. Darüber informierte Edzard Bornemann (stehend) vom Regionalforstamt Münster. Foto: ure

Die Kartellwächter sahen sich vor Jahren auf den Plan gerufen. Mit Konsequenzen, die der Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft Stevertal nun zu tragen hat. „Der steht derzeit unter einer sehr hohen Belastung“, wie Edzard Bornemann vom Regionalforstamt Münster am Montagabend auf der Mitgliederversammlung hervorhob, die diesmal in der Gaststätte Elvering in Davensberg stattfand. Auf der Einladung an die 227 aus Ascheberg, Lüdinghausen Olfen und Nordkirchen kommenden Mitglieder war von einer „noch nicht überschaubaren Mehrarbeit“ die Rede. Auf den zweiten Vorsitzenden Ludwig Entrup und insbesondere auf Geschäftsführer Josef Oberhaus rollt eine Organisations- und Dokumentationsflut sondergleichen zu. Um „die Angst beiseite zu schieben“, sicherte Bornemann eine größtmögliche Unterstützung durch seine Behörde zu.

Beratung bisher durch den Revierförster

Fachkundige Beratung bei der Hege und Pflege sich in Privatbesitz befindlicher Wälder – dafür gab es in der Vergangenheit nur eine einzige Adresse: die hiesigen, beim Land NRW beschäftigten Revierförster Klaus Benze und Wolf Meyer. Die Kosten wurden größtenteils von der öffentlichen Hand getragen, den Waldbesitzern wurde lediglich ein Eigenanteil von 20 Prozent in Rechnung gestellt. In dieser deutschlandweit gängigen Praxis sah das Bundeskartellamt eine wettbewerbswidrige Bevorzugung der Beamten und eine klare Benachteiligung privater Förster, die es ebenfalls gebe. Vor diesem Hintergrund soll nun ab 2020 ein fairer Wettbewerb zwischen staatlicher und privater Waldbetreuung geschaffen werden.

Dienstleistungen müssen ausgeschrieben werden

Das bedeutet, dass Josef Oberhaus nun die Dienstleistungen – wie zum Beispiel das Anzeichnen jener Bäume, die sinnvollerweise gefällt werden sollen – ausschreiben muss. Das Regionalforstamt wird sich dann darauf bewerben. Wer wird dies noch tun, und wer wird dann den Zuschlag bekommen? Offensichtlich rechnet man allgemein damit, dass die Beratung auch weiterhin in staatlicher Hand und damit bei den vertrauten Gesichtern von Benze und Meyer bleibt. Das war am Montagabend jedenfalls aus verschiedenen Wortbeiträgen unschwer herauszuhören. Unabhängig davon werden sich die Abrechnungsmodalitäten aber auf jeden Fall ändern. Künftig müssen die Waldbesitzer zunächst die vollen Kosten bezahlen und können sich die Förderung erst im Nachhinein wieder erstatten lassen. Die Subvention darf also nicht mehr sofort abgezogen werden. Diese Umstellung wird als der Wechsel von der indirekten zu der direkten Förderung bezeichnet.

Erhöhung der Beiträge beschlossen

Infolge einer anhaltenden Deckungslücke sah sich die Forstbetriebsgemeinschaft zu einer Beitragserhöhung gezwungen. Bislang wurden pro Hektar 0,51 Euro erhoben (mindestens 5,11 Euro). Künftig ist ein Grundbeitrag von 6 Euro zu zahlen und zusätzlich 1 Euro je Hektar. Die Durchschnittsgröße liegt bei 5,9 Hektar Waldfläche pro Betrieb.Bei den Wahlen wurde der Beirat mit Jan Schulze Hobbeling-Terhardt (Ascheberg), Franz-Josef Wessels (Lüdinghausen), Heinrich Burbank (Olfen) und Peter Suntrup (Nordkirchen) komplett bestätigt.

...

Um in den Genuss dieser Gelder zu kommen, müssen dann neue Bedingungen erfüllt werden, wobei es in erster Linie um eine „PEFC-Zertifizierung“ geht. Darunter sei „eine Art TÜV für die Waldbewirtschaftung“ zu verstehen, wie der für NRW zuständige Regionalreferent Martin Kempkes erläuterte. „Bei diesem Siegel kann der Endverbraucher sicher sein, dass das Holz aus ökologisch, biologisch und sozial nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt“.

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